Hallo Herr Vierthaler,
ausreichend und bezahlbarer Wohnraum ist tatsächlich einer der Faktoren, um den Wirtschaftsstandort auszubauen. Dass es sich hierbei nicht um den alleinigen Faktor handelt, sollte uns beiden bewusst sein. Dies kann auch nicht in das Zitat von Herrn Steigerwald hineininterpretiert werden.
Die Probleme sind sehr vielschichtig, viele davon haben Sie bereits genannt. Ein gewichtiger Grund ist, dass es seit Jahren keine Initiativen gegeben hat, große Unternehmen anzusiedeln.
Ich erinnere mich an Wahlkampfversprechen unseres amtierenden Bürgermeisters, Technologieunternehmen und Start-Ups aufgrund der Nähe zur Technischen Universität München anzusiedeln. Dies haben wir bereits vor 10 Jahren gehört. Nun höre ich wieder wohlklingende Namen wie „Isarvalley“…
In der aktuellen wirtschaftlichen Lage wird es nun eine große Herausforderung, neue Unternehmen anzusiedeln. Dies wurde in den letzten Jahren (bewusst?) verschlafen.
Wenn wir neue Unternehmen ansiedeln wollen, ist ausreichender und bezahlbarer Wohnraum natürlich ein Standortvorteil. Welches Unternehmen will sich an einem Standort ansiedeln, an welchem es wenig verfügbare Wohnungen für die Mitarbeiter gibt und sich deshalb die Mitarbeitersuche als sehr schwierig gestaltet?
Vielleicht zielen Sie aber auch auf Unternehmen mit sehr gut bezahlten Jobs ab, bei welchen den Mitarbeitern die Mieten egal sind. Dies ist jedoch sicherlich nicht im Sinne einer sozialen Mischung und nicht im Sinne der Einheimischen, da dadurch die Mieten in die Höhe getrieben werden.
Gehen wir auf die Ökologie und Nachhaltigkeit ein: Was bringt es einer Gemeinde, Unternehmen anzusiedeln, deren Mitarbeiter keine Wohnungen in unserer Gemeinde finden und deshalb zu ihrem Arbeitsplatz pendeln müssen? Es kommt zu mehr Verkehrsaufkommen, mehr CO2-Austoß und zu einer Belastung für unsere Bürgerinnen und Bürger. Ist dies im Sinne der Freien Wähler?
Ich lese auf Ihrer Website, dass Eching im Klimaschutz besser werden kann, und von CO2 Einsparungen. Irgendwie kann ich diese Aussagen nicht zu ihrer Ausführung überleiten.
Die Probleme sind sehr vielschichtig. Ihrer Aussage, dass Wohnungsbau nichts mit der Entwicklung des Wirtschaftsstandortes zu tun hat, kann ich leider nicht ganz folgen.
Franziska Kuhn