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ORTSGESCHEHEN

Autobahnlärm wird künftig 'geschluckt'

Autobahnlärm wird künftig

Trotz zunehmenden Verkehrs auf der Autobahn A92 und trotz des anstehenden Ausbaus der Fahrbahn von vier auf sechs Spuren werde die Lärmbelastung für die Anlieger abnehmen, verspricht die Autobahndirektion. Die Prophezeiung gründet darauf, dass mit dem Ausbau auch ein umfassendes Arsenal an Lärmschutzmaßnahmen eingerichtet wird, vor allem ein lärmdämmender Straßenbelag.
Bei einer Informationsveranstaltung am Montag im Unterschleißheimer Bürgerhaus versprach Jochen Eid, der zuständige Sachgebietsleiter bei der Autobahnbehörde, eine "dramatische Verbesserung der Lärmsituation". Im gerade laufenden Genehmigungsverfahrens hat die Autobahnbehörde für jede Etage jedes Hauses in einem relevanten Umkreis Lärmberechnungen durchgeführt. Bis auf ein Anwesen in Eching und weitere drei in Unterschleißheim, die nicht im Siedlungsgebiet liegen, sondern auf freier Flur, könnten für lückenlos alle Häuser und Quartiere erlaubte Lärmwerte nachgewiesen werden.
Ziemlich ratlos blieben bei der Veranstaltung allerdings ein paar Besucher aus Deutenhausen. Für die drei Echinger Gemeindeteile nördlich der Autobahn, Günzenhausen, Otteburg und Deutenhausen, gibt es keine Lärmberechnungen. Die Orte lägen außerhalb relevanter Distanzen zum Bauvorhaben, hieß es dazu aus der Behörde. Schon bei deutlich näheren Abständen seien alle vorgeschriebenen Werte eingehalten, so dass ein weiterer Ausgriff nicht notwendig sei.
Auch das Argument des Höhenzugs, von dem aus die drei Orte auf die Autobahn runterschauen können, zog nicht. Derartige Topografien seien in den Berechnungen mit unterschiedlichen Geländemodellen durchaus zugrunde gelegt. Die Anlieger speziell in Deutenhausen klagen zwar bereits jetzt über Autobahnlärm, aber eine rechnerische Grundlage dafür gibt es im Verfahren nicht.
Kernstück der Pläne ist der Einsatz von lärmminderndem Asphalt auf fast der kompletten Ausbaustrecke bis kurz vor dem Kreuz Neufahrn. Der Belag soll identische Wirkung erzielen wie der vor Jahren zwischen Eching und Garching auf der A9 verlegte "Flüsterasphalt". Eid versprach "eine ganz, ganz erhebliche Wirkung" durch diesen Belag. Und der verhindere auch eine Ausbreitung an die Hangkante, da er den Lärm schon bei der Erzeugung am Boden dimmt.
Die Lärmminderung durch den Belag um fünf dB(A) als Berechnungsgrundlage der Lärmemission werde von der Autobahnbehörde auch dauerhaft garantiert, hieß es. Der schnell verschleißende Belag dämme anfangs noch deutlich stärker. Sobald seine Wirkung auf unter fünf dB(A) sinke, werde er ausgetauscht.
Zwischen dem Dreieck Feldmoching und dem Kreuz Neufahrn wird die Autobahn auf zwölf Kilometer Länge sechsspurig, dazu werden die beiden Anschlusstellen auf der Strecke, Ober- und Unterschleißheim, zu gigantischen Verkehrsknoten ausgebaut. Die Fahrbahnbreite von elf Metern je Richtung wird auf 14,5 Meter erweitert.
In der Summe werden für die Baumaßnahme 31 Hektar Landschaft neu versiegelt. Neben unmittelbar straßenbegleitenden landschaftspflegerischen Maßnahmen wird der Löwenanteil der ökologisch notwendigen Ausgleichsmaßnahmen über das staatliche Ökokonto andernorts abgewickelt. Konkret heißt das, dass entlang von Ober-, Unterschleißheim und Eching 31.000 Quadratmeter zubetoniert werden und in Krailing Flächen naturschutzfachlich aufgewertet werden.
Die Prognosezahlen erwarten für 2030 eine tägliche Belastung auf der A92 von bis zu 100.000 Fahrzeugen. Im gerade laufenden Genehmigungsverfahren können noch bis 6. April bei der Bezirksregierung oder im Rathaus Einwände abgegeben werden. Der Gemeinderat wird bei seiner nächsten Sitzung die amtlichen Anregungen und Einwendungen zu dem Projekt verabschieden.

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