Sehr geehrtes Ehepaar Erb,
vielleicht sollten Sie sich ab und zu etwas genauer informieren, bevor Sie jeden Beschluss des Gemeinderates zerreißen.
1. Die Mittel des Bundes kommen aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (die ehemalige „Sportmilliarde“, die nun auf 333 Mio.€ zusammengeschrumpft ist), sind also gerade nicht für Bahn, Verkehr, Telekommunikation etc. gedacht. Im Übrigen gehören auch kommunale Sportstätten zur Infrastruktur… Es schließt ganz explizit auch „die Umwandlung in oder Sanierung von Kunstrasenplätzen“ mit ein.
2. Von der Gemeinde sind von den Gesamtkosten von knapp 1. Mio. € ein Anteil von 136.000€ zu tragen.
3. Der Kunstrasenplatz kann ganzjährig bespielt werden. Dadurch braucht der TSV in den Wintermonaten nicht mehr im bisherigen Umfang die gemeindlichen Hallen zu belegen.
Infolgedessen gibt es mach Errichtung des Kunstrasenplatzes zusätzliche ganzjährig verfügbare Hallenzeiten, die von den Hallensportarten dringend benötigt werden. So haben mehrere Abteilungen des SC Eching (z.B. Turnen&Fitness, Handball) schon seit Jahren Wartelisten bzw. Aufnahmestop gerade bei den jüngsten Jahrgängen. Die Einwohnerzahl in Eching wird in den nächsten Jahren weiter wachsen und die Situation sich weiter verschärfen.
Ich möchte hier nun keine langwierigen Ausführungen beginnen, wie wichtig es ist, dass unsere Kinder die Möglichkeit bekommen, Sport zu treiben…
Auf absehbare Zeit wäre ein Bau eines Kunstrasenplatzes ohne die Mittel aus dem Bundesprogramm von der Gemeinde kaum zu finanzieren (Sie sprechen ja die allgemeine Finanzlage richtig an). Daher ist die Bewerbung der Gemeinde (mehr als das ist es zunächst ja nicht), aus diesem Topf Geld zu bekommen, aus Sicht aller Echinger Sportvereine der einzig realistische Weg, die Situation in den nächsten zehn…zwanzig…“you name it“ Jahren zu verbessern.
Es handelt sich also nicht um ein Wahlgeschenk für den TSV, wie Herr Langenstück vermutet.
In diesem Sinne: Handle beizeiten, damit die Not nicht noch größer wird!
Mit vorweihnachtlichen Grüßen,
Tobias von Wangenheim
P.S.: Wenn Sie sich sachlich informieren möchten: bmwsb.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2025/10/Sportstaetten_Sanierung.html
Sehr geehrter Herr von Wangenheim,
vielen Dank für die Berichtigung über den Topf, welcher mit dem Antrag angezapft werden soll. Sie sind als Abteilungsleiter Turnen beim SC Eching besser mit der Materie vertraut als wir.
Es ist völlig richtig, dass Sport und Bewegung wesentlich sind, und es ist schon sehr ärgerlich, wenn etwa Kinder auf Wartelisten bei einem Sportverein gesetzt werden müssen, weil die Kapazitäten der Sportvereine nicht ausreichen. Dies gilt nicht nur im Bereich der Hallenkapazitäten, sondern auch für den Mangel an freiwilligen Übungsleitern.
Zu Ihrem Einwand hinsichtlich der Geldquelle bzw. des Umfangs, welcher von der Gemeinde aufzubringen ist, wenden wir trotzdem ein, dass dies unerheblich ist. Am Schluss sind es immer Steuereinnahmen bzw. zusätzliche Schulden, welche ausgegeben werden.
Wie man den Mangel an Hallenkapazität, wie Sie ihn beschreiben, lösen kann, hat der SV Dietersheim vor etwa 10 Jahren mit dem Bau seiner Stock- und Mehrzweckhalle eindrucksvoll aufgezeigt. Diese Halle wird tagtäglich vielfältig genutzt, bei weitem nicht nur von den Stockschützen, sondern auch von Turnern und Turnerinnen, groß und klein, den Bogenschützen, den Fußballern usw. Zusätzlich fanden dort auch schon das Gauschützenfest und viele andere Veranstaltungen statt.
Bauherr war der SV Dietersheim, Baukosten waren etwa 180.000 €, von denen die Gemeinde 60.000 zugeschossen hat und auch vom Maibaumverein Dietersheim gab es eine Zuwendung. Allerdings war auch ein erheblicher Anteil unentgeltlicher Eigenleistung mit am Start.
1 Million für einen Kunstrasenplatz! (Was sagt eigentlich der Klimabeirat zu dieser Maßnahme?). Eine Geldverschwendung sondergleichen in Zeiten klammer Kassen.
Annette und Dr. Andreas Erb
Ich verstehe Sie, Herr Wangenheim, ich versuche auch, eine Förderung zu bekommen für meine geplante Wärmepumpe, da diese sonst für mich zu teuer wäre. Und eine Million Euro ist für einen Verein sonst auch nicht zu stemmen.
Ich verstehe auch den Gemeinderat in dieser Sache, da er ja nicht den Vereinen im Wege stehen will.
Auch verstehe ich das Ehepaar Erb, die bei knappen Kassen das Geld zusammenhalten wollen. Ich verstehe auch Herrn Langenstück wegen dem Wahlgeschenk-Argument.
Ich weiß allerdings nicht, wie es zu diesem Antrag gekommen ist. Darf ich bitte etwas vermuten? Ich denke, die Gemeinde hat gefragt, was sich die Vereine denn wünschen.
Und das hat meiner Meinung nach schon etwas mit der bevorstehenden Wahl des nächsten Bürgermeisters zu tun.
Meine Prognose die Zukunft betreffend:
Herr Thaler wird sich zur Wiederwahl stellen und stimmt in erster Linie mit solchen Aktionen die Vereine gnädig. So wie vor Wahlen immer die U-Bahnverlängerung nach Neufahrn oder Hallbergmoos angekündigt wird.
Ist die Wahl dann vorbei… Sie ahnen es, es passiert danach einfach nichts.
LG
Georg Fütterer