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ORTSGESCHEHEN

Kommerzielle Nutzung ohne kommerziellen Ertrag?

Die anstehende Entscheidung über die zukünftige Gestaltung des Hollerner Sees hat der Gemeinderat erneut verweigert. Nach fast elf Jahren Debatte um die Notwendigkeit einer kommerziellen Nutzung am See ist dem Gemeinderat jetzt plötzlich aufgefallen, dass noch nie geklärt wurde, was überhaupt der kommerzielle Nutzen wäre. Und auch das aufwändige Plangutachten scheint dem Rathaus wider Erwarten nicht die Gestaltungsfreiräume zu ermöglichen, die man sich für immerhin über 80.000 Euro schaffen wollte.
Die Auseinandersetzung kreist seit den ersten Ideen für eine Therme 2007 um die Frage, ob diese kommerzielle Nutzung mithelfen müsse, den Unterhalt der gigantischen Erholungslandschaft zu finanzieren. Dabei wurde diese finanzielle Bilanz aber elf Jahre lang ohne Zahlen diskutiert. Nun ließ Bürgermeister Sebastian Thaler in einem Nebensatz anklingen, er habe in Gesprächen mit potentiellen Investoren "nicht den Eindruck gewinnen können, dass wir hier ausreichend positive Einnahmen generieren könnten".
Nun müsse eine Zahlengrundlage her, forderte der Gemeinderat jetzt. Thaler hätte die Grundsatzfrage einer Ansiedlung von Sauna und Caravan-Stellplatz vs. naturnahe Nutzung auch ohne diesen Zusatzaufwand für die Rathausverwaltung entscheidungsreif gefunden. "Haben wir nicht wichtigere Themen in der Gemeinde?", fragte er angesichts des Aufwands für derartige Kalkulationen, konnte sich aber nicht durchsetzen; das Gremium forderte Vergleichsberechnungen.
Auch die seit Jahren nicht hinterfragte Argumentation, dass sowohl Sauna als auch Caravan-Stellplatz einen Ganzjahresbetrieb eines See-Restaurants ünterstützen würden, gerät nun in Frage. Thaler berichtete, dass sowohl der potentielle Sauna- als auch der Parkplatzbetreiber jeweils eigene Lokale in ihre Anlagen integrieren würden, so dass es damit statt der Belebung eines See-Restaurants dann drei Gaststätten am See gäbe.
Einzig gegen die Stimme von Leon Eckert, der für eine sofortige Entscheidung gegen die als kommerziell geltende Nutzung plädierte, verständigte sich das Gremium einmütig auf eine Vertagung. Die Rathausverwaltung soll Kalkulationen für mögliche Erträge dieser Nutzungen einholen und ausrechnen.
Allerdings hatte es in der zweistündigen Debatte nicht wirklich so geklungen, als ob irgend jemand im Saal noch nicht in seiner Meinung festgelegt wäre und die Zahlen auch bräuchte. Die CSU plädierte eindeutig für die Sauna, weil "es uns ja nichts nutzt, wenn wir dort nur Wasser haben", wie ihr Sprecher Georg Bartl über die Zukunft des Hollerner Sees sagte.
Bei der FWG ließ Christoph Gürtner anklingen, dass angesichts der Größe des Sees "eine Vielfalt der Nutzungen durchaus machbar und möglich ist". Für die SPD artikulierte Anette Martin deutliche Bedenken an Sauna und Stellplatz, für die Grünen forderte Eckert "einen See für alle Menschen" und folglich nicht eine Sauna für obere Gehaltsklassen und für die "Bürger für Eching" wie auch die mittlerweile ausgetretene, fraktionslose Irena Hirschmann ist der Kampf für einen naturnahen Hollerner See ohnehin das Kerngeschäft.
 
(einige Anmerkungen hierzu)

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