Ein Park als Hauptplatz

Der neue Bürgerplatz soll eher eine Parkanlage als ein weiträumiger Dorfplatz werden. Der Siegerentwurf des Gestaltungswettbewerbs faszinierte die Jury mit „der Vision einer großzügigen, parkartig anmutenden Grünfläche im Ortszentrum“, so die Bewertung. Das Konzept sei „geeignet, dem Bereich ein neues grünes Image zu verleihen und damit die Aufenthaltsqualität und Attraktivität dieses zentralen Freiraumes deutlich zu steigern“.

Mit 12:1 Stimmen der Fachjuroren und Gemeinderäte setzte sich das Münchner Büro „Slam – Schaar Landschaftsarchitekten“ unter neun Entwürfen ziemlich eindeutig durch. Am Mittwoch wurden alle neun Pläne vorgestellt, bis 12. Juni sind sie noch im Rathaus zu sehen.

Wo auch immer auf und neben dem Dach der darunter liegenden Tiefgarage die Möglichkeit einer Anpflanzung gegeben ist, soll nach dem Siegerentwurf Grün sprießen. Dazu werden als „Intarsien“ Pflanztröge platziert, die weitere Flora bis hin zu großen Bäumen aufnehmen sollen.

Die große befestigte Platzfläche wird aufgelöst und durch Grüninseln und kontrastierende Pflasterflächen in einer rhythmischen, aber geometrisch freien Formensprache zoniert. Dies bilde „eine Fusion“ aus den streng gekanteten Anliegergrundstücken und dem grundsätzlich organischen Pflanzenhabitat, erläuterte das Büro Schaar seinen Planungsansatz.

Gestaltungselemente sind etwa ein Hochbeet mit einer umlaufenden Sitzkante. Eine der darum lose gruppierten Platz-Intarsien legt mit viel Mobiliar den Schwerpunkt als Sitz- und Ruhegelegenheit, im jetzigen „Theatergarten“ entsteht ein Kinderspielplatz, eine weitere Insel soll ein Nebelspiel anbieten, eine Reminiszenz an heißer werdende Tage. Überhaupt sah die Jury beim Platz eins insbesondere die Aufgabenstellung der Klimaanpassung mit Bestnote erfüllt.

Der klare Fokus der Gestaltung liegt auf dem Alltag, der Aufenthaltsqualität im Vorbeigehen. Die multifunktionale Nutzbarkeit für größere Veranstaltungen hingegen werde in der Umsetzung schwierig, merkte die Jury als Schwachstelle des Siegers an. Vielfältige Insel-Elemente und die maximal unflexiblen Baumtröge seien „ein Problem, mit dem man umgehen muss“, schilderte Fachjurorin Rita Lex-Kerfers bei der Entwurfs-Präsentation (Bild ob.).

Der Wettbewerb wurde übrigens noch vom alten Gemeinderat plus abgewähltem Bürgermeister am vorletzten Tag ihrer Amtszeit entschieden. Der neue Bürgermeister Michael Steigerwald äußerte sich zum weiteren Vorgehen erst mal verhalten. Der Platz möge „das Herz unserer Ortsmitte“ werden, wünschte er sich, das sei „weit mehr als nur eine planerische Aufgabe.“

Er habe die Wahrnehmung, dass am Ort „die Vorfreude auf eine schnelle Neugestaltung spürbar“ sei, sagte der Bürgermeister. Wann es losgeht, ist aber offen. Jetzt muss aus dem Entwurf des Wettbewerbs zunächst eine umsetz- und finanzierbare Planung entwickelt werden.

Seit den 1990er Jahren liegt der Platz als Fremdkörper im Ortskern. 2011 gab es schon einmal eine Gestaltungswettbewerb, der aber in Rathausschubladen verschwand. Die Umsetzung jetzt soll mit Mitteln der Städtebauförderung im „Isek“ unterstützt werden.

(Die Grafik der Gemeinde unten zeigt den Siegerentwurf im Planungswettbewerb.)

Ein Lesermail

Lesermail verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert