Jünger und viel, viel dietersheimiger

Mit der Radikalerneuerung ist der Gemeinderat auch drastisch jünger geworden. Liegt der Altersschnitt des aktuellen Gremiums bei 55,4 Jahren, so sind die neuen Ratsmitglieder im Schnitt 45 Jahre.

Fairerweise ist der aktuelle Gemeinderat freilich im Amt gealtert. Aber zum Start 2020 lag der Schnitt logischerweise bei 49,4 Jahren und damit ebenso über dem Alterslevel der neuen Räte.

Jüngster im Gremium ist mit 22 Jahren Eric Jacob, gewesener Bürgermeisterkandidat der Grünen. Die Alterspräsidentschaft im Rat bleibt bei der FDP und geht von Heinz Müller-Saala auf Andreas Erb über.

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Dienstältester Gemeinderat ist in der Nachfolge von Georg Bartl (CSU) nun Otmar Dallinger (FW), der dem Gremium 22 Jahre am Stück angehört. (Dallinger ist damit in den Gemeinderat eingezogen, als Jacob zur Welt kam.) Es folgt Christoph Gürtner (FW) mit 17 Jahren.

In ihre dritte Mandatsperiode gehen Heike Krauß (12 Jahre) und Bernhard Wallner (12 Jahre), in ihre zweite Julian Morgenroth (6 Jahre), Angelika Pflügler (6 Jahre), Manfred Wutz (6 Jahre) und Vincent Blank (4 Jahre).

Ein Sonderfall wäre Sebastian Thaler, der als Gemeinderatsmitglied zwar Neuling wäre, als Bürgermeister aber bereits zehn Jahre „beim“ Gemeinderat verbracht hat. Alle anderen 15 Gemeinderäte sind „echte“ Neulinge.

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Der Gemeinderat ist nun nur mehr einen Hauch weiblicher geworden. Mit künftig neun Gemeinderätinnen statt bisher acht verringert sich der Männerüberhang von 66,6 auf 62,5 Prozent. Mit Hirschmann wäre das Geschlechterverhältnis 14:10 gewesen, wie schon mal in der Mandatsperiode 2014 bis 2020.

Die weiblichste Fraktion sind traditionell die Grünen mit zwei Drittel Frauenanteil. Erstmals haben die FW mit ihrer Prägung als Boygroup gebrochen und mit Claudia Steiger-Steininger und Jessica Handschuh gleich zwei Frauen in der Fraktion.

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Periodisch müsste der neue Gemeinderat nun auch im Dietersheimer Bürgersaal tagen. Denn mit acht von 24 Gemeinderäten ist Dietersheim so stark repräsentiert wie nie – und im Verhältnis zur Bevölkerungsstruktur völlig überproportional. Ein Drittel des Echinger Gemeinderats kommt aus Dietersheim.

Der Dietersheimer Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt bei 15,4 Prozent – im Gemeinderat beträgt er 33,3 Prozent und damit mehr als doppelt so viel!

Aber auch die nördlichen Gemeindeteile sind mit drei Ratsmitgliedern über ihren Bevölkerungssanteil hinaus vertreten. Der liegt für die ehemalige Gemeinde Günzenhausen bei 8,6 Prozent – im Gemeinderat repräsentiert ist sie nun aber mit 12,5 Prozent. Mit zwei Gemeinderäten hat das weit kleinere Deutenhausen diesmal Günzenhausen (ein Rat) überholt.

Sogar eine Gemeinderätin aus Hollern sitzt nun wieder im Rathaus. Mit Claudia Steiger-Steiniger ist eine Kandidatin von der kleinen Siedlung angetreten und die hat es in den Gemeinderat geschafft.

Krass unterrepräsentiert ist folglich Eching. Die Kerngemeinde, in der mit 74,2 Prozent knapp zwei Drittel der Gemeindeangehörigen wohnen, stellt jetzt nur die Hälfte der Räte im Gemeinderat.

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Christine Handschuh-Sidorow ist als erste Nachrückerin schon in den Gemeinderat eingezogen, bevor der sich konstituieren wird. Weil Michael Steigerwald zum Bürgermeister gewählt wurde, rückte sie auf der CSU-Liste nach. Erste Nachrückerin in der Mandatsperiode ist die bis 30. April noch amtierende Gemeinderätin Kerstin Rehm.

Zwischen Handschuh-Sidorow und Rehm lief es auf den relevanten Plätzen am knappsten: gerade 13 Stimmen Vorsprung hat Handschuh-Sidorow; bezogen auf das CSU-Gesamtergebnis sind das 0,03 Prozent.

Erster Nachrücker bei der FW ist Florian Uffinger, der bei einem Wahlsieg von Christoph Gürtner zum Bürgermeister schon in den Gemeinderat eingezogen wäre.

Bei den Grünen ist erster Listennachfolger, falls ein Gemeinderat ausscheidet, der Bundestagsabgeordnete Leon Eckert. Der derzeitige Dritte Bürgermeister wurde von den Wählern zwar um zwei Listenplätze vorgewählt, aber wegen der Stimmenverluste der Grünen reichte das nicht zur Rückkehr in den Gemeinderat.

Identisch schnitt die amtierende Gemeinderätin Esma Gelis bei der SPD ab: gelistet auf Platz sechs, vorgewählt auf Platz vier, aber beim Schwund der Partei auf nur mehr drei Sitze am Wiedereinzug gescheitert. Sie ist erste Nachrückerin.

Hinter Manfred Wutz, der mit den Listenpartnern BfE, EM und ÖDP nun gleich drei Gruppierungen repräsentiert, ist Markus Hiereth der erste Nachrücker. Andreas Erb würde bei einem Ausscheiden auf der Liste der FDP von Heinz Müller-Saala ersetzt. Bei „Mega“ schließlich ist Wolfgang Müller erster Nachrücker.

(Die Darstellung anhand des Wahlergebnisses wurde nach dem Wechsel von Irena Hirschmann zu Andreas Erb noch vor der konstituierenden Sitzung in den Absätzen in diesem Text aktualisiert. In der früheren Version sind noch weitere Anmerkungen, die unverändert gültig bleiben; die aktualisierten Angaben sind dort kursiv gesetzt.)

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