Lesermail zum Werbevideo von Bürgermeister Thaler

Sehr geehrte CSU-Fraktion,

ist es Ihre Erwartung, in einem 45-Sekunden-Video sämtliche Fakten unterzubringen? Um all Ihre nun aufgestellten Behauptungen zu beantworten und zu widerlegen, müsste man wahrscheinlich einen ganzen Drehtag einplanen.

Nennt Herr Thaler denn ein Projekt, das nicht während seiner Amtszeit umgesetzt wurde?

Ich spare mir, kleinkariert auf jeden Ihrer Punkte einzugehen, möchte nur gerne exemplarisch fragen, ob Sie denn wissen, in welchem Jahr die Umlegungsvereinbarungen für die Neubaugebiete unterzeichnet wurden und wessen Unterschrift sich auf den Dokumenten befindet? Meiner Kenntnis nach wurden diese Vereinbarungen 2017 von Herrn Thaler mit den Eigentümern abgeschlossen.

Sie wissen sicherlich, dass eine Umlegungsvereinbarung die Parzellierung eines Baugebiets und die Neuregelung der Eigentumsverhältnisse erst ermöglicht. Nur dank dieser Vereinbarung konnten insgesamt 78 Bauparzellen an junge Familien nach den Kriterien des Echinger Wohnbaulandmodells vergeben werden.

Im Gegensatz zu anderen Kandidaten konzentriert sich Herr Thaler auf die seit Beginn seiner Amtszeit bereits erfüllten Versprechen der beiden letzten Wahlkämpfe. Er äußert sich sachlich und greift nicht persönlich seine Mitbewerber oder andere Kritiker an. Er hat es nicht nötig, mit sog. „Schmähvideos“ und konstruierten Pressemitteilungen Wahlkampf zu betreiben, weil er in nur zehn Jahren viel bewegt hat für unsere Gemeinde.

Vielleicht sehen Sie sich das Video von Herrn Thaler besser noch einmal an, denn mit einem gewissen Sinn für Ironie und Humor versteht man auch die kurze Episode zum Echinger See und mit etwas Reflexion ist auch nachzuvollziehen, dass Herr Thaler diese Erfolge selbstverständlich nur durch die große Unterstützung vieler tatkräftiger Hände in der Gemeinde erzielen konnte. So auch sein Motto: „Miteinander Eching GestAlten“ mit Herz, Intellekt und Verstand, ohne Parteizwang.

Melanie Hashem

5 Lesermails

  1. Sehr geehrte Frau Hashem,

    während Thalers Amtszeit wurde, wie im Video behauptet, kein neues Rathaus in Eching gebaut, sondern lediglich das bereits bestehende saniert und erweitert. Das wurde noch im Gemeinderat seines Amtsvorgängers beschlossen.

    Der zeitnahe Aufbau der Tennishalle nach dem Brand erfolgte, um die Versicherungssumme für den Wiederaufbau in Anspruch nehmen zu können.

    Wie gesund die Gemeindefinanzen tatsächlich sind, wird sich spätestens dann zeigen, wenn das in der Gemeinde vorhandene Vermögen nicht mehr ausreicht, um Deckungslücken im Verwaltungshaushalt durch Zuschüsse aus dem Vermögenshaushalt zu schließen. Das wird nach den Ausführungen von der Kämmerin Frau Andrea Jenssen anlässlich einer Gemeinderatssitzung im Herbst letzten Jahres zu einem Anstieg der Neuverschuldung in Eching führen.

    Gerade unter diesen Umständen ist unverständlich, warum eine rentable Nutzung der millionenschweren Investition aus dem Vermögen der Gemeinde für den Kauf des Huberwirts seit über 5 Jahren auf sich warten lässt, während seine Instandhaltungs- und Verwaltungskosten regelmäßig ansteigen. Daran ändert auch ein „Isek“ nichts, das zwar bezuschusst wird, dessen Umsetzung die Gemeinde jedoch mit zusätzlichen Kosten in bisher ungenannter Höhe belasten wird.

    Eine Spielplatzoffensive ersetzt weder eine unzureichende Zahl an Kinderbetreuungsplätzen noch eine gut geregelte Ganztagsbetreuung. Auch ein Bürgerhaushalt wird zur Farce, wenn der Vorschlag mit der höchsten Zustimmungsrate nicht umgesetzt wird.

    Da die Vergabekriterien des Echinger Wohnbaumodells für die avisierte Zielgruppe nicht interessant waren, sollten Kapitalanleger vom knappen Grund und Boden der Gemeinde profitieren können. Oder sollten durch diese Regelung gar Mitglieder von Familie Thaler als Kapitalanleger vom Vermögen der Gemeinde profitieren können?

    Eching hat nicht nur einen See. Es wurde sogar ein Echinger-See-Theater aufgeführt mit Sebastian Thaler aus Hauptdarsteller. Es ist anzunehmen, dass er wohl der einzige war, der darüber lachen kann, weil es ihm gelungen ist, durch Täuschung des aktuellen Ratsgremiums eine Mehrheit für materiell rechtswidrige Beschlussanträge zu generieren, um damit die Finanzierung aus der Gemeindekasse sicher zu stellen. Es fehlen immer noch rund 35000 € in der Gemeindekasse, die die Gemeinde in einem Verwaltungsgerichtsprozess gegen den Rathauschef einklagen will. Der Prozess in dieser Angelegenheit steht noch aus.

    In dem Video vermisse ich einen Hinweis auf die zahlreichen Schlagzeilen in der überregionalen Tagespresse, die Thalers Verhalten thematisierten und Eching weit über seine Ortsgrenzen hinaus bekannt machte. Das von der Gemeinde gezeichnete Image ist geeignet, ihrer Entwicklung langfristig und nachhaltig zu schaden. Dazu beigetragen hat auch der Wohnungskauf von einem hochbetagten, im ASZ lebenden Echinger kurz vor dessen Tod durch das Ehepaar Thaler zum Schnäppchenpreis aus dem Nachlass der Gemeinde.

    Auch der progressive Führungsstil unseres mittlerweile wegen Untreue vorbestraften Bürgermeisters hatte zahlreiche Kollateralschäden durch Kündigung von engagierten und kompetenten MitarbeiterInnen im Rathaus zur Folge, die den Anweisungen des Bürgermeisters einfach überdrüssig geworden waren.

    Ingrid Brandstetter

  2. Sehr geehrte Frau Hashem,

    ich zitiere: „Der seit Monaten gärende Konflikt zwischen dem Echinger Gemeinderat und Bürgermeister Sebastian Thaler ist bei der Weihnachtsfeier zum Eklat eskaliert. ‚Das teilweise unmenschliche Vorgehen des Gemeinderates widert mich regelrecht an‘, sagte Thaler bei seiner Eröffnung der Feier. ‚Politische Neider‘ würden ihm ‚in wollüstiger Niedertracht‘ schaden wollen. Mit derartigen Menschen, die er ‚in gewisser Weise verachte‘, wolle er sich nicht an einen Tisch setzen, betonte er und verließ mit seiner Ehefrau die Feier nach der Eröffnung.“

    https://www.sueddeutsche.de/muenchen/freising/eching-gemeinderat-buergermeister-sebastian-thaler-1.5719902

    Wie passt das zu Ihrer Aussage: „Er äußert sich sachlich und greift nicht persönlich seine Mitbewerber oder andere Kritiker an.“?

    Grüße,
    Martin Binder

  3. Sehr geehrte Frau Hashem,

    Sie schreiben: „Ich spare mir, kleinkariert auf jeden Ihrer Punkte einzugehen, möchte nur gerne exemplarisch fragen, ob Sie denn wissen, in welchem Jahr die Umlegungsvereinbarungen für die Neubaugebiete unterzeichnet wurden und wessen Unterschrift sich auf den Dokumenten befindet? Meiner Kenntnis nach wurden diese Vereinbarungen 2017 von Herrn Thaler mit den Eigentümern abgeschlossen. Sie wissen sicherlich, dass eine Umlegungsvereinbarung die Parzellierung eines Baugebiets und die Neuregelung der Eigentumsverhältnisse erst ermöglicht. Nur dank dieser Vereinbarung konnten insgesamt 78 Bauparzellen an junge Familien nach den Kriterien des Echinger Wohnbaulandmodells vergeben werden.“

    Was aus meiner Sicht richtig ist. Vor dem Umlegungsbeschluss muss bereits klar sein, was da gebaut wird.

    § 47 Umlegungsbeschluss
    (1)Die Umlegung wird nach Anhörung der Eigentümer durch einen Beschluss der Umlegungsstelle eingeleitet.
    Im Umlegungsbeschluss ist das Umlegungsgebiet(§52) zu bezeichnen.
    Die im Umlegungsgebiet gelegenen Grundstücke sind einzeln aufzuführen.
    (2)Soll die Umlegung für den Geltungsbereich eines Bebauungsplans eingeleitet werden, kann das Umlegungsverfahren auch eingeleitet werden, wenn der Bebauungsplan noch nicht aufgestellt ist. In diesem Falle muss der Bebauungsplan vor dem Beschluss über die Aufstellung des Umlegungsplans (§66 Absatz1) in Kraft getreten sein.

    Soll heißen, es besteht bereits ein Bebauungsplan oder dieser ist schon in Kraft getreten. Dann erst erfolgt der Umlegungsbeschluss. Zuerst die Ortsplanung, dann das Ausführen, nicht umgekehrt.

    Soweit zur sachlichen Diskussion.

    Georg Fütterer

  4. Verehrte Frau Hashem,

    als Schwester des wegen Untreue vorbestraften Bürgermeisters S. Thaler ist es nur verständlich, dass sie seine Arbeit loben müssen.

    Ist ihnen bewusst, dass die vier großen politischen Parteien und Wählergruppen im Gemeinderat mit ihrem Bruder auch in der Zukunft nicht zusammen arbeiten wollen? Dient das der Gemeinde Eching? Bedeutet das dann weiter Stillstand?

    Frage: Sie sind in Dietersheim in den Genuss eines gemeindlichen Grundstücks gekommen. War dem Gemeinderat bei der Abstimmung zur Grundstücksvergabe bekannt, dass sie die Schwester von Herrn Thaler sind? Finden sie das gut?

    Herzliche Grüße
    Torsten Wende

  5. Werte Frau Hashem,

    mit Ironie und Humor ist das so eine Sache. Als gebürtiger Rheinländer bin ich ein großer Fan von feiner Ironie und tiefgründigem Humor (nicht umsonst sind die Karnevalshochburgen im Rheinland).

    Wenn ich aber die bisherigen, mitunter kriminellen Handlungen und „Spitzenleistungen“ Ihres Bruders Sebastian Thaler anschaue und seine knapp 9 1/2-jährige Amtszeit bilanziere, muss ich Ihnen gestehen, dass mir der Humor, was den jetzigen Ersten Bürgermeister betrifft, nachhaltig verhangen ist.

    Die krummen Dinger, die Ihr Bruder gedreht hat, brauche ich hier nicht alle wiederholen, weil sie hinlänglich bekannt sind (siehe die „Akte Thaler“). Wenn ich das alles ausblende und nur die Dinge betrachte, die Ihr Bruder seit September 2016 tatsächlich vorangebracht hat, muss ich nüchtern bilanzieren: Viel heiße Luft und wenig Substanz.

    Beispiel: Im Neubaugebiet an der Böhmerwaldstraße wurden zwar Eigentumswohnungen im Einheimischenmodell beworben (Preisnachlass: 1.000 €/m²), aber der Basispreis lag ab 7.699 €/m² aufwärts. Welcher Normalverdiener kann sich bei einem solchem Preisniveau, trotz 1.000 € Nachlass, eine solche Wohnung leisten? Die Antwort ist einfach: Niemand.

    Die Folge davon war, dass alle fast 80 Bewerber, die sich als Einheimische im Rathaus als Interessenten gemeldet hatten, wieder abgesprungen sind. Übrigens: Im Video mit dem Titel „Ohne Thaler“ ist auch eine Szene in diesem Neubaugebiet zu sehen, wo sich Ihr Bruder als Schaffer bezahlbaren Wohnraums insziniert. Fazit: Luftnummer.

    Nächstes Beispiel: Ebenso im Video behauptet Ihr Bruder, dass es ohne ihn kein neues Rathaus geben würde. Das ist kompletter Blödsinn: Die Entscheidung, dass das Rathaus grundsaniert und erweitert werden muss, fällte der Gemeinderat zu einer Zeit, als der Bürgermeister noch Josef Riemensberger hieß. Nur die Detailplanung, Kostenfreigabe im GR und Umsetzung erfolgte während der ersten Amtszeit Ihres Bruders.

    Fazit: Ihr Bruder sollte bei den Fakten bleiben und sich nicht mit fremden Federn schmücken.

    Nächstes Beispiel: Im „Ohne Thaler“-Video ist das neue Feuerwehrhaus in Günzenhausen kurz zu sehen. Ob es von Ihrem Bruder besonders intelligent war, diesen Neubau im Video zu zeigen, wage ich zu bezweifeln. Warum? Die Kosten für dieses Projekt liefen völlig aus dem Ruder, weil Entscheidungen im Gemeinderat und in der Bauverwaltung im Rathaus dauernd revidiert und vertagt wurden.

    Ursprünglich wurden 2,9 Mio. € veranschlagt und vom GR freigegeben (siehe https://echinger-zeitung.de/2020/11/18/plan-stimmt-preis-nicht/ ), gekostet hat es lt. Medienberichten aber knapp 5 Mio. €. Hat Ihr Bruder als Erster Bürgermeister unserer Gemeinde etwa keine Verantwortung dafür, darauf zu achten, dass der Kostenrahmen nicht gesprengt wird?

    Fazit: Viel heiße Luft im Video.

    Übrigens: Gut, dass im Kurzclip der ehemalige „Huberwirt“ nicht zu sehen ist. Dieses Gebäude wurde 2020 von der Gemeinde für einen mehrstelligen, bisher geheim gehaltenen Millionenbetrag gekauft und steht seitdem ungenutzt leer. Einziger Verwendungszweck: Befestigungsfläche für 5 Gemälde Echinger Künstler (siehe https://echinger-zeitung.de/2025/07/23/kunst-im-huberwirt/ ).

    2. Übrigens: Ich bin kein CSU-ler, sondern habe das Parteibuch von B.90/Die Grünen.

    Mit vorzüglicher Hochachtung
    Guido Langenstück

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