Bei der Weihnachtsfeier des Gemeinderats saß Bürgermeister Sebastian Thaler schon längst bei den Ehrengästen im Lokal, während der Gemeinderat noch hinter verschlossenen Türen tagte. Thema dort musste somit der Bürgermeister gewesen sein.
Dem Vernehmen nach hat sich die Familie Thaler um ein Grundstück im vergünstigten Wohnbaumodell der Gemeinde beworben. Der Gemeinderat scheint jedoch ziemlich einmütig den Zuschlag verweigert und die Parzelle selbst wieder übernommen zu haben.
Das Grundstück im Erbbaurecht im Baugebiet Eching-West wurde vom Pächter nach einer privaten Veränderung an die Gemeinde zurückgegeben. Zur Neuverpachtung sind wohl zwei Bewerbungen vorgelegen, eine davon von der Familie des Bürgermeisters; die andere scheiterte sofort an der formalen Zulassung.
Das mit Steuergeld der Gemeinde üppig subventionierte Wohnbaumodell ist dafür gedacht, Familien Wohneigentum zu ermöglichen, die das auf dem freien Markt nicht stemmen könnten.
Bereits vorhandener Immobilienbesitz ist, abhängig von der Wohnungsgröße, meist schon ein Ausschlusskriterium. Familie Thaler besitzt bekanntlich eine in zwei Wohneinheiten aufgeteilte Wohnung an der Kleiststraße, die von einem hochbetagten Echinger zu einem „Freundschaftspreis“ erworben worden war.
Offenbar konnten die Zahlen des Immobilieneigentums ebenso wie des Einkommens aber für die Bewerbung um das steuersubventionierte Grundstück so präsentiert werden, dass den Formalien des Wohnbaumodells Genüge getan war; jedenfalls wurde die Anfrage nicht als unzulässig aussortiert, sondern landete zur Vergabe im Gemeinderat.
Wie zu erfahren war, hat das Gremium dort dann von der Klausel Gebrauch gemacht, ein zurückfallendes Grundstück mit Erbbaurecht zunächst selbst abzulösen, und kann somit wieder darüber verfügen.
Ich möchte mich anschließen mit meinem Dank an den Gemeinderat. Das entspricht m. E. dem Bürgerwunsch nach Gerechtigkeit.
Ich war früher ein großer Fan von Herrn Thaler und hatte deshalb wohlwollend über Dinge, die ein Bürgermeister schlicht und einfach nicht machen darf, hinweggesehen.
Das hat sich nun endgültig durch seine zahlreichen und immer fragwürdiger werdenden Aktionen geändert, ich bin extrem enttäuscht, ja sogar entsetzt, dass einem Menschen ursprünglicher Erfolg so in den Kopf steigen kann, dass er meint, ungeniert in alle möglichen Töpfe greifen zu können. Gottseidank kommt er jetzt nicht mehr mit allem durch dank dem Gemeinderat.
Der Gipfel von allem ist jetzt noch der Versuch, sich der „MAGA“-Bewegung anzuhängen. Und das Allerschlimmste ist, dass sich, wie gerade in aller Welt, auch in Eching abzeichnen könnte, dass viele Leute einem Blender folgen möchten.
Ich hoffe, dass genug Leute im März sagen, „genug ist genug“.
Sehr geehrter Herr Fütterer,
genauso wie Sie sehe das auch. Ich habe auch großen Respekt für den Gemeinderat für die Entscheidung bzgl. der Grundstücksvergabe für Herrn Thaler. Die Regeln müssen eingehalten werden.
Mit so einem Bürgermeister verliert man den Glauben an den Rechtsstaat. Bisher dachte ich, dass ein rechtskräftig Verurteilter keine Chancen für eine Kandidatur hat, aber siehe da, alles ist möglich.
So entsteht Politikverdrossenheit.
Wally Berchtold
Es wird ja gewünscht, den Gemeinderat für seine Entscheidungen auch mal zu loben. Von mir jetzt das höchste Lob, das ich aussprechen kann: Verdammt gut gemacht, höchster Respekt!
Das nenne ich mal eine gelungene Aktion.
Jetzt könnte mich jemand kritisieren, weil ich eine Schadenfreude empfinde. Ja und nein…
Gerechtigkeit ist eher mein Empfinden. Sich an Regeln halten, ist das Gebot der Stunde. Das machen die Mächtigen leider immer weniger.
Das ist meine ehrliche Empfindung. Super gut gemacht. Da bin ich auf Eurer Seite.
LG
Georg Fütterer
Respekt!