Wie funktioniert eine Entschuldigung? Sicher nicht so wie hier.
Warum und vor allem bei wem muss man sich entschuldigen? Bei Personen, bei denen man sich „verschuldigt“ hat.
Und wie? Indem man die Person oder Personen, bei denen man sich verschuldigt hat, um Entschuldigung bittet. Es steht einem nicht selber zu, sich zu entschuldigen.
Warum? Ein Beispiel. Eine Person, nennen wir sie S., bricht einer anderen Person, nennen wir sie B., mit einem Hieb ins Gesicht zwei Schneidezähne ab. Damit hat S. sich verschuldigt.
B. hat Schmerzen und Kosten. S. wiederum hat eine schlechte Reputation. Die möchte S. loswerden und entschuldigt sich öffentlich, so dass alle anderen Menschen die „Reue“ mitbekommen.
Und B.? B. hat noch immer Schmerzen und Kosten, ist nach wie vor die Person, an der sich S. verschuldigt hat. Kann sich das ändern? Die Schmerzen und Kosten wohl nicht, aber die Schuld. Diese kann S. nur von B. genommen werden, B. kann S. entschuldigen – vorausgesetzt, S. bittet darum.
Es ist mir vollkommen klar, heutzutage „entschuldigt“ sich jeder selbst und geht dann davon aus, dass alles „wieder gut“ ist, „… ich habe mich doch entschuldigt“, aber wirklich entschuldigen kann nur der, bzw. können nur die Geschädigten.
Was wir hier sehen, ist in meinen Augen „Reue zeigen“ und hoffen, dass das Wahlvolk sich mit weiteren leeren Worten einlullen lässt und dem „armen Opfer“ Bürgermeister auch im März wieder die Stimme gibt. Das ist in meinen Augen der einzige Grund für die „Reue“: Stimmenfang.
Ich vermute, die vielen Dinge, die gelernt wurden, sind, dass man sich auch auf dem Dorf, mit viel Rückhalt beim Wahlvolk, nicht einfach so bereichern darf, sondern das doch im Verborgenen tun muss, wenigstens um den Anschein zu wahren.
Thomas Alf