Ich habe 2019 einen jährlichen Jahresbericht der Gemeinde eingeführt, der der Bürgerschaft einen umfassenden Bericht über die finanzielle Situation der Gemeinde und über die Großprojekte ermöglicht. Diese Transparenz hat es vor meiner Zeit in Eching nicht gegeben.
Zudem erstelle ich seit 2020 einen transparenten Video-Jahresrückblick und habe 2018 einen Bürgerhaushalt eingeführt, in dem die Bürgerinnen mitbestimmen können. Die Bilanz meiner bisherigen Amtszeit kann sich meines Erachtens auch sehen lassen: 2016 habe ich eine mit ca. 14 Mio. Euro hoch verschuldete Gemeinde übernommen und konnte die Schulden bis dato auf nur mehr rund 3 Mio. Euro reduzieren. Rechnerisch ist die Gemeinde mittlerweile sogar schuldenfrei, denn ich bin 2016 mit Rücklagen von 9,5 Mio. Euro gestartet und konnte diese bis 2025 auf fast 24 Mio. Euro erhöhen.
Somit habe ich für die Gemeinde in neun Jahren unterm Strich rund 25,5 Mio. Euro erwirtschaftet. Und das, obwohl mehrere Großprojekte wie der Rathausneubau, die Tennishalle oder das Feuerwehrhaus in Günzenhausen zu stemmen waren. Diese wurden alle im veranschlagten Zeitplan und Budgetrahmen abgeschlossen, da ich als Projektleiter und Kaufmann darauf ein besonderes Augenmerk gelegt habe.
Dies sind belegbare Fakten. Und dabei waren die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufgrund der Corona-Pandemie und der Energiepreiskrise mit erheblichen Baupreissteigerungen nicht gerade einfach für die Gemeinden. Allein im Landkreis Freising erhalten aktuell 17 der 24 Gemeinden sog. Schlüsselzuweisungen, Eching finanziert sich selbst.
Ebenfalls Fakt ist, dass die Gemeinde keinerlei Kosten für mein berufsbegleitendes Studium übernommen hat. Während bei allen anderen Beschäftigten der Gemeinde Fortbildungskosten vollständig übernommen werden, hat der Gemeinderat diese gängige Praxis in meinem Fall abgelehnt. Öffentlich und transparent beantragt hatte ich eine Übernahme von 25 % der Kosten, da dieses kaufmännische Masterstudium auch für einen Bürgermeister eine aus meiner Sicht sehr relevante Qualifikation darstellt.
Fakt ist auch, dass ich den Betrag in Höhe von 8.400 Euro, den die Gemeinde nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Landshut zu Unrecht übernommen hatte, umgehend nach Bekanntwerden im August 2021 an die Gemeinde überwiesen hatte. Dieser Betrag wurde genauso wenig wie die vom Gemeinderat bemängelten Anwaltskosten je an mich ausgezahlt.
Die Kanzlei hat der Gemeinde bereits 30.000 Euro erstattet. Mir hingegen wurden die von der Gemeinde übernommenen Anwaltskosten seitens des Finanzamts als Einkommen angerechnet, sodass ich diese bereits versteuert habe. Der Gemeinderat klagt weiterhin eine Übernahme der Kosten ein, lässt dabei aber vorgenannten Punkte außer Acht.
Meine Frau und ich haben 2019 zwei Wohnungen mit 45 und 53 Quadratmetern in Eching von einer Privatperson erworben. Es existiert ein Wertgutachten über die beiden Wohnungen und der Verkäufer hat uns diese rund 20 % unter dem Wert des Gutachtens veräußert, was nicht unüblich ist, da wir mit ihm befreundet waren.
Dieser Herr wollte uns zunächst als Erben einsetzen, was wir abgelehnt haben. Dank dieses Verzichts und meines guten Kontakts zu dem Verkäufer hat er daraufhin die Gemeinde als Erbin eingesetzt, sodass die Gemeinde fast 500.000 Euro für die Sanierung des Alten-Service-Zentrums erhalten hat. Rückblickend hätte ich seinerzeit den Zweiten Bürgermeister oder eine andere Person aus dem Gemeinderat in diesen Vorgang einbinden sollen, um den nun vorherrschenden Anschein einer Vorteilsnahme auszuschließen.
Aus meiner Sicht dient die Stellungnahme der anderen Bewerber um dieses Amt nur dazu, frühere Geschichten wieder in die Öffentlichkeit zu bringen und mir dadurch zu schaden. Wenn den Kandidaten die zukünftige Entwicklung unserer Gemeinde am Herzen liegen würde, hätten sie ihre Ideen hierfür geäußert und die Parteien sich auf einen gemeinsamen Kandidaten geeinigt. Das wäre glaubwürdig aus meiner Sicht.
Ich erkenne, was für diese Gemeinde in den nächsten Jahren wichtig ist, wie der verstärkte Wohnungsbau, eine noch bessere Kinderbetreuung und -Bildung sowie bessere Mobilitätsangebote wie ein barrierefreier S-Bahnhof. Diese Projekte will ich bis zur Umsetzung treiben und stelle mich daher erneut zur Verfügung, obwohl mir bereits jetzt ein Rentenanspruch zustünde und ich mich somit bei Rückkehr in meinen früheren Beruf finanziell bessergestellt hätte. Ob die Bürgerinnen dieses Angebot annehmen wollen, entscheiden sie bis 19.01. durch ihre Unterschrift im Rathaus und dann am 8. März bei der Wahl.
Sebastian Thaler
Sehr geehrter Herr Thaler,
mit Ihrem Sendungsbewusstsein hätten Sie Theologie studieren sollen.
„Verkauft, was ihr habt, und gebt Almosen. Macht euch Geldbeutel, die nicht altern, einen Schatz, der niemals abnimmt, im Himmel, wo sich kein Dieb naht, und den keine Motten fressen. (Lk 18,22)“
Dies haben Sie wohl dem Vererber Ihrer Wohnungen vorgebetet. Gratulation zum Erfolg. Da ist noch mehr drin.
Wäre denn das von Ihnen eingereichte Testament des Herrn L. überhaupt zum Zug gekommen, wenn nicht die Gemeinde, sondern Sie und Ihre Frau Hauptbegünstigte gewesen wären? Immerhin gab es zwei weitere notarielle Testamente, in denen die in Baden-Württemberg lebenden Verwandten von Herrn L. als Haupterben eingesetzt waren.
In Bayern ist die Rechtsprechung jedoch so, dass das Testament zum Zug kommt, in welchem die Kommune als Hauptbegünstigte eingesetzt ist. Oder wollen Sie sich mit Ihren Äußerungen jetzt auch noch über die Rechtsprechung in Bayern lustig machen?
Sie hatten über 5 Jahre Zeit, um das Hotel Huberwirt rentabel zu nutzen. Geschehen ist hier bisher nichts, wenn man von den mittlerweile gestiegenen Verwaltungs- und Instandhaltungskosten absieht. Umso länger eine wirtschaftlich rentable Nutzung auf sich warten lässt, umso teurer und unrentabler die Investition, die immerhin aus dem Vermögen der Gemeinde bezahlt wurde. Daran ändern auch die von Ihnen aufgeführten Vorwände nichts.
Ähnlich gestaltet sich die Entwicklung von Wohnbaumodellen auf Grundstücken der Gemeinde, die weder den Bedürfnissen der Zielgruppe noch denen von Investoren entsprechen.
Das kommt einem Verbrennen von Echinger Steuergeld und Vermögen gleich.
Ingrid Brandstetter
Und, Herr Thaler, warum erwähnen Sie in Ihrer Bilanz nicht den ehemaligen „Huberwirt“?
Was hat diese bis dato ungenutzte Investition denn 2020 gekostet? Und wie hoch sind die laufenden jährlichen Unterhaltskosten?
Grüße aus der Nelly-Sachs-Straße
Guido Langenstück