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ORTSGESCHEHEN

Hollerner Straße als Fahrradstraße?

Die angstrebte Zertifizierung als "fahrradfreundliche Kommune" will der neue Bürgermeister Sebastian Thaler jetzt forcieren. Schon zu Jahresanfang hatte der Gemeinderat auf Antrag der Grünen einstimmig beschlossen, die dazu nötige Aufnahme in die "Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen" zu beantragen, geschehen ist allerdings nichts. Thaler drängt nun auf einen unverzüglichen Beitritt, um bereits bei der Umsetzung auf die Kooperation zurückgreifen zu können.
"Das erhöht den Druck auf Maßnahmen, die wir vorhaben", sagte er. So muss das Rathaus für den seit Jahren geplanten Radweg nach Garching für ein fehlendes Teilstück wohl ein Enteignungsverfahren anstrengen. Und an den vom Landkreis München geplanten Radlschnellweg von München nach Unterschleißheim oder Garching würde Eching in beiden Varianten gern andocken. Ein Aufnahmeantrag in die Arbeitsgemeinschaft wäre da "ein Signal, dass wir es ernst meinen", sagte Thaler.
Als weitere Morgengabe für die Fahrradfreundlichkeit möchte das Rathaus gerne die Hollerner Straße außerhalb des Ortes zur Fahrradstraße widmen. Die rechtlichen Vorgaben für diese neue Option in der Straßenverkehrsordnung würden exakt abbilden, was auf der Hollerner Straße längst Realität sei, hieß es aus dem Gemeindebauamt.
Einzig spürbare Veränderung: vom Ortsende von Eching bis zu den Güter Hollern gälte dann Tempo 30. Im Planungsausschuss des Gemeinderates gab es heftige Vorbehalte dagegen. Für die Anwohner der Güter sei es "unzumutbar, mit 30 km/h nach Eching zu fahren", schimpfte Georg Bartl (CSU), "so können wir mit einem Gemeindeteil nicht umgehen".
Thaler und Anette Martin (SPD) hielten dagegen, dass auch in Eching mit Ausnahme der beiden Hauptachsen überall Tempo 30 gälte. Leon Eckert (Grüne) warb für die Fahrradstraße als Signal und Impuls für eine Aufwertung des Radverkehrs. Schon die Widmung könne das Sicherheitsgefühl für Radler erhöhen und damit das Fahrradfahren attraktriver machen, sagte er: "Wenn wir nur immer den konservativen Autoblick haben, wird sich am Verkehr nie was ändern".
Mit 7:6 Stimmen entschieden SPD, Bürger für Eching, Grüne und ein Rat der FWG denkbar knapp gegen CSU und zwei Räte der FWG, die Widmung weiter zu betreiben und dazu nun zunächst mit den Anliegern der Güter Hollern zu sprechen. Der Beitritt zur "Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen" soll im neuen Jahr nochmal auf's Tapet kommen.

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