Lesermail zum Artikel „Keine Bewegung beim Fahrplan“

Sehr geehrter Herr Binder,

Ihre Frage soll nicht offen bleiben, zumal sie zurückführt auf Strukturen, die politisch geschaffen wurden und an denen sich die verschiedenen Gemeinderatsfraktionen mehr oder weniger hingebungsvoll reiben.

Sie schrieben: „Aktuell investieren wir in eine Mobilität, die zwar auf dem Papier existiert, aber in der Praxis – zumindest nach meinen Beobachtungen – oft am Bedarf vorbeifährt. Mir ist bewusst, dass meine Eindrücke stichprobenhaft sind; ist Ihnen denn eine gute Auslastung der Linie 696 bekannt?“

Mein Anstoß, im Jahr 2021 mittels Anträgen unserer Fraktion Verbesserungen des Busverkehrs im Gemeindegebiet zu erreichen, lag darin,

– dass das Bündnis ÖDP, Bürger für Eching und Echinger Mitte im Kommunalwahlkampf 2020 zusammen mit Sebastian Thaler einen Ringbetrieb für die Linie 690 propagiert hat. Damit hätte es eine direkte, daher schnelle und getaktete Busverbindung zwischen Eching, Dietersheim und der U-Bahn am Forschungszentrum Garching gegeben. Doch offenbar hatte niemand im Rathaus ein Problem damit, dass es innerhalb der ganzen Amtsperiode nicht zur Umsetzung kommen würde. Nach aktuellem Stand wird der Ringbetrieb im Dezember 2026 endlich aufgenommen.

– dass im Frühjahr 2021 eine Streichung von Echinger Halten der Linie 690 im Raum stand. Die Umlaufzeiten der Fahrzeuge waren häufig zu lange, so dass der Fahrplan nicht sicher eingehalten werden konnte. Der Echinger Gemeinderat nahm damals die Streichung eines Teil des Linienweges hin. Dass jener Teil mit der geringsten Auslastung auszuwählen war, ist verständlich. Dieses Thema wurde nichtöffentlich behandelt und entschieden, weil der MVV Fahrgastzahlen grundsätzlich nicht veröffentlicht sehen will.

Ich habe später diese Haltung des MVV mit dem Interesse der öffentlichen Auftraggeber erklärt bekommen. Bei den Ausschreibungen sind die Busunternehmen in der Rolle eines Anbieters; für sie ist das Bedienen einer Linie je nach Fahrgastaufkommen lukrativ oder nicht. Würden Fahrgastzahlen offengelegt, könnte es bei den Ausschreibungen zum „Rosinenpicken“ kommen.

Zur Linie 696 hat unsere Fraktion bis dato nichts konkretes erfahren, obwohl es in unseren Anträgen von Februar hieß: „Der MVV teilt der Gemeinde mit, wann Ergebnisse zur Nutzung der Linie durch die Fahrgäste vorliegen. Soweit solche Ergebnisse bereits vorliegen, mögen sie übermittelt werden.“

Auf unsere Anfrage von Oktober, ob die vom Gemeinderat gewünschte Fahrplanänderung umgesetzt werde, gab die Gemeindeverwaltung den MVV dahingehend wieder, dass dort aktuell laufende Fahrgasterhebungen vordringlich seien. Daher könne keine Auskunft zum ab Dezember geltenden Fahrplan der Linie 696 gegeben werden. Nachdem ersichtlich war, dass der MVV die Linie weiter nach dem alten Fahrplan fahren lassen will, erfuhren wir von der Gemeindeverwaltung, der MVV sei mit ihren
Fahrgastzahlen zufrieden gewesen.

Den Bericht über das Moosburger Flexbus-Angebot, auf den Sie hinwiesen, habe ich gelesen. Interessant, dass der Zuschussbedarf geringer geworden sein soll. Meines Wissens wurden die Moosburger Stadtbusse von der Firma Hadersdorfer privat und außerhalb des MVV betrieben.

Mit freundlichen Grüßen
Markus Hiereth, Gemeinderat (ÖDP)

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