Gegendarstellung zum Video von Bürgermeister Thaler:
In einem aktuellen Video stellt Bürgermeister Thaler dar, was in Eching angeblich „ohne ihn nicht möglich gewesen wäre“.
Solche Aussagen klingen auf den ersten Blick beeindruckend, aber wer genauer hinschaut, erkennt schnell: Viele dieser Projekte sind keine persönlichen Leistungen eines Einzelnen, sondern das Ergebnis von langfristiger Planung, Entscheidungen aus früheren Amtszeiten, externer Notwendigkeiten oder gemeinsamer Arbeit vieler Beteiligter.
Wir finden, man darf stolz auf das Erreichte sein. Aber man sollte es auch ehrlich einordnen, denn die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht auf Fakten statt auf PR.
Hier deshalb eine sachliche Gegendarstellung Punkt für Punkt:
1) „Kein neues Rathaus“
Das neue Rathaus wurde zwar in der Amtszeit von Herrn Thaler umgesetzt – das stimmt. Aber die entscheidende Frage lautet: War es wirklich seine Idee, sein Startschuss, sein Verdienst?
Die Realität ist: Solche Projekte entstehen nicht innerhalb weniger Monate. Sie werden über Jahre vorbereitet, diskutiert, geplant und finanziell eingeordnet. Viele Weichenstellungen waren längst auf dem Weg, bevor Thaler daraus ein „ohne mich“-Argument macht.
Fazit: Umsetzung ja, aber „ohne mich unmöglich“ nein.
2) „Keine neue Tennishalle“
Der Neubau der Tennishalle ist kein Beispiel für eine große politische Vision, sondern eine Folge eines Ereignisses, das niemand wollte: Im Mai 2018 hat es gebrannt. Die Halle musste ersetzt werden – Punkt.
Natürlich war es wichtig, dass die Gemeinde hier unterstützt und einen Neubau ermöglicht. Aber daraus eine persönliche Leistung des Bürgermeisters zu machen, ist schlicht eine Verdrehung der Ursache.
Fazit: Notwendiger Wiederaufbau statt „Leuchtturmprojekt“.
3) „Keine gesunden Finanzen“
Eching hatte über viele Jahre hinweg solide Rücklagen. Diese wurden nicht in der Amtszeit Thaler aufgebaut, sondern von seinem Vorgänger über längere Zeit angespart. Unter Thaler wurden diese Rücklagen jedoch nach und nach aufgebraucht. Das ist kein Grund, sich selbst als „Finanzretter“ zu feiern, sondern ein Warnsignal. Rücklagen sind kein Selbstzweck, aber sie sind das Polster, das eine Gemeinde in Krisen und für Zukunftsinvestitionen braucht.
Wer ehrlich bilanziert, muss sagen: Eching stand finanziell schon einmal stabiler da als heute.
Fazit: Es wird von aufgebauter Substanz gelebt, nicht neue Substanz geschaffen.
4) „Kein Bürgerhaushalt“
Ja, der Bürgerhaushalt wurde in seiner Amtszeit eingeführt. Das kann man als positiven Punkt nennen.
Aber: Entscheidend ist nicht die Ankündigung, sondern die Umsetzung.
Und genau hier entsteht der Eindruck, dass vieles eher nach außen gut klingt, aber in der Praxis nicht sauber funktioniert:
• unklare Abläufe
• wenig transparente Rahmenbedingungen
• Umsetzung teilweise „holprig“
Beispiel: „Soccer Five“, gute Idee, aber in der Abwicklung eher unrund
Ein Bürgerhaushalt ist dann ein Gewinn, wenn er:
• verständlich ist,
• fair abläuft,
• nachvollziehbar umgesetzt wird
• und nicht als PR-Instrument endet.
Fazit: Idee gut, aber es fehlt an Professionalität und Verlässlichkeit in der Umsetzung.
5) „Keine Fernwärme im Hauptort“
Fernwärme ist ein extrem wichtiges Zukunftsthema. Aber wer hier ehrlich ist, stellt fest: Das Projekt ist keine Einzelleistung von Herrn Thaler. Es wurde über den Zweckverband Versorgungs- und Verkehrsbetriebe Neufahrn/Eching umgesetzt.Das bedeutet, Planung, Entscheidungen, Umsetzung und Betrieb liegen in einer gemeinsamen Struktur und nicht beim Bürgermeister allein. Man kann unterstützen, begleiten, moderieren, aber man kann es nicht so darstellen, als sei es „sein Werk“.
Fazit: Gemeinschaftsprojekt statt persönlicher Erfolg.
6) „Spielplatzoffensive“
Auch hier gilt: Ja, es wurde etwas getan. Aber man muss es ehrlich einordnen: Spielplätze sind wichtig, besonders für Familien. Nur, der Handlungsbedarf war schon lange sichtbar. Viele Eltern hatten das Gefühl, dass man hier zu spät reagiert hat.
Spielplätze allein machen einen Ort nicht zukunftsfähig, wenn gleichzeitig große Themen nicht gelöst werden:
• Wohnraum
• Verkehr
• Klima / Energie
• Verwaltung / Digitalisierung
• Finanzen
Fazit: sinnvoll, aber kein Grund für große Selbstbeweihräucherung.
7) „Kein Wohnbauland-Modell“
Auch hier wird eine Erfolgsgeschichte erzählt, die bei genauerem Hinsehen anders aussieht. Der Ausweis von Wohnbauland wurde bereits in der Zeit des Vorgängers initiiert. In Thalers Amtszeit wurden dann vor allem Rahmendaten neu festgelegt oder angepasst. Das ist nicht nichts, aber es ist eben nicht die „Erfindung“ eines neuen Modells, sondern eher Verwaltung, Fortschreibung und Anpassung.
Fazit: Grundlagen kamen vorher. Er hat weiterverwaltet, nicht neu erfunden.
8) „Kein See“
Dazu muss man, ehrlich gesagt, nicht viel erklären. Der See ist da und er ist sicher nicht „wegen“ oder „ohne“ einen Bürgermeister entstanden. Wer so argumentiert, wirkt nicht sachlich, sondern überzogen.
Fazit: Ein PR-Satz ohne Substanz.
9) „Kein kommunaler Wohnungsbau“
Kommunaler Wohnungsbau ist eines der zentralen Themen unserer Zeit, auch in Eching. Nur: Dieses Thema kam nicht deshalb in Bewegung, weil Thaler es als Priorität gesetzt hätte. Im Gegenteil: Gerade andere Kräfte im Gemeinderat haben früh, laut und konsequent gefordert, dass die Gemeinde hier aktiver wird.
Wenn kommunaler Wohnungsbau umgesetzt wird, dann ist das eher das Ergebnis von:
• politischem Druck,
• gesellschaftlicher Realität,
• und einer notwendigen Entwicklung
aber nicht einer persönlichen Vision.
Fazit: nicht „seine Idee“, sondern eine längst überfällige Pflichtaufgabe.
10) „Kein Radweg“
Radwege sind wichtig und ja, es wurde in seiner Amtszeit gebaut. Aber auch hier gilt: Die Planungen, Gespräche und Weichenstellungen laufen oft über viele Jahre. In vielen Fällen waren die Entscheidungen bereits vorbereitet, bevor er daraus eine „ohne mich“-Story macht. Die Umsetzung war notwendig, aber nicht exklusiv sein Verdienst.
Fazit: gebaut ja, aber lange vorher auf den Weg gebracht.
11) Freizeitanlage Günzenhausen
Die Umgestaltung rund um die Freizeitanlage in Günzenhausen war sinnvoll, keine Frage. Aber der entscheidende Impuls kam nicht aus dem Bürgermeisterbüro, sondern aus der Realität vor Ort: Durch den langjährig geplanten Bau des Feuerwehrhauses war eine Anpassung der Umgebung praktisch zwingend.
Außerdem wurde die Entwicklung von Günzenhausen selbst gewünscht und gefordert.
Das ist bürgernah und genau so sollte es sein. Aber auch hier gilt: Es ist nicht ehrlich, das als persönliche Idee zu verkaufen.
Fazit: notwendig und vor Ort gefordert – nicht „vom Bürgermeister erfunden“.
Es geht nicht darum, alles schlechtzureden. Eching hat sich entwickelt und das ist gut.
Aber was uns stört, ist diese Botschaft zwischen den Zeilen: „Ohne mich wäre Eching stehen geblieben.“
Das ist nicht nur überheblich. Es ist auch respektlos gegenüber:
• der Verwaltung,
• dem Gemeinderat,
• den Vereinen,
• den Ehrenamtlichen,
• und den Bürgerinnen und Bürgern, die diese Gemeinde tragen.
Eching ist nicht das Werk eines Einzelnen. Eching ist stark, weil viele Menschen anpacken.
Wir brauchen in Eching keinen Bürgermeister, der sich selbst feiert. Wir brauchen einen Bürgermeister, der ehrlich bilanziert, Verantwortung übernimmt, transparent arbeitet, Projekte sauber umsetzt und die Menschen mitnimmt, statt sich über sie zu stellen.
Eching verdient eine Politik, die nicht behauptet, sondern liefert.
CSU-Fraktion im Gemeinderat, Georg Bartl, Heike Krauß, Thomas Kellerbauer, Kerstin Rehm, Bernhard Wallner
Sehr geehrte CSU-Fraktion,
ist es Ihre Erwartung, in einem 45-Sekunden-Video sämtliche Fakten unterzubringen? Um all Ihre nun aufgestellten Behauptungen zu beantworten und zu widerlegen, müsste man wahrscheinlich einen ganzen Drehtag einplanen.
Nennt Herr Thaler denn ein Projekt, das nicht während seiner Amtszeit umgesetzt wurde?
Ich spare mir, kleinkariert auf jeden Ihrer Punkte einzugehen, möchte nur gerne exemplarisch fragen, ob Sie denn wissen, in welchem Jahr die Umlegungsvereinbarungen für die Neubaugebiete unterzeichnet wurden und wessen Unterschrift sich auf den Dokumenten befindet? Meiner Kenntnis nach wurden diese Vereinbarungen 2017 von Herrn Thaler mit den Eigentümern abgeschlossen.
Sie wissen sicherlich, dass eine Umlegungsvereinbarung die Parzellierung eines Baugebiets und die Neuregelung der Eigentumsverhältnisse erst ermöglicht. Nur dank dieser Vereinbarung konnten insgesamt 78 Bauparzellen an junge Familien nach den Kriterien des Echinger Wohnbaulandmodells vergeben werden.
Im Gegensatz zu anderen Kandidaten konzentriert sich Herr Thaler auf die seit Beginn seiner Amtszeit bereits erfüllten Versprechen der beiden letzten Wahlkämpfe. Er äußert sich sachlich und greift nicht persönlich seine Mitbewerber oder andere Kritiker an. Er hat es nicht nötig, mit sog. „Schmähvideos“ und konstruierten Pressemitteilungen Wahlkampf zu betreiben, weil er in nur zehn Jahren viel bewegt hat für unsere Gemeinde.
Vielleicht sehen Sie sich das Video von Herrn Thaler besser noch einmal an, denn mit einem gewissen Sinn für Ironie und Humor versteht man auch die kurze Episode zum Echinger See und mit etwas Reflexion ist auch nachzuvollziehen, dass Herr Thaler diese Erfolge selbstverständlich nur durch die große Unterstützung vieler tatkräftiger Hände in der Gemeinde erzielen konnte. So auch sein Motto: „Miteinander Eching GestAlten“ mit Herz, Intellekt und Verstand, ohne Parteizwang.
Hochachtungsvoll
Melanie Hashem
Und wer hat alles gehemmt und verzögert? Bitte mal selbst die Sitzungsprotokolle lesen.