Koste es, was es wolle

Erwartungsgemäß ist der gerade gestartete Neubau des Günzenhausener Feuerwehrhauses in die Explosion der Baupreise geraten. Momentaner Kostenhorizont suind nun mindestens fünf Millionen Euro. Irgendwann mal in der langen Planungsphase sollte das Projekt auf 1,8 Millionen Euro gedeckelt werden, die Kostenfreigabe vor Jahresfrist umfasste 3,85 Millionen Euro.

Mit 7:3 Stimmen entschied der Bauausschuss des Gemeinderats, die Maßnahme jetzt dennoch durchzuziehen. So wurden nach den bereits um 15 Prozent verteuerten Tiefbauarbeiten jetzt auch die Baumeisterarbeiten vergeben.

Der Auftrag beläuft sich auf gut 750.000 Euro. Noch vor einem Jahr waren dafür 470.000 Euro kalkuliert gewesen, bei einer Grundsatzdebatte erst im Juli auch noch erst 570.000 Euro.

Nun hat sich überhaupt nur ein Betrieb um die Arbeiten beworben, die Firma, die auch bereits das Rathaus gebaut hat. Die Option, neu auszuschreiben, was angesichts der Summe möglich gewesen wäre, wurde als wenig erfolgversprechend gesehen. „Es ist zu vermuten, dass die Baukosten weiter steigen werden“, heißt es aus dem Gemeindebauamt dazu.

Es gebe jetzt keine keine Alternative mehr, sagte CSU-Sprecher Georg Bartl, weitere inhaltliche Einsparungen seien nicht möglich. Bernhard Wallner (CSU), Vorsitzender des Günzenhausener Feuerwehrvereins, appellierte, die Feuerwehr jetzt nicht erneut hängen zu lassen.

Bürgermeister Sebastian Thaler sagte, er wolle die Kostensteigerung im Sinne einer Gesamtschau der finanziellen Anforderungen nicht verantworten. Rathaus und Tennishalle, die beiden jüngsten Großprojekte, habe man stets mit den genehmigten Mitteln hinbekommen, bei der momentanen Situation aber könne das Feuerwehrhaus „völlig aus dem Ruder laufen“. Axel Reiß (Grüne) mahnte, angesichts weiter zu erwartender Steigerungen stelle man mit dem Beschluss, weiterzumachen, „einen Blankoscheck aus“.

4 Lesermails

  1. Wer zur spät kommt, den bestraft das Leben

    Dass das seit vielen Jahren geplante und im Gegensatz zur Tennishalle ewig nicht umgesetzte Feuerwehrhaus in Günzenhausen nun fast 5 Millionen Euro kosten wird, sollte einen nicht verwundern. Dass Baukosten über die Jahre steigen, ist ein altbekanntes Phänomen und auch bei anderen Projekten, die mit ähnlicher Zielstrebigkeit betrieben werden wie das Feuerwehrhaus, etwa einer Ortsumgehung von Dietersheim, einer Modernisierung der Gemeindehomepage oder anderer Dinge sind Kostensteigerungen zu erwarten.

    Auffällig ist, dass eben die „unliebsamen Projekte“, also die, welche nichts mit Tennis, den persönlichen Interessen des Bürgermeisters oder dem Kulturverein zu tun haben, systematisch verschleppt werden, um diese dann aufgrund von Kostensteigerungen ablehnen zu können. Oder man beauftragt den 2. Bürgermeister mit deren Umsetzung, kann man dann doch sichergehen, dass ohnehin nichts draus wird.

    Keineswegs erstaunlich sind die im Freisinger Merkur berichteten Äußerungen unserer Volksvertreter Hahner, Wutz und Reiß, den Papageien Thalers. Dass Herr Reiß Probleme mit dem Ausstellen von Blankoschecks hat, ist nun aber neu. Er und seine Spießgesellen haben doch mit der Kostenübernahmeerklärung zu den Prozesskosten Thalers nichts anderes gemacht.

    Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, wer Baugebiete zu spät ausweist, bekommt die Grundstücke dann nicht mehr los. Alles wird teurer und wird aus Kostengründen dann nicht realisiert.

    Zur Not kann man aber dann auch die Kindergartengebühren erhöhen, zur Finanzierung weiterer Mosaikstelen, Stricherlpferde oder Fotos unseres wie ein Verrückter arbeitenden Bürgermeisters mit goldenen Friedenstauben.

    Annette und Dr. Andreas Erb

    1. So viel Frust. Ja – gar Hass, der da mitschwingt. Ich wäre sofort bereit, Ihnen zu helfen! Oder Sie gehen einfach mal spazieren, irgendwo, wo es schön ist. Oder entsinnen sich unserer christlichen Tradition: Fehlbarkeit, Verzeihen, sanft und gutmütig sein.

      Liebe Grüße
      Peter Maier

      1. Werter Herr Maier,

        da Sie keine Anrede verwendet haben („Sehr geehrte/r Frau/Herr…“) gehe ich davon aus, dass Sie das Ehepaar Erb meinten.

        Es mag ja sein, dass es Ihnen vollkommen egal ist, ob und in welchem Umfang der Gemeindehaushalt (= Steuergelder) verplempert oder gar missbraucht wird. Mir jedenfalls ist es nicht egal und deshalb schließe ich mich dem Erb´schen Leserbrief vollinhaltlich an (zugegeben: das Wort „Spießgesellen“ hätte ich nicht verwendet).

        Übrigens: Wenn Sie helfen wollen, können Sie Herrn Thaler bei der nächsten Bürgerversammlung gerne zur Rede stellen. Einen Hobby-Psychotherapeuten hat das Ehepaar Erb sicherlich nicht nötig. Und Ihr Hinweis auf christliche Traditionen ist in diesem Zusammenhang entbehrlich.

  2. Hochinteressant, Axel Reiß (Grüne) weiß, was ein „Blankoscheck“ ist. Diesen will er nicht für die Allgemeinheit (Günzenhausener Feuerwehrhaus) ausstellen. Allerdings für die privaten Kosten des Bürgermeisters hat er einen solchen im Gemeinderat ausgestellt bzw. zugestimmt.

    Koste es, was es wolle, dies hat der BM ganz alleine zu verantworten, mit seinem Zaudern und falschen Beschlüssen (100 % Erbpacht) hinterläßt er einen ungeheueren Schaden, sowohl bei der Allgemeinheit (Steuerzahler) wie auch bei den Bauwilligen des Echinger Modells.

    So kann man auch in die Geschichte Echings eingehen. Ich hoffe ja immer noch, dass dieser Spuk bald beendet wird.

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