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Der Buchtipp: „Es wird keine Helden geben“

Der Buchtipp: „Es wird keine Helden geben“

Der Buchtipp für den März 2014 vom 'Echinger Bücherladen', diesmal von Kundin Sandra Schichtl (18):

Anna Seidl: „Es wird keine Helden geben“
Oetinger Verlag. 14,95 €

Miriam ist 15, glücklich verliebt, beliebt und genießt ihr Leben in vollen Zügen, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, was die Zukunft bringen könnte. Doch dies ändert sich schlagartig und brutal, so dass von ihrem bisherigen Leben nichts weiter als ein paar Scherben übrig bleiben.
Es geschieht an einem ganz normalen Tag, nichts deutet auf eine Tragödie hin, als sich Miriam mit einer Freundin auf dem Weg zum Sekretariat befindet. Doch dann hören sie es: Ein Schuss. Dann noch einer. Wie alle anderen auch ist Miriam verwirrt, verängstigt und tut das einzig Mögliche: Sie versucht sich zu verstecken.
Miriam wird überleben, doch verliert sie fast alles, was sie bis dahin ausgemacht hat. Damit beginnt die Geschichte einer Heldin, die eigentlich gar keine Heldin ist.
Für mich ist „Es wird keine Helden geben“ von Anna Seidl ein Buch, das man in Zukunft bei der Behandlung des Themas „Amoklauf“ nicht mehr missen sollte. Es ist endlich einmal ein Werk, das sich weniger mit dem Täter, sondern vielmehr mit den Opfern dieser Tat befasst, es zeigt die intensive Auseinandersetzung mit den Folgen für die Überlebenden, mit Schuld und Trauer, schonungslos aus der Sicht eines jungen Mädchens erzählt, die ihr früheres, ihr kindlich naives Ich verloren hat.
Nun steht sie vor einem Scherbenhaufen und vor Fragen, bei denen sie die Antwort fürchtet. Wie soll sie weiterleben, wenn doch Freunde von ihr tot sind? Wie soll sie ihre Trauer verarbeiten, darf sie das überhaupt, oder wäre das Verrat an den Toten? Und wieviel Schuld trägt sie selbst an dem Unglück?
Bei der Beantwortung dieser Fragen erlangt der Leser einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt Miriams, die mit sich selbst kämpft, um einen neuen Platz im Leben zu finden. Dabei spielt auch ihre Clique von Freundinnen und ihre Familie eine Rolle.
Leider wurden deren Charaktere nur sehr oberflächlich beschrieben, so dass man hier kaum einen Zugang findet. Dafür ist Miriams Gedankenwelt umso überwältigender, sie reißt einen mit in ihrer Entwicklung, die allerdings manchmal ein wenig zu viel des Guten aufweist. So gibt es jede Menge Lebensweisheiten, die für eine Fünfzehnjährige schon erstaunlich sind, und auch die Schnelligkeit ihrer Trauerbewältigung gegen Ende war, sagen wir, beachtlich.
Auch mit diesen kleinen Mängeln hat mich das Buch trotzdem stark berührt. Denn Mobbing ist etwas, das wohl jeder schon einmal hautnah miterlebt hat, ob nun in der Rolle des Täters, der des Opfers oder einfach als Zuschauer.
Insgesamt kann ich dieses Buch also an alle, egal ob Jugendliche oder Erwachsene, weiterempfehlen. Es ist ein absolut gelungener Debütroman der damals erst sechzehnjährigen Anna Seidl über Trauer, Freundschaft, Verlust, Liebe, Zuversicht und nicht zuletzt Verzeihen, sich selbst und anderen.

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