Lesermail zum Werbevideo von Bürgermeister Thaler

Werte Frau Hashem,

mit Ironie und Humor ist das so eine Sache. Als gebürtiger Rheinländer bin ich ein großer Fan von feiner Ironie und tiefgründigem Humor (nicht umsonst sind die Karnevalshochburgen im Rheinland).

Wenn ich aber die bisherigen, mitunter kriminellen Handlungen und „Spitzenleistungen“ Ihres Bruders Sebastian Thaler anschaue und seine knapp 9 1/2-jährige Amtszeit bilanziere, muss ich Ihnen gestehen, dass mir der Humor, was den jetzigen Ersten Bürgermeister betrifft, nachhaltig verhangen ist.

Die krummen Dinger, die Ihr Bruder gedreht hat, brauche ich hier nicht alle wiederholen, weil sie hinlänglich bekannt sind (siehe die „Akte Thaler“). Wenn ich das alles ausblende und nur die Dinge betrachte, die Ihr Bruder seit September 2016 tatsächlich vorangebracht hat, muss ich nüchtern bilanzieren: Viel heiße Luft und wenig Substanz.

Beispiel: Im Neubaugebiet an der Böhmerwaldstraße wurden zwar Eigentumswohnungen im Einheimischenmodell beworben (Preisnachlass: 1.000 €/m²), aber der Basispreis lag ab 7.699 €/m² aufwärts. Welcher Normalverdiener kann sich bei einem solchem Preisniveau, trotz 1.000 € Nachlass, eine solche Wohnung leisten? Die Antwort ist einfach: Niemand.

Die Folge davon war, dass alle fast 80 Bewerber, die sich als Einheimische im Rathaus als Interessenten gemeldet hatten, wieder abgesprungen sind. Übrigens: Im Video mit dem Titel „Ohne Thaler“ ist auch eine Szene in diesem Neubaugebiet zu sehen, wo sich Ihr Bruder als Schaffer bezahlbaren Wohnraums insziniert. Fazit: Luftnummer.

Nächstes Beispiel: Ebenso im Video behauptet Ihr Bruder, dass es ohne ihn kein neues Rathaus geben würde. Das ist kompletter Blödsinn: Die Entscheidung, dass das Rathaus grundsaniert und erweitert werden muss, fällte der Gemeinderat zu einer Zeit, als der Bürgermeister noch Josef Riemensberger hieß. Nur die Detailplanung, Kostenfreigabe im GR und Umsetzung erfolgte während der ersten Amtszeit Ihres Bruders.

Fazit: Ihr Bruder sollte bei den Fakten bleiben und sich nicht mit fremden Federn schmücken.

Nächstes Beispiel: Im „Ohne Thaler“-Video ist das neue Feuerwehrhaus in Günzenhausen kurz zu sehen. Ob es von Ihrem Bruder besonders intelligent war, diesen Neubau im Video zu zeigen, wage ich zu bezweifeln. Warum? Die Kosten für dieses Projekt liefen völlig aus dem Ruder, weil Entscheidungen im Gemeinderat und in der Bauverwaltung im Rathaus dauernd revidiert und vertagt wurden.

Ursprünglich wurden 2,9 Mio. € veranschlagt und vom GR freigegeben (siehe echinger-zeitung.de/2020/11/18/plan-stimmt-preis-nicht), gekostet hat es lt. Medienberichten aber knapp 5 Mio. €. Hat Ihr Bruder als Erster Bürgermeister unserer Gemeinde etwa keine Verantwortung dafür, darauf zu achten, dass der Kostenrahmen nicht gesprengt wird?

Fazit: Viel heiße Luft im Video.

Übrigens: Gut, dass im Kurzclip der ehemalige „Huberwirt“ nicht zu sehen ist. Dieses Gebäude wurde 2020 von der Gemeinde für einen mehrstelligen, bisher geheim gehaltenen Millionenbetrag gekauft und steht seitdem ungenutzt leer. Einziger Verwendungszweck: Befestigungsfläche für 5 Gemälde Echinger Künstler (siehe echinger-zeitung.de/2025/07/23/kunst-im-huberwirt).

2. Übrigens: Ich bin kein CSU-ler, sondern habe das Parteibuch von B.90/Die Grünen.

Guido Langenstück

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