Lesermail zum Werbevideo von Bürgermeister Thaler

Sehr geehrte Frau Hashem,

während Thalers Amtszeit wurde, wie im Video behauptet, kein neues Rathaus in Eching gebaut, sondern lediglich das bereits bestehende saniert und erweitert. Das wurde noch im Gemeinderat seines Amtsvorgängers beschlossen.

Der zeitnahe Aufbau der Tennishalle nach dem Brand erfolgte, um die Versicherungssumme für den Wiederaufbau in Anspruch nehmen zu können.

Wie gesund die Gemeindefinanzen tatsächlich sind, wird sich spätestens dann zeigen, wenn das in der Gemeinde vorhandene Vermögen nicht mehr ausreicht, um Deckungslücken im Verwaltungshaushalt durch Zuschüsse aus dem Vermögenshaushalt zu schließen. Das wird nach den Ausführungen von der Kämmerin Frau Andrea Jenssen anlässlich einer Gemeinderatssitzung im Herbst letzten Jahres zu einem Anstieg der Neuverschuldung in Eching führen.

Gerade unter diesen Umständen ist unverständlich, warum eine rentable Nutzung der millionenschweren Investition aus dem Vermögen der Gemeinde für den Kauf des Huberwirts seit über 5 Jahren auf sich warten lässt, während seine Instandhaltungs- und Verwaltungskosten regelmäßig ansteigen. Daran ändert auch ein „Isek“ nichts, das zwar bezuschusst wird, dessen Umsetzung die Gemeinde jedoch mit zusätzlichen Kosten in bisher ungenannter Höhe belasten wird.

Eine Spielplatzoffensive ersetzt weder eine unzureichende Zahl an Kinderbetreuungsplätzen noch eine gut geregelte Ganztagsbetreuung. Auch ein Bürgerhaushalt wird zur Farce, wenn der Vorschlag mit der höchsten Zustimmungsrate nicht umgesetzt wird.

Da die Vergabekriterien des Echinger Wohnbaumodells für die avisierte Zielgruppe nicht interessant waren, sollten Kapitalanleger vom knappen Grund und Boden der Gemeinde profitieren können. Oder sollten durch diese Regelung gar Mitglieder von Familie Thaler als Kapitalanleger vom Vermögen der Gemeinde profitieren können?

Eching hat nicht nur einen See. Es wurde sogar ein Echinger-See-Theater aufgeführt mit Sebastian Thaler aus Hauptdarsteller. Es ist anzunehmen, dass er wohl der einzige war, der darüber lachen kann, weil es ihm gelungen ist, durch Täuschung des aktuellen Ratsgremiums eine Mehrheit für materiell rechtswidrige Beschlussanträge zu generieren, um damit die Finanzierung aus der Gemeindekasse sicher zu stellen. Es fehlen immer noch rund 35000 € in der Gemeindekasse, die die Gemeinde in einem Verwaltungsgerichtsprozess gegen den Rathauschef einklagen will. Der Prozess in dieser Angelegenheit steht noch aus.

In dem Video vermisse ich einen Hinweis auf die zahlreichen Schlagzeilen in der überregionalen Tagespresse, die Thalers Verhalten thematisierten und Eching weit über seine Ortsgrenzen hinaus bekannt machte. Das von der Gemeinde gezeichnete Image ist geeignet, ihrer Entwicklung langfristig und nachhaltig zu schaden. Dazu beigetragen hat auch der Wohnungskauf von einem hochbetagten, im ASZ lebenden Echinger kurz vor dessen Tod durch das Ehepaar Thaler zum Schnäppchenpreis aus dem Nachlass der Gemeinde.

Auch der progressive Führungsstil unseres mittlerweile wegen Untreue vorbestraften Bürgermeisters hatte zahlreiche Kollateralschäden durch Kündigung von engagierten und kompetenten MitarbeiterInnen im Rathaus zur Folge, die den Anweisungen des Bürgermeisters einfach überdrüssig geworden waren.

Ingrid Brandstetter

Lesermail verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert