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ORTSGESCHEHEN

Lesermail zum Artikel: 'Der Turm von Eching'

Sehr geehrte Leser,
in Zeiten von „alternative facts“ in Eching wollen wir etwas zur Wahrheit beitragen.
Herr Krimmer sprach in seiner Lesermail vom 09.02.17 von 2 Nachbarn, die Einwände hatten, wovon einer etwas missverstanden habe. Das war auf keinen Fall so.
Die „alternative facts“ wollen wir gerne richtig stellen, indem wir nachfolgend unseren Brief an Bürgermeister Riemensperger und den Bauausschuss vom 26.5.2016 zur Verfügung stellen wollen:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
Herr Krimmer hat uns vor ca. 3 Wochen informiert, dass das Nachbargrundstück, direkt angrenzend an unser Grundstück (Klosterweg 6), bebaut werden soll. Uns wurden Pläne gezeigt, die das Bauvorhaben verdeutlichen.
Zum Bauvorhaben unseres Nachbargrundstückes durch Herrn Krimmer möchten wir folgende Bedenken anmelden:
Ein abgeflachtes Dach fügt sich in keiner Weise in die umliegende Dacharchitektur ein. Alle umliegenden Gebäude sind ausnahmslos mit Satteldächern versehen. Eine andersartige Bedachung, wie im Bauvorhaben von Herrn Krimmer geplant, würde das einheitliche Gesamtbild erheblich stören.
Alle umliegenden Gebäude weisen eine Geschoßzahl von 2+D auf, d.h. EG+1.OG.+Dachgeschoß. Die Pläne von Herrn Krimmer zeigen, dass direkt neben unserem Grundstück ein Gebäude mit bereits 3 Vollgeschossen+Dach geplant ist, also EG+1.OG.+2.OG.+Dach. In der Weiterführung des Klosterweges zur Oberen Hauptstraße sind zusätzliche Stockwerke bis hin zu 5 Stockwerken geplant. Diese Bauhöhe sehen wir als Bürger Echings als viel zu hoch an.
In direkter Umgebung (Klosterweg) existiert kein einziges Gebäude mit dieser Stockwerkeanzahl. Dies würde die Optik der Umgebung erheblich stören. Ein Bauwerk in dieser Höhe wäre ca. 17,30 m hoch und würde das höchste umliegende Gebäude sogar um 5,30 m (umgerechnet ca. zwei Stockwerke höher) überragen. Dies wirkt im Vergleich zu allen umliegenden Gebäuden wie ein Hochhaus (eine Wand) und ist optisch, aus unserer Sicht, erdrückend.
Gem. Baugesetzbuch § 34 wäre das eigentlich nicht möglich. Umso mehr haben wir uns über die Pläne gewundert. Wird dieser Entwurf genehmigt, steht weiteren Gebäuden dieser Ausmaße in der Umgebung nichts mehr entgegen, was für das eigentlich bisher schöne Bebauungsbild fatal wäre.
Eine geplante Tiefgaragenausfahrt links neben den geplanten Gebäuden im Klosterweg ist unserer Meinung weder sinnvoll noch notwendig und hätte eine zusätzliche Lärmbelastung im ohnehin sehr stark durch Fahrzeuglärm belasteten Klosterweg zur Folge.
Der Sinn der zusätzlichen Ausfahrt erschließt sich angesichts der bereits bestehenden Ausfahrt in der Hauptstraße nicht. Noch dazu, da hier Ziel- und Abfahrtstraße bereits gemeinsam lägen, was verkehrsplanerisch immer anzustreben ist.
Weiterhin ist bei der Tiefgaragenausfahrt eine umlaufend offene Überdachung und keine Einhausung, wie in der Ausfahrt an der Oberen Hauptstraße, geplant, was wiederum zu einer erhöhten Lärmbelastung führt. Auch in diesem Sinn wäre die Nutzung der bereits existierenden Tiefgarageneinfahrt sinnvoll, die schon über eine Einhausung und damit „Lärmschutz“ verfügt.
Der gesamte Gebäudeumfang dient nach Aussage Herrn Krimmers als weiteres Boardinghaus. Ein Boardinghaus schafft keinen sozialen Beitrag für unsere Gemeinde. Vielmehr sind Wohnflächen für junge Familien von Nöten. Boardinghausmieter sind, aufgrund ihrer kurzfristigen Verweildauer, nicht an einer Gemeindeentwicklung interessiert und engagieren sich auch nicht in Vereinen oder sozialen Institutionen.
Auf der Homepage Echings wird mit Folgendem geworben: 'Die Gemeinde Eching bemüht sich, ihren Bürgerinnen und Bürgern eine hohe Lebensqualität zu schaffen und zu erhalten.' Lebensqualität schaffen und erhalten bedeutet, in unseren Augen, verträgliche Bauwerkshöhen, Eingliederung von Neugebäuden in die umliegende Gebäudearchitektur, Lärmreduzierung und Wohnraum für Echinger sowie zuziehende, verbleibende Bürger, die zur Lebensqualität dauerhaft mit beitragen.
Noch eine ganz persönliche Angst zum Thema Boardinghaus. Derzeit steigen die Einbruchzahlen in Deutschland drastisch. Eine Kurzmiete in einem Boardinghaus ermöglicht Einbrechern wunderbar die kostengünstige und sichere Beobachtungsmöglichkeit der umliegenden Gebäude. Und eine Sicherheit, dass Herr Krimmer nur an die Bundespolizei vermietet, wie er sagt, hat niemand.“

Nach diesem Brief mit den Einwendungen sind die Pläne von Herrn Krimmer nochmal geändert worden. Zu diesen neuen Plänen wollen wir gerne noch Folgendes zu unseren bereits erwähnten Einwänden ergänzen:
- Das Industriegebäude hat uns nie belastet. Im Gegenteil, wir hatten immer ein gutes Verhältnis zu den Mietern und einen Blick bis zur Hauptstraße. Zudem nur verhältnismäßig wenig Verkehrsbelastung. Und es bindet sich mehr in die Umgebung ein, als das geplante „Mammutgebäude“ (im Verhältnis zu allen umliegenden Gebäuden) mit „Turm“.
- Die Bauten im Klosterweg passen aufgrund der 3 Vollgeschoße immer noch nicht zur Umgebung, in der nur EG+1. Stock+Satteldach stehen. Von der Ortsmitte und den Höhen dort sind alle anderen Gebäude in der direkten Umgebung weit entfernt.
- Die geplante Entkoppelung der Tiefgarageneinfahrt an der Hauptstraße von der Tiefgaragenausfahrt, die im Klosterweg gebaut werden soll, sorgt für folgende Probleme bzw. Belastungen:
o Zukünftig werden im vorderen Teil des Klosterwegs zu der jetzt schon starken Verkehrsbelastung in der Früh noch weitere ca. 150 Fahrzeuge (max.) ausfahren. Diese Situation wird in Zukunft weiter verschärft durch die geplanten bzw. in der Zukunft vorgesehenen Neubaugebiete.
o Alle diese Fahrzeuge müssen wiederum in die Hauptstraße (ortsplanerisch Zielstraße genannt) fahren. Durch den Umweg über den Klosterweg bedeutet das ein deutliches Mehr an Emissionen, die absolut unnötig sind. Im Übrigen ist es verkehrs- und ortsplanerisch eigentlich immer ein Ziel, die Autos möglichst direkt auf die Zielstraßen zu führen, da so zusätzliche Staus und Emissionen vermieden werden.
o Für die Sicherheit der Kinder aus Eching-Süd ist extra eine Ampel an der Hauptstraße, Ecke Klosterweg, gebaut worden. Wenn zukünftig die Autos aus den geplanten bzw. in der Zukunft vorgesehenen Neubaugebieten zum großen Teil über den Klosterweg in der Früh fahren, zusätzlich zu den genannten ca. 150 Fahrzeugen, ergibt sich neben dem zu erwartenden Stau auch noch eine absolut unübersichtliche Verkehrslage im Klosterweg. Insbesondere nachdem bereits eine zweite Ein- und Ausfahrt einer Tiefgarage genau gegenüberliegt. Für Kinder zu Fuß und mit Rad wird es deutlich gefährlicher, da bei so einer unübersichtlichen Situation auch Autofahrer an ihre Grenzen kommen. Die Sicherheit endet, nach unserer Einschätzung, dann am Beginn des Klosterwegs. – Traurig.
Eine Tiefgaragenausfahrt über den Klosterweg macht ortsplanerisch und verkehrstechnisch keinen Sinn. Insbesondere nachdem bereits eine Tiefgaragenein- und Ausfahrt in der Hauptstraße vorhanden ist. Diese könnte einfach um eine Fahrspur erweitert werden. Damit wären alle Nachteile ausgeräumt und eine win-win-Situation für alle geschaffen. Die Hand voll Stellplätze, die für diese Ein- und Ausfahrtserweiterung weichen müssten, könnte man wieder an der Stelle der geplanten Ausfahrt im Klosterweg unterbringen.
Wir sind sicher nicht die Verhinderer, wollen aber eine ortsplanerisch und verkehrstechnisch sinnvolle Planung erreichen. Und an dieser Stelle auch ein Lob an Herrn Krimmer, der mit seinem ersten Boardinghaus genau das gemacht hat. Warum es dieses Mal ein „Mammutbau + Tower“ sein muss, verstehen wir ehrlich gesagt nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Familie Punk
 
(weitere Lesermails zu diesem Thema)

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