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Lesermail zum Artikel: 'Keine weitere Verdichtung im Neubaugebiet'

"Manchmal frag ich mich, wofür ich gewählt worden bin", sagte Bürgermeister Thaler, so berichtet Klaus Bachhuber aus der Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses des Gemeinderats Ende März. Zum wiederholten Mal sei der Bürgermeister mit einem Neuerungsvorschlag “abgeblitzt”; diesmal ging es um Veränderungen des Bauvorhabens zwischen REWE und Bahn. Vorher ging es um den Bau des fünfstöckigen Hauses an der Oberen Hauptstraße, um den Rathausumbau.
Wir möchten Bürgermeister Thaler auf seine Frage antworten. Abgeblitzt ist der Bürgermeister (in der BPU-Sitzung 7:6) an der CSU und an den dieser folgenden Freien Wählern, die geschlossen gegen die neuen Vorstellungen stimmten, während die anderen Gruppierungen diese meist unterstützten. Abgeblitzt also an den Parteien, die bei der Bürgermeisterwahl 2016 entweder gar keinen Kandidaten angeboten haben (FWG) oder mit ihrem Kandidaten (CSU) sehr deutlich gescheitert sind. 
Worum ging es bei diesen Auseinandersetzungen, wofür hat sich Bürgermeister Thaler stark gemacht? Für die Beibehaltung des traditionellen Ortsbildes von Eching, gegen die Risiken, welche mit einem Umbau des 45 Jahre alten Rathauses verbunden sind (die horrende Kostensteigerung des Umbaus des Feuerwehrhauses in Eching ist da warnendes Beispiel), für eine optimale Nutzung gemeindeeigenen Grundes für den Bau von bezahlbaren Wohnungen. Das war auch das Thema der BPU-Sitzung.
Durch Thalers Planungsvorschlag hätten zusätzliche 15 Wohnungen und weitere zwei Eigenheimparzellen realisiert werden können. Bezahlbarer Wohnraum auf gemeindlichen Grundstücken, der von den Echinger Familien und Senioren dringend benötigt wird. Derzeit befinden sich rund 500 Interessenten auf der Vormerkliste für die Baugebiete in Eching und über 400 für Dietersheim.
Auch finanziell wäre Thalers Vorschlag für die Gemeinde ein Gewinn gewesen: Die Ausweisung zusätzlicher Bauflächen hätte im Verkauf über eine Million Euro mehr in die Gemeindekasse gespült. CSU und FWG haben aus Kostengründen in der gleichen Sitzung den Kauf einer Kehrmaschine abgelehnt, die der Bauhof offensichtlich dringend benötigt.  
Die Parteien CSU und FWG sprachen im Bauausschuss von einer drohenden „Ghettoisierung“. Oh je. Bei Grundstückspreisen von rund 700 EUR pro Quadratmeter und Wohnungspreisen von vermutlich nicht unter 4.500 EUR pro Quadratmeter bzw. einer entsprechenden Miete über 10 EUR pro Quadratmeter? Ghetto? Erweckt die Integration einiger Sozialwohnungen solche Befürchtungen?
Ziel des neuen Wohnbaugebiets an der Böhmerwaldstraße ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für alle Gesellschaftsschichten. Gewählt worden ist Sebastian Thaler von 3349 Echingerinnen und Echingern (62,1%) auch deswegen, weil er sich für die Schaffung bezahlbarer Wohnungen stark macht (in der Amtszeit seines Vorgängers von 1998 bis 2016 ist nicht eine Sozialwohnung gebaut worden), für eine harmonische Entwicklung des Ortes, für die Vermeidung und ggf. ein besseres Management von Risiken bei großen kommunalen Bauvorhaben. Allgemein: für neue Ideen, neuen Schwung.
Wenn die Wählerinnen und Wähler das alles nicht gewollt hätten, hätten sie ja wohl den CSU-Kandidaten gewählt, der im Wahlkampf in keiner Weise kund getan hat, dass und wie er gegenüber seinem Vorgänger etwas anders, Neues machen will. Haben sie aber nicht. Sicher auch viele Wählerinnen und Wähler nicht – bei 62% zu 38% ! -, die sonst FWG (oder CSU) wählen.
Natürlich muss sich ein während der Wahlperiode eines Gemeinderates gewählter Bürgermeister an die Beschlüsse des Gemeinderates halten. Wenn diese Beschlüsse aber so umstritten und so knapp ausgefallen sind, wie sie es waren und sind, erwarten die Wählerinnen und Wähler wohl, dass der neu gewählte Bürgermeister mit seinem demokratischem Mandat die Möglichkeiten auch nutzt, die Dinge zum Besseren zu entwickeln.
Und sie können auch erwarten, dass sich Gemeinderäte, deren Gruppierungen bei der Bürgermeisterwahl keine Rolle gespielt haben oder deutlich unterlegen sind, Gedanken darüber machen, wie sie mit dem frischen, sehr klaren Wählerwillen umgehen. Dagegen halten, als ob die Bevölkerung nicht gezeigt hätte, wohin die Reise nach ihrer Meinung gehen soll, mag rechtlich unangreifbar sein, den Wählerinnen und Wählern gegenüber ist es borniert.
Und persönlich weckt dieses Verhalten den Eindruck, als ob hier im Schutz des Gemeinderates noch etwas gerettet werden soll, was von den Bürgern gerade abgewählt wurde: ein dumpfes “weiter so”! 
Wir als Wählerinnen und Wähler sollten sehr aufmerksam beobachten und darüber diskutieren, was im Rathaus geschieht und wer welche Ideen und Interessen verfolgt. Wir werden ja in drei Jahren wieder zur Wahlurne gebeten. 
Barbara und Dr. Werner Schefold
 
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