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ORTSGESCHEHEN

'Blaue Brücke' als Nadelöhr

Der geplante Radweg von Eching nach Garching hängt seit Jahren an einem fehlenden Teilstück, das der Eigentümer nicht abtreten will. Doch ungeachtet dessen gibt es auch massive inhaltliche Problemstellen in der Streckenführung, mit denen sich der Umweltausschuss des Gemeinderates jetzt auseinandergesetzt hat: wie kommen die Radler problemlos durch das Nadelöhr der "Blauen Brücke"?
Vom Ort bis zum Echinger See führt der Radweg westlich an der Garchinger Straße entlang, jenseits des Sees wird der Radweg auf der Ostseite angelegt. Und dazwischen liegt die Furt vom Freizeitgelände zum See, die von der "Blauen Brücke" überspannt ist, welche mit nur 5,50 Meter Fahrbahnbreite den Begegnungsverkehr für Radler mit Autos oder gar Bussen äußerst knifflig macht - und die Straßenseite müssen sie irgendwo in dem Umfeld auch noch wechseln.
Der Radweg durch die Senke macht zur Bewältigung des Höhenunterschieds auf der Westseite einen riesigen Bogen und auf der Ostseite ist er reichlich steil. Für den täglichen Bedarf von U-Bahn-Pendlern, Fahrten zum Garchinger Forschungscampus oder in Zukunft gar für eine Anbindung an einen Radlschnellweg nach München sei diese Option absolut nicht tauflich, urteilte der Ausschuss.
Die theoretische Option, die Brücke zu erweitern oder anzustückeln, wurde nicht in Erwägung gezogen. Der Radwegeplaner, mit dem die Gemeinde zuletzt diverse Optimierungen umgesetzt hat, schlug eine Beruhigung des Verkehrsflusses um die Brücke mit Verkehrsinseln auf beiden Seiten vor. In deren Windschatten könnten Abbiegespuren für Radfahrer angelegt werden, mit der sie in weitestgehender Sicherheit über die Gegenfahrbahn vom und zum Radweg gelangen und damit den nötigen Seitenwechsel vollziehen könnten.
Auf der Brücke müssten sich Radler und Autos weiter arrangieren, was aber mit dem herabgedimmten Tempo leichter möglich sei. Diese Optimallösung wurde allerdings auf Kosten von rund 85.000 Euro geschätzt, was im Ausschuss als nur schwer vermittelbar angesehen wurde.
An Alternativvorschlägen regte Thomas Kellerbauer an, durch Rampenkonstruktionen den Radweg doch durch die Senke zu ermöglichen; Sylvia Jung schlug vor, auf der Brücke künftig nur noch eine Fahrspur freizugeben, so dass Fahrräder mehr Platz bekämen, die Autos müssten dann wechselseitig warten.
Einstimmig verständigte sich das Gremium darauf, vor einer Fertigstellung des Radwegs erstmal nur die Einmündungen der Radwege beidseitig der Brücke mit Markierungen besser abzusichern. Sobald der Radweg angelegt ist, will man dann nochmal über eine eventuell aufwändigere Lösung beraten.

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