Bei einer Mitgliederversammlung am Montag im ASZ hat die SPD ihren Ortsvorsitzenden Victor Weizenegger als Bürgermeisterkandidaten nominiert. Weizenegger ist 30 Jahre, verheiratet, studierter Geograph und arbeitet seit gut fünf Jahren als freiberuflicher Umwelt- und Schadstoffgutachter. Seit 2022 ist er Ortsvorsitzender der SPD.
In seiner Vorstellung betonte er, dass sich die Gemeinde „nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhen darf“. Eching brauche „weiterhin eine progressive Führung im Rathaus“ und einen Bürgermeister, der die Herausforderungen der Zukunft erkenne und gestalte.
Insbesondere nötig sei es als Bürgermeister, „die Menschen zusammenzuführen“, betonte Weizenegger, „gerade in diesen Zeiten höchster Polarisierung“. Ein Bürgermeister müsse „konstruktive Meinungsvielfalt als Stärke ansehen und diese Kräfte bündeln und zum Wohle der Gemeinde nutzbar machen.“
Die bestehende Infrastruktur – Wohnungsbau, ÖPNV, ASZ, Musikschule, Kinderbetreuung, Gewerbe – müssten erhalten, ausgebaut und, wo nötig, den sich verändernden Anforderungen angepasst werden. Bei der Gewinnung erneuerbarer Energien sieht er für Eching Nachholbedarf.
Der bestehende Gewerbemix im Gemeindegebiet habe sich bewährt, allerdings müsse die Nähe zum TU-Standort nahe Dietersheim stärker genutzt werden. In Verbindung mit der hohen Lebensqualität in Eching sehe er „beste Voraussetzungen, Hochqualifizierte und Gründer in die Gemeinde zu holen, um die wirtschaftliche Entwicklung weiter zu stimulieren“.
Die Zusammenarbeit der Gemeinde mit den örtlichen Gewerbebetrieben sei ihm ebenso ein wesentliches Anliegen wie die Unterstützung der Vereine. „Es sind insbesondere die inhabergeführten kleinen Unternehmen, die einen Ort lebendig halten und ihm seine ganz eigene Charakteristik geben“, betonte Weizenegger, „ebenso brauchen wir die Vereine, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und für ihre Investitionen zurecht auf die Unterstützung der Gemeinde zählen können“.
Bei der Nominierung: (v. li.) Stellvertretende Ortsvorsitzende Peggy Spirk, Victor Weizenegger und Herbert Hahner, Fraktionssprecher im Gemeinderat.
Zitat: „…Eching brauche ‚weiterhin eine progressive Führung im Rathaus‘ und einen Bürgermeister, der die Herausforderungen der Zukunft erkenne und gestalte…“
Das Wort „weiterhin“ hätte sich Herr Weizenegger getrost sparen können. Ist die Amtsführung des jetzigen Ersten Bürgermeisters etwa progressiv? Ich nenne als Stichworte exemplarisch nur „ehemaliger Huberwirt“ und „Fluktuation in der Gemeindeverwaltung“.
Na ja, zumindest hat die lokale SPD mittlerweile begriffen, dass es ein großer Fehler war, Sebastian Thaler als Heilsbringer nach Eching zu holen (Ex-Bürgermeister Dr. Joachim Enßlin wird sich wahrscheinlich immer noch im Grab umdrehen) und in zwei Wahlkämpfen zu unterstützen (wie andere Parteien und politische Gruppierungen auch). Da will ich mich persönlich nicht ausnehmen.
Bleibt die große Frage, ob Thaler die Chuzpe besitzt, angesichts seiner bisherigen „Spitzenleistungen“ nochmals zu kandidieren.