Archivar löst Archivpfleger ab

Mit dem Umzug des Rathauses gibt der langjährige Archivpfleger Günter Lammel das Amt ab; erstmals erhält die Gemeinde mit Johannes Haidn (Bild) nun einen angestellten Archivar. Eine zentrale Aufgabe des neuen Archivars, der im Organigramm des Rathauses auch für Heimatpflege zuständig ist, soll die Vorbereitung einer 1250-Jahr-Feier der Gemeinde 2023 sein.

Heimatforscher Georg Kollmannsberger hatte im Keller des Rathauses ein Archiv für Eching, das 1980 formal eröffnet wurde. 2005 zog er sich zurück und Günter Lammel übernahm. „Aus Freude“, wie er sagt, betreute er seither die Archivpflege, „aus der Verwurzelung in Eching heraus“.

16 Jahre hat er nun das Archiv betreut, war nahezu täglich im Rathauskeller, hat Material geordnet und gesichtet und Anfragen aus dem Haus, von Zeitungen, Schulen oder Behörden beantwortet. Den Umzug des Rathauses hatte der 74jährige als idealen Zeitpunkt anvisiert, die Aufgabe abzugeben.

Eine daraufhin ins Auge gefasste gemeinsame Anstellung eines Archivars für Eching, Neufahrn und Hallbergmoos zerschlug sich, Eching klinkte sich aus dem Projekt aus. So musste Lammel 2018 noch den Umzug in die Baustellen-Dependance mitmachen und das Archiv im Keller des angemieteten Ausweichgebäudes einrichten.

Hunderte Kartons zu packen, war nun die erste Aufgabe von Johannes Haidn an seinem neuen Arbeitsplatz. Der 54jährige gebürtige Pasinger arbeitete als Beamter im Mittleren Verwaltungsdienst zehn Jahre in einer Kommunalverwaltung, ehe er wegen der ausgereizten Aufstiegschancen das Abitur nachholte und ein Studium in Geschichte und Archäologie dranhängt. Auch Archivwesen gehörte zum Studiengang.

Nach einem Praktikum beim Fürstenfeldbrucker Stadtarchiv betreute Haidn ein Jahr das Klosterarchiv von Gars und wechselte dann als Archivar an die Pfarrei St. Peter in München. 13 Jahre arbeitete er dort, ehe das eigenständige Archiv nun aufgelöst und ins Diözesanmuseum eingegliedert wurde.

Mit der Einordnung des Archivmaterials ins neue Rathaus will Haidn „die Sortierung etwas verfeinern“. In der Aufbewahrung von Akten oder Dokumenten könnten nun „neueste Standards“ genutzt werden.

Zudem will der Neue einen „groben Überblick“ über das Archiv, seine Bestände und seine Ordnung, online aufbereiten, um Interessenten den Einstieg zu erleichtern. Auch besondere Stücke sollen digitalisiert werden.

Lammel hat diese Entwicklung als nächsten Schritt erhofft: „Was für Kollmannsberger die Schreibmaschine war, zunächst mechanisch, später sogar elektrisch, für mich der PC und der Drucker, wird für den neuen Archivar vermutlich der Scanner und der Server auf dem Weg zum digitalen Archiv.“

Die thematische Aufbereitung von Ausstellungen für das Heimatmuseum oder das Waaghäuslfest will Lammel fortsetzen, dazu möchte er viel mit Radl und Fotoapparat unterwegs sein. Haidn, der mit seiner Familie in Bopfingen lebt, hat vorerst immer Montag bis Donnerstag von 9 bis 15 Archivdienst.

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