Sehr geehrter Herr Hiereth,
gerne möchte ich auf einige der von Ihnen genannten Punkte eingehen.
Ich stecke im Thema ÖPNV sicher nicht so tief drin wie Sie und ganz offensichtlich haben wir unterschiedliche Schwerpunkte bei diesem speziellen Angebot. Sie wünschen sich primär einen gut synchronisierten Zubringer zu anderen Verkehrsmitteln; ich hingegen hoffe auf eine flexiblere Möglichkeit, eine möglichst große Zahl an Zielen und Haltepunkten direkt zu erreichen.
Ihre Anmerkung bezüglich der Kostenstruktur kann ich nachvollziehen, doch ich sehe hier keinen Widerspruch: Es geht mir nicht darum, die Ausgaben für den ÖPNV generell zu kritisieren, sondern die vorhandenen Mittel wirkungsvoller einzusetzen.
Wenn wir Personal dafür bezahlen, in Bereitschaft zu stehen, statt leere Kilometer im starren Linientakt zu fahren, wandeln wir eine bloße Verkehrsleistung in echte Servicequalität um.
Ein großer Vorteil liegt für mich in der enormen Flexibilität: On-Demand-Systeme sparen durch intelligente Routenplanung (Pooling) unnötige Kilometer ein. Letztlich ist ein Angebot, das sich den Bürgern anpasst, kein teurer Luxus, sondern eine zeitgemäße Antwort auf die Herausforderungen im ländlichen Raum. Ein System, das dann kommt, wenn es gebraucht wird, macht den Umstieg vom Auto erst wirklich attraktiv.
Aktuell investieren wir in eine Mobilität, die zwar auf dem Papier existiert, aber in der Praxis – zumindest nach meinen Beobachtungen – oft am Bedarf vorbeifährt. Mir ist bewusst, dass meine Eindrücke stichprobenhaft sind; ist Ihnen denn eine gute Auslastung der Linie 696 bekannt?
Dass mein Leserbrief „ausgerechnet jetzt“ erscheint, liegt schlicht an dem gestrigen Artikel „Keine Bewegung beim Fahrplan“. Das Thema On-Demand beschäftigt mich schon länger, besonders da Nachbarkommunen wie Moosburg anscheinend sehr zufrieden damit sind (siehe: merkur.de/lokales/freising/moosburg-ort29088/sensationelle-entwicklung-moosburger-flex-bus-ist-erfolgskurs-93942085.html).
Mit freundlichen Grüßen
Martin Binder