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Fetzenweis Heimat

Fetzenweis Heimat

 
Bürgerhausprogramm:
»Heimatfetzen«
»Dramatisches aus Bayern« präsentiert von der Theaterwerkstatt Eching

Mit ihrer 2015er Produktion der "Heimatfetzen" hat sich die Theaterwerkstatt mal wieder einiges vorgenommen. Drei eigenständige Stücke stehen auf dem Spielplan des Abends; das erste, "Schiefe Matratze" von Oskar Maria Graf, ist gar kein Stück, sondern eine Geschichte, die erst vom Ensemble selbst dramatisiert wurde, das zweite, "der Firmling" von Karl Valentin, ist nur schwer spielbar, weil jeder Zuschauer die ikonografische Fassung mit den Unikaten Valentin/Karlstadt im Hinterkopf hat, das dritte starker Tobak von Franz Xaver Kroetz, nach Ansicht des Autors für Laientheater unspielbar.
"Wir liefern einen guten, dichten Abend", lacht Sigi Hollik. Seit elf Jahren führt sie nun Regie bei der Theaterwerkstatt, "aber so gut war es noch nie", schwärmt sie über die Proben zu den "Heimatfetzen". Nach vier Jahren Zwangspause über die Sanierung ihres "Stammhauses", des Bürgerhauses, ist die Theaterwerkstatt vor Jahresfrist mit "Hannah und ihre Schwestern" zurückgekehrt, einem Stück mit ungewohnt großer Besetzung.
Diesmal wird es wieder komprimierter, gerade zehn Akteure stehen auf der Bühne, jeder ist in den drei Stücken mindestens zweimal besetzt. Und auch thematisch geht es wieder zurück, wo die Theaterwerkstatt 2010 mit ihrem "HeimArtabend" angesetzt hatte. "Die meisten sind bei der Stückauswahl doch sehr heimatverbunden", schildert Hollik.
Drei Stücke von urbayerischen Autoren wurden für den Abend zusammengespannt, dreier Autoren auch, die "alle drei Punks sind", wie Hollik formuliert: unangepasst, rebellisch, gegen den Strich bürstend, gerne auch laut, in jedem Fall "anspruchsvolle Autoren, anspruchsvolle Menschen". Einziger, allerdings sehr weit gefasster, roter Faden seien "tragische Beziehungen", um die es in allen drei Etappen gehe. Die titelgebende Verbindung der "Fetzen" kam dann erst nachträglich darüber: die Stücke beinhalteten, so steht es im Programmheft, "Kleiderfetzen, einen Fetzen Fleisch und nach einem Fetzen Rausch auch mal so viel Streit, dass die Fetzen fliegen - aber es sind halt keine Schmachtfetzen!"
Die "schiefe Matratze" ist eine Kalendergeschichte von Oskar Maria Graf, von der Theaterwerkstatt in dramatische Bühnenform gebracht. Eine Tragikomödie ist daraus geworden. Kroetz' Stück ist eine Tragödie im archaischen Sinne mit Blut und Leichen, sexuellen Verirrungen. Es wird nach der Pause gespielt, damit zuvor Kinder heimgehen können. "Es ist wirklich erst ab 16", betont die Regisseurin.
Vom Valentin dazwischen war sie zuerst nicht überzeugt. Aber damit der Abend nicht "zu schwer, zu frustrierend" werde, hat sie sich überzeugen lassen. Was Diana Leitner als Firmling, Oskar Weissthanner als Vater und Claudia Borst als Kellner aber daraus machten, sei begeisternd. Bernd Becker-Gebhard, Martin Erhardt, Ulli Hafen, Angelika Harlander-Kohfeldt, Renate Jordan, Heidrun Spaedte und Karlheinz Wolf stehen weiterhin auf der Bühne, Oskar Weissthanner hat das Bühnenbild gestaltet, Angelika Harlander-Kohfeldt die Kostüme, Diana Leitner die Requisiten, Heidrun Spaedte engagierte sich als Regieassistentin.

Samstag. 25.04., Donnerstag, 07.05., Freitag, 08.05.2015, Beginn 20.00 Uhr
Veranstaltungsort: Bürgerhaus Eching
Eintritt: € 15,- / ermäßigt € 13,-

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