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Der Buchtipp: 'Die Eismacher'

Der Buchtipp:

Der Buchtipp für den Juni 2016 vom Echinger Bücherladen, diesmal von Claudia Borst:
 
Ernest van der Kwast: Die Eismacher
btb 2016, € 19,99
 
Ist es verwunderlich, dass mich dieser neu erschienene Roman sofort angezogen hat? Schließlich liegt unsere Buchhandlung neben dem Eiscafé Vaniglia, und Alessandro und Carlotta hatten uns gerade mitgeteilt, dass sie demnächst ein Eis-Menü anbieten wollten und so meine Neugier auf neue Eissorten und den Roman auf der Stelle geweckt...
Beides hat mich nicht enttäuscht: die überraschenden Gänge des Eis-Menüs nicht (probieren Sie unbedingt das Safraneis!) und der Roman nicht. Auch er hat mich überrascht: er ist thematisch viel komplexer, als ich es erwartet hatte.
Es ist einerseits eine wirklich gelungene Mischung aus einer Familiengeschichte von italienischen Eismachern mit sehr starken und fesselnden Charakteren aus vier Generationen und andererseits einem hohen Sachbuchanteil über die Entwicklung und Tradition des Eismachens in den südöstlichen Dolomiten, die sich von dort in die Länder Mitteleuropas ausbreitet.
Und als dritter Strang kommt ganz unerwartet die Welt der Literatur, der Poesie, hinzu. (Sie verstehen, warum ich Ihnen den Roman empfehle?)
Die älteste Generation der Familie Talamini, die uns vorgestellt wird, lebte zur Zeit des Baus des ersten (!) Tunnels durch das St. Gotthard-Massiv um 1880. Der Urgroßvater des Ich-Erzählers "erntete" zum ersten Mal Eis und Schnee hoch in den Dolomiten, um beides auf Eisenbahnwaggons zu schaufeln, die zur Herstellung von Speiseeis nach Wien fuhren.
Die euphorischen Berichte über den Geschmack dieses unbekannten Genusses entfachten die - halb erotische - Leidenschaft des jugendlichen Urgroßvaters für das Speiseeis und damit war der Grundstein einer Tradition gelegt, die für die nachfolgenden Generationen absolut zwingend war und keine anderen Leidenschaften zuließ: der des Eismachens.
Während der Vater seine Erfinderträume noch der Familientradition opferte, lebt der Erzähler seine Leidenschaft für die Poesie und die Frauen aus, wird aber von Vater und Bruder dafür als Verräter empfunden. Er kann sich von seinen Schuldgefühlen nie wirklich befreien und muss einen hohen Preis für seine Lebensentscheidung zahlen.
"Die Eismacher" ist der dritte Roman des jungen indisch-holländischen Autors und in den Niederlanden ein großer Bestseller. Seine sehr lebendige Vorstellung des Romans in München hat sein zahlreiches Publikum und mich überzeugt.
Vielleicht gelingt es ja, im Sommer noch eine Lücke in seinem Terminkalender zu finden und ihn zu einer Lesung ins Eiscafé Vaniglia zu holen?
 
Zum Buchtipp Mai

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