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ORTSGESCHEHEN

Unheilvolle Mischung

Nach so vielen Zeitvernichtungsorgien mit Debatten um der Lautwiedergabe willen zuletzt im Gemeinderat war die Auseinandersetzung um die Kaufpreisermäßigung im Wohnbaumodell ein wohltuendes Stück lokaler Demokratie und Willensbildung.
Bei solchen Entscheidungen ist auch respektvoll der Hut zu ziehen vor den 24 ehrenamtlichen Gemeinderäten, dass sie sich der Verantwortung für derart weitreichende Entscheidungen stellen, die ja nun wirklich knifflig sind. Pauschal hatte jeder Wortbeitrag Recht und Berechtigung; man kann die Materie mit allem Fug und Recht so und so sehen und ganz anders auch noch.

In der Sache freilich eine Anmerkung: Dass Raumnot und die Dutzenden Bauwünsche jetzt so eskalieren, ist nicht nur ein Zeitphänomen. Es rächt sich, dass die Gemeinde im Wohnungbau seit rund 30 Jahren und in der Baulandausweisung seit fast 20 Jahren weitgehend untätig war. Jetzt kommen ein allgemeiner Wachstumsschub der Region, eine historisch völlig exorbitante Preisexplosion und der hausgemachte Entwicklungsstau in Eching zu einer ziemlich unheilvollen Mischung zusammen.

Dass die Gemeinde ihr Wohnbaumodell auflegt und so dem Preiswahn die Spitze nimmt, ist löblich. Kern der Debatte und des Problems andererseits: Selbst der immense Aufwand von acht Millionen Euro plus x, mit denen das Rathaus nun faktisch die Eigenheime von 80 Familien sponsert, hilft denen nur bedingt weiter.
Wer maximal 330.000 Euro besitzen darf, um sich für ein Grundstück mit 300 Quadratmetern zu bewerben, das inclusive Erschließung dann 270.000 kosten wird - für den wird es knapp, auf das Grundstück bei den aktuellen Preisen dann auch noch ein Haus zu bauen...

Hier wären vor den Bauplanungs- und Förderprozessen grundlegendere Gedanken vielleicht nicht schlecht gewesen. Ist es im Münchner Umland des Jahres 2018 wirklich angesagt, massenweise Doppel- und Reihenhäuschen auf die grüne Wiese zu pflanzen? Sind ein paar Alibi-Wohnungen im Lärmschutzriegel entlang der Bahn und im Obergeschoss des Kindergartens tatsächlich der neueste Stand moderner Ortsplanung?
Einst war Eching für innovative Bauleitplanung berühmt; die Bewohner von "Schachterlhausen" beispielsweise leben bis heute nicht schlecht in ihrem Quartier. An den drei aktuellen Neubaugebieten ist der aufregendste Ansatz die hundert Meter rotes Gehwegpflaster in Dietersheim.

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