Die Post hat, wie angekündigt, am Mittwoch ihre Filiale im Rewe dicht gemacht. In den nächsten Wochen solle ein vorübergehender Container auf dem Rewe-Parkplatz an der Schlesierstraße Post und DHL beherbergen, versprach der Konzern.
In einer Mitteilung heißt es, es sei das „Ziel, im November wieder eine dauerhafte Filiale in Eching einzurichten“. Bürgermeister Sebastian Thaler nannte die Schließung „einen herben Rückschlag in der wohnortnahen Grundversorgung“. Er habe der Deutschen Post und DHL Unterstützung bei der Standortsuche angeboten.
Ein Sprecher der Post versicherte, man „arbeite mit Hochdruck und im engen Dialog mit der Gemeinde daran, in Eching wieder mit einer Partnerfiliale präsent zu sein“. In der Stellungnahme teilen Post und DHL in schönster Businessdiktion mit, sie würden „seit vielen Jahren konsequent in den bedarfsgerechten Ausbau ihres stationären Netzes investieren, um die Kundennähe und Kundenzufriedenheit weiter zu erhöhen“.
Echinger Kunden könnten die Post nutzen an der Hauptstraße 23 in Haimhausen oder am Parkring 37 in Garching. Am Rathausplatz 13 in Unterschleißheim befinde sich eine Postbankfiliale. Zudem stehen den
Echingern DHL-Paketshops an der Goethestraße 2, der Dieselstraße 35 und der Liebigstraße 4 zur Verfügung. „Das Unternehmen hält weiterhin an einer kundennahen Versorgung der Bürgerinnen
und Bürger fest“, kommentiert die Post das.
Man kann jetzt natürlich auf die beiden Unternehmen losgehen, die seit Jahren genug Angriffsfläche bieten. Die Zustellung von Briefen ist in manchen Ortsteilen nicht mehr akzeptabel (Briefe werden falsch eingeworfen oder kommen sehr spät).
Rewe hat wohl den Bedarf gesehen, an der Stelle der Post jetzt Hebebühnen zu parken, damit das Dach abgedichtet werden kann und der Bereich bei den Fenstern von Spinnweben und Staub befreit wird.
Es wäre aber ungerecht, Versäumnisse bei der gesetzlichen Verpflichtung einer neuen Filiale ab dem 1. August zu unterstellen. Es gibt nur wenige geeignete Räumlichkeiten und die hätten dann zwischen Mai und Juli frei werden müssen.
Hier macht sich eine verfehlte Gemeindepolitik deutlich, die, getrieben von bundesweiten Vorgaben, sozialen Verpflichtungen Vorrang gibt, wirtschaftlichen Maßnahmen und Interessen lieber einen Dämpfer verpasst. Man greift dann immer zum Argument der Flächenversiegelung, wodurch innerorts mehr und mehr Probleme entstehen. Moderne Büro- und Praxisflächen sind Mangelware. Gebäude mit einer einfachen Anlieferung, z. B. für eine Postfiliale, kann man an einer Hand abzählen.
Keine Frage, dass man Wohngebiete, Kindergärten und soziale Einrichtungen benötigt. Die finanziellen Mittel müssen aber vorhanden sein und kommen nicht allein über die Einkommenssteuer der Bürger.
Die Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer 2023 zeigen, wo der Trend hingehen wird, falls man hier in der Zukunft nicht gegensteuert. Das Potential für eine starke Wirtschaft ist immer noch vorhanden, man muss den Firmen aber den Platz geben, um sich zu vergrößern oder an- bzw. umzusiedeln. Dann werden auch mittelfristig diverse Versorgungslücken im Ort geschlossen werden können, um Pendelverkehr zu reduzieren.
Der Geldautomat der Postbank ist schon länger nicht mehr da. Dadurch entstand für alle Kunden der Cash-Group-Banken ein Problem. Die Gebühren der Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind unverhältnismäßig.
Nicht nur die Post ist weg, auch der Briefkasten wurde bei Rewe entfernt. Ich glaube, das schadet der Post enorm.
Ich werde kein Paket mehr mit DHL schicken. Gottseidank gibt es genügend Konkurrenz.
Auch nicht zugestellte Post werde ich nicht mehr abholen, soll die Post an Absender zurück schicken. Auch die Postzustellung klappt immer schlechter.
bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/wirtschaft/detailansicht-wirtschaft/artikel/in-23-orten-bayerns-fehlt-eine-vorgeschriebene-postfiliale.html#topPosition
Heißa, und jetzt sind´s 24 Postfilialen, die in Bayern fehlen! Gratulation, liebe Deutsche Post!
Gemäß Post- und Telekommunikationsgesetz ist die Post verpflichtet, bei Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern eine Postfiliale zu betreiben (Eching hat mit seinen angeschlossenen Ortsteilen ca. 15.000 Einwohner).
Bleiben mehrere Fragen:
1.) Wann wurde der Vertrag zwischen der Post und Rewe gekündigt?
2.) Warum ist die Post nicht ihrer gesetzlichen Pflicht nachgekommen, ab dem 1. August eine neue Postfiliale in Eching einzurichten?
3.) Seit wann wusste unsere Gemeindeverwaltung, dass der Vertrag zwischen der Post und Rewe gekündigt wurde?
4.) Hat sich Bürgermeister Thaler nach diesbezüglichem Erkenntnisgewinn sofort ins Zeug gelegt, damit eine möglichst reibungsfreie Nachfolgelösung gefunden wird?
Wenn nicht bald was passiert, müssen sich wahrscheinlich Verwaltungsgerichte mit diesem m. E. skandalösen Vorgang beschäftigen.
Ich wünsche den Echingerinnen und Echingern viel Spaß, zum DHL-Geldautomaten nach Haimhausen, Garching oder Unterschleißheim zu fahren, um dort Bargeld abheben oder einen eingeschriebenen Brief aufgeben zu können. (Ironie Off)
Ich bin 88 Jahre und war mit der Postfiliale in Eching sehr zufrieden.
Hoffentlich schafft unser Bürgermeister es, wieder eine Filiale in Eching zu schaffen.