Man kann jetzt natürlich auf die beiden Unternehmen losgehen, die seit Jahren genug Angriffsfläche bieten. Die Zustellung von Briefen ist in manchen Ortsteilen nicht mehr akzeptabel (Briefe werden falsch eingeworfen oder kommen sehr spät).
Rewe hat wohl den Bedarf gesehen, an der Stelle der Post jetzt Hebebühnen zu parken, damit das Dach abgedichtet werden kann und der Bereich bei den Fenstern von Spinnweben und Staub befreit wird.
Es wäre aber ungerecht, Versäumnisse bei der gesetzlichen Verpflichtung einer neuen Filiale ab dem 1. August zu unterstellen. Es gibt nur wenige geeignete Räumlichkeiten und die hätten dann zwischen Mai und Juli frei werden müssen.
Hier macht sich eine verfehlte Gemeindepolitik deutlich, die, getrieben von bundesweiten Vorgaben, sozialen Verpflichtungen Vorrang gibt, wirtschaftlichen Maßnahmen und Interessen lieber einen Dämpfer verpasst. Man greift dann immer zum Argument der Flächenversiegelung, wodurch innerorts mehr und mehr Probleme entstehen. Moderne Büro- und Praxisflächen sind Mangelware. Gebäude mit einer einfachen Anlieferung, z. B. für eine Postfiliale, kann man an einer Hand abzählen.
Keine Frage, dass man Wohngebiete, Kindergärten und soziale Einrichtungen benötigt. Die finanziellen Mittel müssen aber vorhanden sein und kommen nicht allein über die Einkommenssteuer der Bürger.
Die Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer 2023 zeigen, wo der Trend hingehen wird, falls man hier in der Zukunft nicht gegensteuert. Das Potential für eine starke Wirtschaft ist immer noch vorhanden, man muss den Firmen aber den Platz geben, um sich zu vergrößern oder an- bzw. umzusiedeln. Dann werden auch mittelfristig diverse Versorgungslücken im Ort geschlossen werden können, um Pendelverkehr zu reduzieren.
Der Geldautomat der Postbank ist schon länger nicht mehr da. Dadurch entstand für alle Kunden der Cash-Group-Banken ein Problem. Die Gebühren der Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind unverhältnismäßig.
Andreas Vierthaler