Lesermail zum Artikel „Mit Sondervermögen zum Kunstrasen“

Kunstrasen auf Pump für „hochklassigen“ Fußball

Man darf sich fragen, ob die Gemeinderäte und -rätinnen den Schuss noch nicht gehört haben oder ob sie mit Wahlversprechen über ihre desaströse Leistung in der letzten Legislaturperiode hinwegtäuschen wollen. Tatsächlich beschließen diese einstimmig, für 1 Million Euro einen Kunstrasenplatz für den TSV Eching bauen zu lassen, welcher auch vom SV Dietersheim mitgenutzt werden könnte.

Selbiges beschließt also der Gemeinderat nur wenige Wochen, nachdem klar wurde, dass in den nächsten Jahren alle Investitionen nur durch Neuverschuldung, also auf Pump, getätigt werden können.

Der unseres Erachtens fehlgeleitete Zugriff auf die Mittel des Investitionsboosters macht die Sache nicht besser, sondern eher schlimmer. Die Mittel des Investitionsboosters sind gedacht für Infrastrukturmaßnahmen wie Bahn, Verkehr, Telekommunikation, Schulen usw. Diese Mittel müssen ebenfalls durch Neuverschuldung aufgebracht werden und sind mit Sicherheit nicht zur Unterstützung von Hobbykickern der 7., respektive 9. Spielklasse gedacht.

Noch dazu sind auch diese Gelder Steuergelder, welche von den Steuerzahlern letztendlich bezahlt werden müssen, und keineswegs Gelder, die vom Himmel fallen. Und damit nicht genug: Der Gemeinderat trägt der Verwaltung auch noch auf, nach weiteren solcher exzellenten Ideen zu suchen, um den Investitionsbooster anzapfen zu können.

Es steht zu hoffen, dass dieser wahnwitzige Beschluss wie so vieles andere nach den Wahlen sofort kassiert wird.

Annette und Dr. Andreas Erb

2 Lesermails

  1. Sehr geehrtes Ehepaar Erb,

    vielleicht sollten Sie sich ab und zu etwas genauer informieren, bevor Sie jeden Beschluss des Gemeinderates zerreißen.

    1. Die Mittel des Bundes kommen aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (die ehemalige „Sportmilliarde“, die nun auf 333 Mio.€ zusammengeschrumpft ist), sind also gerade nicht für Bahn, Verkehr, Telekommunikation etc. gedacht. Im Übrigen gehören auch kommunale Sportstätten zur Infrastruktur… Es schließt ganz explizit auch „die Umwandlung in oder Sanierung von Kunstrasenplätzen“ mit ein.

    2. Von der Gemeinde sind von den Gesamtkosten von knapp 1. Mio. € ein Anteil von 136.000€ zu tragen.

    3. Der Kunstrasenplatz kann ganzjährig bespielt werden. Dadurch braucht der TSV in den Wintermonaten nicht mehr im bisherigen Umfang die gemeindlichen Hallen zu belegen.

    Infolgedessen gibt es mach Errichtung des Kunstrasenplatzes zusätzliche ganzjährig verfügbare Hallenzeiten, die von den Hallensportarten dringend benötigt werden. So haben mehrere Abteilungen des SC Eching (z.B. Turnen&Fitness, Handball) schon seit Jahren Wartelisten bzw. Aufnahmestop gerade bei den jüngsten Jahrgängen. Die Einwohnerzahl in Eching wird in den nächsten Jahren weiter wachsen und die Situation sich weiter verschärfen.

    Ich möchte hier nun keine langwierigen Ausführungen beginnen, wie wichtig es ist, dass unsere Kinder die Möglichkeit bekommen, Sport zu treiben…

    Auf absehbare Zeit wäre ein Bau eines Kunstrasenplatzes ohne die Mittel aus dem Bundesprogramm von der Gemeinde kaum zu finanzieren (Sie sprechen ja die allgemeine Finanzlage richtig an). Daher ist die Bewerbung der Gemeinde (mehr als das ist es zunächst ja nicht), aus diesem Topf Geld zu bekommen, aus Sicht aller Echinger Sportvereine der einzig realistische Weg, die Situation in den nächsten zehn…zwanzig…“you name it“ Jahren zu verbessern.

    Es handelt sich also nicht um ein Wahlgeschenk für den TSV, wie Herr Langenstück vermutet.

    In diesem Sinne: Handle beizeiten, damit die Not nicht noch größer wird!

    Mit vorweihnachtlichen Grüßen,
    Tobias v. Wangenheim
    Abteilungsleiter Turnen&Fitness
    SC Eching

    P.S.: Wenn Sie sich sachlich informieren möchten: https://www.bmwsb.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2025/10/Sportstaetten_Sanierung.html

    1. Jetz kommen Sie doch diesen ausgewiesenen Experten für alles und Leserbriefpöblern nicht mit Fakten. Danke für diesen Leserbrief. Am Ende kommt noch jemand am 8. März auf die Idee, sein Kreuz bei den Erbs zu machen.

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