Über den „Investitioons-Booster“ der Bundesregierung soll bei den Fußballplätzen an der Dietersheimer Straße ein Kunstrasenplatz angelegt werden. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, die Maßnahme in ein Sonder-Förderprogramm einzubringen.
Die Kosten des Kunstrasenplatzes werden auf knapp eine Million Euro geschätzt. Davon würden 45 Prozent in dem Spezial-Programm vom Staat übernommen. Weitere 20 Prozent schießt der Bayerische Landessportverband zu.
Vom verbleibenden Restbetrag würde die Gemeinde gemäß der obligaten Investitions-Richtline 40 Prozent übernehmen, also etwa 136.000 Euro. Dem TSV verbliebe rund 200.000 Euro Eigenanteil.
Auf dem Platz soll auch der SV Dietersheim Trainingsmöglichkeiten erhalten. Zudem würde eine ganzjährige Trainingsmöglichkeit für die Kicker die Hallenbelegung drastisch entzerren, da der TSV über die Winterzeit jede Mange Kapazitäten für Hallentraining und -turniere bindet.
Der Kunstrasen soll einen bestehenden Rasenplatz ersetzen. Auf eine Asphaltschicht als Untergrund soll aus ökologischen Gründen verzichtet werden.
Der Gemeinderat hat der Ratshausverwaltung als Hausaufgabe mitgegeben, ob noch weitere Projekte in das Sonder-Förderprogramm passen würden.
Sondervermögen? Man könnte dazu auch „negatives Guthaben“ sagen.
Ich hoffe nicht, dass vor oder in der Gemeinderatssitzung von den Entscheidungsträger(inne)n berauschende Substanzen konsumiert wurden. Entweder waren halluzinierende Mittel bei der Entscheidung, 136.000 € für einen Kunstrasen für den TSV locker zu machen, mit im Spiel oder es handelt es sich um ein kollektives Wahlgeschenk für den TSV angesichts der bald stattfindenden Kommunalwahlen.
Zum wiederholten Male: Spare in der Zeit, dann hast du´s in der Not.
Kunstrasen auf Pump für „hochklassigen“ Fußball
Man darf sich fragen, ob die Gemeinderäte und -rätinnen den Schuss noch nicht gehört haben oder ob sie mit Wahlversprechen über ihre desaströse Leistung in der letzten Legislaturperiode hinwegtäuschen wollen. Tatsächlich beschließen diese einstimmig, für 1 Million Euro einen Kunstrasenplatz für den TSV Eching bauen zu lassen, welcher auch vom SV Dietersheim mitgenutzt werden könnte.
Selbiges beschließt also der Gemeinderat nur wenige Wochen, nachdem klar wurde, dass in den nächsten Jahren alle Investitionen nur durch Neuverschuldung, also auf Pump, getätigt werden können.
Der unseres Erachtens fehlgeleitete Zugriff auf die Mittel des Investitionsboosters macht die Sache nicht besser, sondern eher schlimmer. Die Mittel des Investitionsboosters sind gedacht für Infrastrukturmaßnahmen wie Bahn, Verkehr, Telekommunikation, Schulen usw. Diese Mittel müssen ebenfalls durch Neuverschuldung aufgebracht werden und sind mit Sicherheit nicht zur Unterstützung von Hobbykickern der 7., respektive 9. Spielklasse gedacht.
Noch dazu sind auch diese Gelder Steuergelder, welche von den Steuerzahlern letztendlich bezahlt werden müssen, und keineswegs Gelder, die vom Himmel fallen. Und damit nicht genug: Der Gemeinderat trägt der Verwaltung auch noch auf, nach weiteren solcher exzellenten Ideen zu suchen, um den Investitionsbooster anzapfen zu können.
Es steht zu hoffen, dass dieser wahnwitzige Beschluss wie so vieles andere nach den Wahlen sofort kassiert wird.
Annette und Dr. Andreas Erb