Lesermail zum Artikel „Kampfabstimmung um 4000 Euro für’s Kindersportfest“

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein altes Sprichwort sagt: „Besser spät als nie.“ Durch das vergangene lange Wochenende habe ich es jetzt geschafft, ein paar Gedanken zu dem Thema „Kampfabstimmung um 4000 Euro für’s Kindersportfest“ zu sammeln und möchte diese jetzt mit ihnen teilen, da aus meiner Sicht hier Herr Bachhuber einige wichtige Aspekte aus der Gemeinderatsdebatte schlichtweg vergessen hat.
In der bisherigen Diskussion wurde ja immer wieder die Antragssumme von 4000 € genommen und je nach Vergleich als lächerlich gering oder als sehr hoch eingeordnet. Dabei glaube ich, dass für die meisten Gemeinderäte diese Summe nicht das entscheidende Kriterium war. Zumindest in der Fraktionssitzung der Freien Wähler war sie nur von untergeordneter Bedeutung. In Gemeinderat und Hauptausschuss wurde schon über höhere Summen für Vereine deutlich weniger gestritten.
Vielmehr war es der Verwendungszweck, an welchem sich die Diskussion entzündete. Denn wenn es um die Förderung der örtlichen Vereine geht, ist deren Gleichbehandlung quasi der heilige Gral. Entsprechend war man in der Vergangenheit bedacht darauf, möglichst gleiche Kriterien für die verschiedenen Vereine anzulegen (z.B. 40 % Investitionskostenzuschuss, Förderung von Trainingsmöglichkeiten, usw.). Eine direkte Förderung eines Vereinsfestes gab es dabei in dieser Form bisher noch nicht.
Dies soll nicht heißen, dass das gemeinsame Sportfest von SC und TSV nicht grundsätzlich eine Förderung von 4000 € verdienen würde. Aber wie dann mit anderen Vereinsfesten verfahren, insbesondere wenn diese dann auch noch durch Bewirtung oder Sponsoring Gewinne generieren? Wenn diese nicht Kinder und Jugendliche im Fokus haben? Ebenfalls fördern, oder nicht? Und wenn ja, wie hoch?
Um einen solchen gordischen Knoten zu umgehen, haben die Freien Wähler eine alternative Möglichkeit vorgeschlagen, mit der wir auch bereits in der Kommune Erfahrung haben. Wir wollten für das Sportfest einen Defizitausgleich über 4000 € anbieten. Damit hätten die beiden Vereine bei dem von ihnen erwarteten Defizit exakt die gleiche Förderung erhalten. Für andere Vereinsfeste, die auf eine Förderung aufgrund von eigenen Einnahmen nicht angewiesen sind, käme ein solcher Ausgleich nicht in Frage. Und aufgrund einer vergleichbaren Anwendung beim Kartoffelfest und beim Burschenjubiläum wäre auch kein Präzedenzfall geschaffen. Auch Teile der CSU schienen sich mit einem solchen Vorschlag anfreunden zu können.
Doch Bürgermeister Thaler kommentierte den Vorschlag damit, dass er „keine Lust“ hätte, die Beschlussvorlage zu ändern. Stattdessen verwies er lieber darauf, wie „unverschämt“ er die grundsätzliche Diskussion über den Förderantrag empfand.
Wie Sie sehen, haben sich die Freien Wähler durchaus Gedanken zu dem Thema gemacht. Auch wenn diese nicht immer den Weg in die mediale Aufarbeitung finden.

Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Gürtner (GR/FW)

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