Neue Wohnformen wagen

„Bauen. Wohnen. Leben.“ war das Thema einer Paneldiskussion der Grünen im ASZ. Dabei wurden die zentralen Herausforderungen des Echinger Wohnungsmarkts ebenso beleuchtet wie neue Lösungsansätze für bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum.

Debattiert wurde dabei unter anderem die weitere Ausgestaltung des Echinger Wohnbaumodells nach den jüngsten Erfahrungen mit den vergünstigten Eigentumswohnungen, die ohne Nachfrage blieben. Zielgerichteter wären flexiblere Vergabekriterien, Erbbaurechtslösungen oder langfristige Mietbindungen, bilanzierte der Grüne Bürgermeisterkandidat Eric Jacob.

Der Freisinger Architekt Sebastian Habermeyer erläuterte die strukturellen Faktoren, die Bau- und Mietpreise in der Region in die Höhe treiben, von steigenden Materialkosten über komplexe Auflagen bis hin zu langwierigen Genehmigungsverfahren. Er betonte den Reformbedarf in Behörden und bei gesetzlichen Vorgaben, um insbesondere kommunale Projekte schneller und effizienter realisieren zu können.

Innovative Ansätze präsentierte Andre Schmöller, Gründer des Startups „inGemeinschaft“, das Wohnpartnerschaften zwischen älteren Menschen mit großen Wohnflächen und Wohnungssuchenden vermittelt. Dabei wurde diskutiert, warum ähnliche Konzepte in Eching bislang wenig genutzt würden und wie Hürden abgebaut werden könnten.

Jacob forderte, dass Eching bis 2032 spürbare Fortschritte erzielen müsse: Mehr bezahlbaren Wohnraum, verlässlichere Planungsprozesse, neue Wohnformen und eine stärkere Verzahnung zwischen Gemeinde und privaten Initiativen.

Auf dem Podium saßen: (v. li.) Andre Schmöller, Gründer des Mehrgenerationen-Wohnen-Startups „inGemeinschaft“, Sebastian Habermeyer, Architekt aus Freising, Zweiter Bürgermeister Axel Reiß und Bürgermeisterkandidat Eric Jacob als Moderator.

Ein Lesermail

  1. Ich habe durchaus den Eindruck, dass unsere Nachbargemeinden wachsen und es dort leichter ist, ein Mietobjekt zu finden.

    Vielleicht liegt es ja an den Bedingungen, die unsere Gemeinde bietet. Unser Gemeinderat lehnt ja selbst Bauanträge ab, auf voll erschlossenen Grundstücken.

    Außerdem taugt die Gemeinde offensichtlich nicht als Bauherr und es wäre sicherlich besser, dies der Privatwirtschaft zu überlassen.

    Der Staat ist nicht besser als die Bauträger. Wenn Sozialwohnungen in die Jahre kommen und man Geld rein stecken muss, um diese zu erhalten, werden die Wohnungen gewinnbringend verkauft. Da lobe ich mir die Wohnungs- und Hausbesitzer, die an ihrem Besitz festhalten und die Substanz aufwendig erhalten. Bei einem Erbbaurecht macht das allerdings niemand mehr.

    Der eingeführte Mietspiegel führt übrigens dazu, dass sehr günstig vermietete Objekte nun deutlich teurer werden. Der Vermieter freut sich.

    Georg Fütterer

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