Alcalden, Heilige Stätten und ein Lkw

„Wasser für Pachar“, die Altvorderen erinnern sich vielleicht, war eine groß angelegte Aktion des Echinger Arbeitskreises Entwicklungshilfe. Die Heimatzeitungen unterstützten in den 1980er Jahren die Spendenaktion, so dass der AK unter Regie von Josef Vilser in dem peruanischen Bergdorf eine Wasserleitung installieren konnte.

Insgesamt realisierte der AK fünf Wasserleitungen in der Region, eine Brücke und im Dorf Chulluracay wurde eine Elektrizitätsversorgung unterstützt. Die so aufgebaute Nähe der peruanischen Region zu der oberbayerischen Gemeinde führte 1993 zu einer mindestens ebenso spektakulären Aktion: Auf Vermittlung von AK-Mitglied Joachim Enßlin, zu der Zeit bereits Manager der Messe München, spendeten die Isar-Amper-Werke einen ausrangierten Lkw ins peruanische Hochland.

Der Lkw ging in die Stadt Ollantaytambo in der Nachbarschaft von Pachar, beides im Distrikt Urubamba. Dort liegt auch die Hochebene von Macchu Picchu, eines der meistbesuchten Relikte alter Inka-Kultur.

Nach diesen großen Gesten wurde Eching von der Distrikthauptstadt eine Verbrüderung angeboten. Im Sommer 1994 flog eine amtliche Delegation mit Bürgermeister Rolf Lösch und Gemeinderat Gerhard Kremer, begleitet von Organisator Josef Vilser, nach Urubamba.

Diese Reise gestaltete sich für die Echinger Gäste zum Spektakel. An mehreren Orten im District wurden große Feste zu Ehren der Oberbayern ausgerichtet, Lösch wurde zum „Ehren-Alcalde“ ernannt, ein dortiger Ortsvorsteher. In Yanakuara wurde eine Schule spontan als „Centro Educativo Eching Yanakuara“ getauft, von den Gästen gleich mit einem Gemeindewappen in Porzellan ausgestattet.

„Wirklich überwältigend“ seien die Ehrungen gewesen, bilanzierte Lösch seinerzeit. Höhepunkt war dann die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden – in Macchu Picchu. Die Festivität wurde im peruanischen Fernsehen übertragen. Nach Echinger Angaben war die Partnerschaft damals die einzige Verbindung zwischen einer peruanischen und deutschen Kommune.

Der Echinger Gemeinderat bremste die Intensität der Verbrüderung dann etwas ein; als Städtefreundschaft solle das geführt werden, nicht als formelle Partnerschaft wie seit 1972 mit dem italienischen Trezzano und später dann noch dem ungarischen Maisch seit 2005. Eventuell nötige finanzielle Aufwendungen für die Freundschaft solle ausschließlich der AK Entwicklungshilfe tragen, nicht die Gemeinde.

So geriet die Partnerschaft allmählich in Vergessenheit, wurde erst in jüngster Zeit wenigstens in der Statistik wiedererweckt, indem Urubamba unter den Partnerschaften der Gemeinde gelistet wird. Als Klimapartnerschaft soll sie neu aufgestellt werden.

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