Kunst am Huberwirt

Werke Echinger Künstler verschönern nun den leer stehenden Huberwirt. Das KulturForum hat eine Aktion umgesetzt, um „den behördlich auferlegten Stillstand zu beleben und das Gebäude in der Mitte unseres Ortes zu nutzen als Projektionsfläche für Reproduktionen vielfältiger Art“, so eine Mitteilung des Vereins.

Dazu wurden Fenster der ehemaligen Gaststätte im Gemeindebesitz vom Gemeindebauhof vernagelt und dann mit Kunstdrucken bestückt. Gezeigt sind Werke von Björn Bauer, Alina Braun, Daria Lepkova, Anna Clara Linsel und Mona Tenorth. Dazu sind im ehemaligen Foyer zwei Originalgemälde von Björn Bauer und Rudi Grosch durch die Eingangstüren zu sehen.

So werde „der alte Huberwirt zu einem weiteren Ort für Kunst in Eching und Kunst aus Eching“!“, sagte KulturForums-Vorsitzende Sybille Schmidtchen bei der Eröffnung am Samstag. Man habe „unserem im Wartezustand befindlichen Huberwirt eine neue Aura gegeben“.

Bei der Eröffnung: (v. li.) Rudi Grosch, Mona Tenorth, Daria Lepkova, Sybille Schmidtchen, Bürgermeister Sebastian Thaler und Alina Braun.

4 Lesermails

  1. Niedergang und Schönfärberei in einer Gemeinde

    Leerstehende Gebäude mit vernagelten Fenstern in Ortsmitte sind seit jeher Zeichen des Niedergangs und des Zerfalls von Städten und Gemeinden. Beispiele findet man genügend in den östlichen Bundesländern, aber auch in zahlreichen Kommunen im Westen. Viele von diesen haben mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, teilweise durch den Wegfall von Schlüsselunternehmen und Industrien.

    Eching gehört nicht zu diesen Gemeinden, welche durch Strukturreform und Wegzug von Industrien in Schwierigkeiten geraten sind. Größere Industrie ist gar nicht vorhanden und die Gewerbestruktur ist vielfältig.

    Trotzdem haben wir im Ortskern ein großes leerstehendes Gebäude, welches keinerlei Nutzung hat, und es gibt auch kein ernstzunehmendes Konzept für eine Nutzung. Etwaige Ideen für die Nutzung werden aufgrund von Brandschutzargumenten verhindert, aber auch ein Sanierungskonzept fehlt. Neben dem Kaufpreis von etwa 5 Millionen Euro fallen jährlich Bauunterhaltskosten in unbekannter Höhe an.

    Nun wurden also von der selbsternannten Kuratorin der Gemeinde Eching die Fensterhöhlungen des ehemaligen Huberwirts vernagelt und mit Kunstdrucken gefüllt – um, wie sie sagt, „den alten Huberwirt zu einem weiteren Ort für Kunst in Eching und Kunst aus Eching zu machen und ihm eine neue Aura zu geben“.

    Werte Frau Dr. Schmidtchen, mit dem Anbringen von Kunstdrucken in den vorher unauffälligen Fensterlaibungen weisen Sie ausdrücklich auf den Leerstand hin. Eine Verschönerung ist dies nicht, passt aber bestens zum durch die Abholzung der Bäume und die vermüllte Tauschhütte verunstalteten Stachus.

    Die Verschwendung von Steuergeldern für dieses unmotiviert gekaufte Gebäude ohne Nutzungsplan ist in Zeiten finanzieller Knappheit und Wohnungsnot völlig unverständlich und eine weitere der Thalerschen Fehlleistungen.

    Ihre Aktion, welche wohl zur Stimmungsmache für die SPD und den vorbestraften Bürgermeister dienen sollte, ist recht durchsichtig und mit der kommenden Kommunal- und Bürgermeisterwahl zu verstehen. Anstatt sich von dem vorbestraften Bürgermeister zu distanzieren, halten Sie immer noch sein Fähnlein hoch. Es wird interessant werden, welchen Kandidaten die SPD und die „Bunten“ bei der Bürgermeisterwahl wohl unterstützen.

    Herrn Langenstücks Leserbrief enthielt keinerlei Hetze gegen das Echinger KFA, insofern gibt es da nichts, was Sie sich verbitten könnten.

    Annette und Dr. Andreas Erb

  2. M. E. beschämend, dass ein 2020 von der Gemeinde Eching für über 5 Mio. € gekauftes ehemaliges Hotel jetzt als Fassade für ein paar Kunstwerke dient. Über die Kunstwerke selbst will ich nicht urteilen.

    Dass ausgerechnet (Noch-)Bürgermeister Sebastian Thaler sich bei der Präsentation der Kunstwerke mit ablichten lässt, kann man getrost unter der Rubrik „Realsatire“ abhaken.

    Zur Erinnerung: Erst nach dem Kauf der Immobilie (nach mehrheitlichem Gemeinderatsbeschluss im Jahr 2020) wurde von einem Gutachter 2021 festgestellt, dass dort offensichtlich erhebliche Brandschutzmängel vorhanden sind, die dazu führten, eine weitere Nutzung des Gebäudes (z. B. als Verwaltungs- oder VHS-Gebäude oder als Unterkunft für Obdachlose oder Kriegsflüchtlinge) bis auf Weiteres unmöglich zu machen (die lokalen Medien berichteten seinerzeit darüber).

    Zum Vergleich: Welcher halbwegs vernünftige Mensch kauft einen Gebrauchtwagen, ohne den technischen Zustand des Fahrzeugs vorher zu kennen? Andernfalls kauft man „die Katze im Sack“.

    Fazit: Die jetzt am „Huberwirt“ außen angebrachten Kunstwerke sind zwar dekorativ, aber eher ein Armutszeugnis für unsere Gemeinde. Man kann öffentliche Stellflächen für derartige Kunstwerke auch für deutlich weniger als 5 Mio. € käuflich erwerben. Da helfen jetzt auch keine „schlauen“ Sprüche der KulturForums-Vorsitzenden Dr. Sybille Schmidtchen.

    Ich gehe fest davon aus, dass bei dieser Kunstaktion am ehemaligen „Huberwirt“ die „Glaser Galerie“ (Geschäftsführer: Thalers Schwager Frederic Glaser) nicht erneut finanziell beteiligt war (zur Erinnerung: https://echinger-zeitung.de/2021/11/15/gemeinde-auftraege-fuer-den-schwager).

    1. Ich verbitte mir im Namen des KFE hetzerische Spekulationen über die Finanzierung des Projekts Kunst in Eching – hier Kunst am Huberwirt.

      Wir danken der Gemeinde für die Zustimmung und dem Bauhof für die Unterstützung dieser Aktion, die aber ganz allein von den Mitgliedern des KulturForums geplant, durchgeführt und sowohl bezüglich Material- als auch Arbeitskosten aus den Mitteln des Vereins bestritten wird.

  3. Ok, „behördlich auferlegter Stillstand“ für den Hotelbetrieb. Die Gemeinde hatte aber wohl nie vor, ein Hotel zu betreiben, oder?

    Was sollte da noch rein? Das war doch, ähm, ich weiß nicht, ich komme einfach nicht drauf. Irgendwie ist in meinem Kopf, dass das aus der Hüfte geschossen gekauft wurde, weil…

    Ich hatte zwar nie den Eindruck, dass die Fassade nicht gut aussieht, ich finde aber auch, dass die Kunstwerke durchaus gut aussehen. Wie cool könnte das sein, die auf Glas zu bringen und dann, wenn es eine Nutzung gibt, diese als Fenster zu behalten, das könnte z. B. auf ein tolles Kulturzentrum hindeuten.

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