106 Bewerber für 24 Ratssitze

Sofern sich nicht noch eine neue Gruppierung für die Kommunalwahlen 2026 anmeldet, ist das Kandidatentableau für den Gemeinderat nun wohl komplett. Für die 24 Plätze kandidieren 106 Kandidaten auf sechs Listen.

Eigene Listen nominiert haben CSU (24 Bewerber), FW (24), BfE/EM/ÖDP (20) Grüne (14), SPD (12) und FDP (12). Wie schon 2020 schicken die drei eigenständigen Gruppierungen „Bürger für Eching“, „Echinger Mitte“ und ÖDP eine gemeinsame Liste ins Rennen. 2014 waren noch sieben Listen zur Wahl gestanden (CSU, SPD, FW, Grüne, FDP, BfE, EM), davor waren es jahrzehntelang vier gewesen (CSU, SPD, FW, FDP).

Von den 24 amtierenden Gemeinderäten treten 17 zur Wiederwahl an. Damit verlassen mit sieben knapp ein Drittel aus freien Stücken das Gremium. Vor der Wahl 2020 hatten sich mit sechs nahezu genau so viele amtierende Gemeinderäte freiwillig zurückgezogen.

Den größten Aderlass erleben dabei die Grünen, bei denen mit Lena Haußmann, Siglinde Lebich und dem amtierenden Zweiten Bürgermeister Axel Reiß drei der fünf amtierenden Räte aufhören. Bei der FW andererseits treten alle fünf amtierenden Räte auch wieder an.

Mit Georg Bartl (CSU) zieht sich der dienstälteste Gemeinderat nach 30 Jahren zurück, mit Thomas Kellerbauer (CSU) der Bürgermeisterkandidat von 2016 und Dritte Bürgermeister von 2014 bis 2020. Ebenfalls ausscheiden werden Michaela Holzer (BfE) und Gabriele Wucholt (SPD).

Mit Alexander Krimmer und Bertram Böhm (beide EM) treten kurioserweise zwei Kandidaten an, die sich in der vergangenen Mandatsperiode freiwillig aus dem Gemeinderat zurückgezogen hatten und nun offenbar wieder hinein wollen. Stefanie Geil-Wopperer (FW) hätte schon in der laufenden Amtsperiode in den Gemeinderat nachrücken können, hat dies aber abgelehnt und kandidiert nun doch wieder.

Mit Michael Steigerwald (CSU), Eric Jacob (Grüne) und Christoph Gürtner (FW) bewerben sich drei Bürgermeisterkandidaten im Falle eines Misserfolgs auch für einen Platz im Gemeinderat; Victor Weizenegger (SPD, EM, ÖDP) strebt jenseits des Bürgermeisterstuhls keinen Sitz im Gremium an.

Die Grünen stellen, wie das ihr Anspruch ist, eine absolut paritätische Liste mit sieben Männern und sieben Frauen zur Wahl; die SPD kommt mit sieben Männern bei fünf Frauen der Ausgewogenheit der Geschlechter nahe. Die CSU hat gerade ein Drittel Frauen auf ihrer Liste, BfE/EM/ÖDP mit 35 Prozent nur unwesentlich mehr. Bei der traditionellen „Boygroup“ FW ist gerade jeder vierte Bewerber eine Frau.

Aktuell gehören dem Gemeinderat gerade acht Frauen an, von denen vier nicht wieder antreten werden. Von den 16 Männern im Gemeinderat treten drei nicht wieder an.

Im amtierenden Gemeinderat sitzen drei Räte aus Dietersheim und zwei aus Günzenhausen. Damit ist Günzenhausen exakt nach seiner Bevölkerungsstärke in der Gemeinde (8,6 Prozent) auch im Gemeinderat (8,3 Prozent) vertreten; Dietersheim, das 15,4 Prozent der Gemeindebevölkerung stellt, ist mit drei Räten (12,5 Prozent) leicht unterrepräsentiert.

Zur Übersicht über die Kommunalwahl 2026

Die Grafik zeigt die aktuelle Sitzverteilung im Gemeinderat. Das Wahlergebnis 2020 hatte für die CSU 6 Sitze ergeben und für die FW 4, aber in der Amtsperiode ist Josef Riemensberger von der CSU zur FW gewechselt.

(update 23.11.: in der vorigen Textfassung war erwähnt, dass auch Susanne Wehkamp (CSU) in dieser Mandatsperiode 2020-2026 abgelehnt habe, in den Gemeinderat nachzurücken. Das war ein Fehler. Susanne Wehkamp hatte es 2018 abgelehnt und dann 2020 folgerichtig auch nicht kandidiert.)

Ein Lesermail

  1. Zitat: „Victor Weizenegger (SPD, EM, ÖDP) strebt jenseits des Bürgermeisterstuhls keinen Sitz im Gremium an.“

    Victor Weizenegger kann auch gar keinen Sitz als GR-Mitglied anstreben, weil er seinen Erstwohnsitz in Neufahrn hat.

Lesermail verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert