Über Kontinente voneinander lernen

Seit 1994 hat Eching eine nicht näher definierte „Städtefreundschaft“ mit der peruanischen Region Urubamba. Nun soll diese Partnerschaft unter modernen Vorzeichen neu belebt werden: als Klimapartnerschaft. Im gerade laufenden Klimafrühling fand dazu eine von der Volkshochschule und dem Klimamanagement im Rathaus initiierte Auftaktveranstaltung auf dem Bürgertplatz statt.

Im Zentrum standen aktuelle Themen und Projekte aus Peru, insbesondere rund um Wasser und Boden: Zwei Lebensgrundlagen, die in Urubamba wie in Eching unter dem Druck des Klimawandels stehen. Die zentrage Fragestellung der angestrebten Klimapartnerschaft: Welche positiven Wege eröffnen sich, wenn Menschen weltweit voneinander lernen, gemeinsam Lösungen entwickeln und über Grenzen hinweg zusammenarbeiten?

Der Kontinente übergreifende Austausch mache deutlich, „dass lokale Erfahrungen, traditionelles Wissen und innovative Ansätze aus dem Globalen Süden wertvolle Impulse für gemeinsame Lösungen geben können“, bilanzierte Daniela Kirschstein, Leiterin der Vhs.

Was machst du, wenn plötzlich kein Wasser mehr aus dem Wasserhahn kommt? Zu derartigen Szenarien gabe es „Zukunftspavillons“, in denen mögliche Entwicklungen zugespitzt „erleben“ konnten: Künstliche Lebensmittel, Insekten als mögliche Proteinquelle, eingeschränkte Wasserrationen oder technische Lösungen, die zunächst fremd wirken, aber reale Diskussionen über Ernährung, Ressourcen und Klimaanpassung aufgreifen.

„Die Inszenierungen machten auch erfahrbar, wie eng globale Fragen mit dem eigenen Alltag verbunden sind“, betonte Kirschstein. Auch positive Zukunftsaspekte wurden sichtbar gemacht: Gemeinschaftliches Handeln, globale Klimagerechtigkeit, nachhaltige Landwirtschaft, ein bewusster Umgang mit Wasser und innovative Projekte, die zeigen, dass Veränderung möglich ist.

Die Auftaktveranstaltung verband nun Information, Begegnung, Beteiligung und sinnliche Eindrücke mit peruanischen Spezialitäten und Getränken. Entstehen soll nun eine längerfristige Partnerschaft mit dem Ziel, Menschen aus Eching und Umgebung mit Partnern in Peru in Verbindung zu bringen und gemeinsam an Themen zu arbeiten, die beide Seiten betreffen: Wasser, Landwirtschaft, Klimaanpassung, Bildung, nachhaltige Entwicklung und gesellschaftlicher Zusammenhalt.

Begleitet wird das Vorhaben von der „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW)“, einer zentralen Ansprechpartnerin für kommunale Entwicklungspolitik in Deutschland. Schon im Juni sollen Gäste aus Peru nach Eching kommen, um ihre Perspektiven, Erfahrungen und Projekte persönlich vorzustellen.

Wer sich an dem Projekt oder auch einfach an der Gestaltung des Besuchs aus Peru beteiligen möchte, kann sich an Klimamanagerin Lena Herrmann (klimaschutz@eching.de) oder Daniela Kirschstein (office@vhs-eching.de) wenden. Informationen zu dem gesamten Projekt unter klimafruehling-eching.de/urubamba-eching.

Als nächster Schritt ist eine Multiplikatoren-Schulung „Klimagerechtigkeit vermitteln – Globales Lernen“ am 13. Juni im Rathaus geplant.

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