Braucht’s einen Festplatz – und wenn nein, wo?

Mehrere Vereine hatten sich in einem Antrag ein erschlossenes Festgelände zwischen südlichem Ortsrand und dem Echinger See gewünscht; die entsprechende Planung hatte der Gemeinderat dann vor Jahresfrist beschlossen und erste Mittel freigegeben. Wenn möglich, sollte der Platz heuer zum großen Jubiläum des Burschenvereins im Sommer schon fertig sein.

Exakt ein Jahr später wurde nun entschieden, die Planung zu stoppen. Die Vereine, die den Platz damals gewünscht hatten, sollen nun gefragt werden, ob sie den Platz wollen. Außerdem sollen Kosten und Folgekosten ermittelt werden – und wo der Platz überhaupt sein soll.

Entzündet hat sich die Konfusion daran, dass die Kosten für die Erschließung durchaus üppig ausfielen und zudem nur teilweise im Haushaltsplan für 2026 vorgesehen waren. Die neuen Wasserzähler, die auch für den Betrieb der „Brass Wiesn“ nötig sind, wurden bereits angelegt. Vorgesehen für einen Festplatz sind nun noch Strom- und Abwasseranschlüsse.

Die würden in Summe auf rund 230.000 Euro kommen, ermittelte das Gemeindebauamt. Die Summe müsse außerplanmäßig beschlossen werden, da im Haushalt nichts vorgesehen sei.

In gerade acht Wochen des neuen Jahres sei das nun schon der dritte außerplanmäßige Posten, rügten CSU und FW, die sich in Summe auf fast eine halbe Million Euro addierten. FW-Sprecher Christoph Gürtner sagte, er „müsse da langsam von einem System ausgehen“.

Bürgermeister Sebastian Thaler (Mega) verwies darauf, dass die Investition noch nicht beschlossen sei, daher sei sie nicht im Haushalt enthalten. Allerdings sind ungeachtet seiner Argumentation durchaus 110.000 Euro im Haushalt enthalten, was offenbar niemand aufgefallen war.

Thaler äußerte nun auch Bedenken, ob es mit der geplanten Erschließung getan sei. Möglicherweise müsse der Platz auch noch befestigt werden. Zudem sei noch gar nicht flächenscharf definiert, welches Gelände dafür verwendet werden solle. Heike Krauß (CSU) kritisierte, mit derartigen Plänen würde dort „ausgebaut wie eine Partymeile“, was es an dieser Stelle nicht brauche.

War die Planungsfreigabe seinerzeit mit 12:10 Stimmen schon knapp durchgegangen, so sorgte die allgemeine Verwirrung für einen Stimmungsumschwung. Mit 16:6 entschied der Gemeinderat nun, erstmal die Vereine abzufragen, ob und wie den Platz auch nützen würden, das potentielle Festgelände exakt zu orten und laufende Unterhaltskosten zu ermitteln.

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