Komplette Weichenstellung 2020

Bei der Kommunalwahl 2020 wird Eching zum ersten Mal nach 30 Jahren wieder alle kommunalen Ämter und Mandate in einem gemeinsamen Wahlgang vergeben. Die Wahl zum Bürgermeister, die seit Joachim Enßlins Abschied 1992 versetzt abgehalten wurde, wird dann wieder synchron zu den Gemeinderatswahlen stattfinden und ebenfalls zusammen mit der Wahl zum Landrat und für den Kreistag.

Bürgermeister Sebastian Thaler will dazu im Lauf des Jahres einen sogenannten „Antrag auf Angleichung der Wahlperioden“ einbringen. Wenn der Gemeinderat zustimmt, geht die Initiative ans Landratsamt, das dann die Wahltermine 2020 vereinheitlichen kann. Mit diesem formalen Schritt wird in derartigen Fällen die krumme Konstruktion vermieden, dass ein Bürgermeister erst zurücktreten müsste, um dann wieder antreten zu können.

Bei der letzten außertourigen Bürgermeisterwahl 2016 hatten die beiden Kandidaten Thaler und Thomas Kellerbauer diesen Schritt versprochen. Josef Riemensberger hatte diese Option 18 Jahre lang verweigert. Auf Anfrage hat Thaler versichert, die Zusage auch einzuhalten.

Er selbst wird wieder antreten, stellt er klar: „Dreieinhalb Jahre ist viel zu wenig, um irgendwas zu bewegen.“ Mit der Verbindung von Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen ist es nun wieder möglich, dass der Bürgermeisteraspirant auch „Spitzenkandidat“ einer Partei sein kann und so eine Partei mit dem Bürgermeister als Zugpferd werben kann. Ein populärer Rathauschef ist für so viele Stimmen gut, dass er zwei, drei Bewerber auf der Partei-Liste mit in den Gemeinderat zieht.

Es dürfte darauf hinauslaufen, dass Thaler auf der Liste der SPD antritt, die den unbekannten Ortsfremden 2016 „aus dem Hut gezaubert“ hatte. „Ich werde sicher nicht unter anderer Fahne antreten“, betont er. Eine theoretische Option wäre nur, dass er auf gar keine Gemeinderatsliste geht, sondern sich nur zum Bürgermeisterkandidaten nominieren lässt, womit wieder mehrere Unterstützergruppen wie 2016 denkbar wären, als ihn SPD, Grüne, Bürger für Eching und Echinger Mitte nominiert hatten.

Völlig offen ist, wer Thaler herausfordern könnte – und wer überhaupt 2020 an den Start geht. Mit CSU, SPD, FWG, BfE, Grünen, EM und FDP waren schon 2014 sieben Gruppierungen zur Gemeinderatswahl angetreten. Mittlerweile will die ÖDP ihre Präsenz ausbauen, die AfD hat ihr Stimmenpotential in Eching bei Bundes- und Landeswahlen getestet und an relevanten Parteien gäbe es auch noch die Linke.

Zehn Gruppierungen? Gibt es einen Bürgermeisterwahlkampf, absorbieren diese Kandidaten in der Regel so viel Aufmerksamkeit und Interesse, dass eine Gruppierung sofort deutlich im Abseits liegt, die nur zur Gemeinderatswahl antritt und keinen Bürgermeisterkandidaten stellt. Aber wer sollte 2020 gegen Thaler antreten?

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