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Managementplan für ein Naturjuwel

Managementplan für ein Naturjuwel

Seit 2008 stehen die "Heideflächen und Lohwälder nördlich von München" unter europäischem Naturschutz in Programm "Natura 2000". Zur Erhaltung und Aufwertung dieses Naturerbes hat die Oberbayerische Bezirksregierung einen Managementplan erarbeitet, der am Donnerstag vor rund 70 Besuchern im Bürgerhaus vorgestellt und diskutiert wurde.
Elmar Wenisch von der Regierung nannte die Relikte der Heide "ein Juwel" und naturschutzfachlich "einen wichtigen Kernbaustein" für ein europäisches Naturnetz. Bürgermeister Sebastian Thaler bezeichnete die Schutzstellung als "wegweisend". Eching und der Heideflächenverein seien sehr erfreut über die Aufwertung.
Bedenken artikulierten weit über ein Dutzend Landwirte aus Eching, Garching und Neufahrn: Schon wieder eine neue Flächenreglementierung! Dürfen die Landwirte ihre Felder, die an "Natura 2000" angrenzen, weiter konventionell bebauen, fragte Martin Steininger vom Gut Neuhof zwischen Eching und Unterschleißheim.
"Wenn irgendwo ein ökologischer Pufferstreifen angelegt wird, müssen wir mittlerweile zum Pufferstreifen noch einen Pufferstreifen einhalten", klagte Albert Biersack aus Garching. Mit derartiger Überreglementierung würde "ein Keil zwischen Landwirtschaft und Naturschutz getrieben".
Den wollte Wenisch vermeiden. Der gigantische Nachfragedruck auf die landwirtschaftlichen Flächen komme nicht vom Naturschutz, erinnerte er, sondern von Siedlungsexpansion und Verkehrsflächen. "Wir beide sind dann immer die letzten, die gefragt werden", sagte er den Landwirten, daher müsse man gemeinsam Positionen vertreten. "Das Problem der Landwirte ist nicht der Naturschutz", betonte Jörg Steiner vom Landratsamt Freising.
Auch zum Erhalt des europäischen Naturerbes der Heide brauche es "ein breites, übergreifendes Bündnis", forderte Wenisch. Konkret würde die Ausweisung in "Natura 2000" den Anrainern keine zusätzliche Reglementierung bringen, "gute landwirtschaftliche Praxis" sei das einzige Anforderungsprofil.
Der Managementplan für das Schutzgebiet, der ausführlich vorgestellt wurde, verpflichtet Eigentümer oder Pächter zu nichts, lediglich verschlechtern darf sich der Zustand des Gebiets nicht. "Günstiger Erhaltungszustand" ist die Formel, die mit "Natura 2000" angestrebt wird. Für Aufwertungen oder die Umsetzung konkreter Detailprojekter aus dem Maßnahmenplan sind die Naturschutzbehörden zuständig, die das über entsprechende Programme umsetzen.
Der Plan lässt sich auch sehr griffig bündeln: der Magerrasen muss regelmäßig beweidet oder zur Not gemäht werden. Standortuntypische Arten, die sich nur durch die jahrzehntelange künstliche Überdüngung des Bodens überhaupt halten können, sollen reduziert und keinesfalls aktiv verbreitet werden. Beweidung durch Schafe, Ziegen oder Pferde ist zu fördern.
Überhaupt brachte der Managementplan auch wenig Neues. Als abolutes Unikum in der bayerischen "Natura"-Landschaft ist in der Heide "die Umsetzung dem Plan schon voraus", freute sich Anne Meyer von der Bezirksregierung. Der Heideflächenverein Münchner Norden, initiiert seinerzeit aus Eching, betreut mit eigenen Pflegekonzepten seit Jahrzehnten die meisten Teile des FFH-Gebiets. Elmar Wenisch lobte das Engagement der im Verein zusammengeschlossenen Kommunen. Sie seien "sehr gut beraten, vor den Toren Münchens dafür zu sorgen, dass die natürliche Ausstattung erhalten bleibt".

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