Der geplante sechsspurige Ausbau der Autobahn A92 zwischen dem Dreieck Feldmoching und dem Kreuz Neufahrn wird in der Aktualisierung des Bundesverkehrswegeplans auf Kosten von 485,5 Millionen Euro geschätzt.
Gegenüber dem Planungsstand von 2014 mit 88 Millionen Euro, als das Projekt konkretisiert wurde, haben sich die Kosten damit mehr als verfünffacht. Noch 2023 war eine Kostenaktualisierung bei 370 Millionen Euro gelandet.
Für die Ausbaumaßnahme ist der Planfeststellungsbeschluss durch die Bezirksregierung im Mai ergangen. Der Gemeinderat will in der nächsten Sitzung entscheiden, ob man Klage erheben will, da alle Einwände durch das Rathaus im Verfahren abgewiesen worden waren. Eching beklagt insbesondere die vorgesehene neue Gestaltung der Anschlussstelle Unterschleißheim inclusive Verlegung der Bundesstraße B13.
Der Echinger Bundestagsabgeordnete Leon Eckert (Grüne) kritisiert die „Kostenexplosion“ scharf. „Wenn Kosten um mehrere hundert Prozent steigen, darf die Bundesregierung nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, fordert er eine Neubewertung der Maßnahme.
Das Projekt A92 stehe für ihn „für eine aus der Zeit gefallene Verkehrspolitik“. Während bei Bahnstrecken und im öffentlichen Nahverkehr um jeden Euro gerungen werde, würden „mehrere Hundert Millionen Euro im Straßenbau wohl keine größere Rolle für die aktuelle Bundesregierung spielen“, moniert Eckert.
Es brauche „zuverlässige Züge, einen starken Nahverkehr und moderne Mobilitätsangebote“, findet der Grüne, „während die Bundesregierung noch immer in einer Verkehrspolitik der Vergangenheit steckt“.
Eckert hatte mit einer Anfrage an das Verkehrsministerium die aktualisierten Zahlen erfragt. Die Aktualisierung des Bundesverkehrswegeplans nennt als Begründung für die Verfünffachung der Kosten lapidar „Indexierung und Aktualisierung der Kosten“.
Auch das sei schwer verträglich: „Wer fast 400 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant ausgibt, muss den Bürgern erklären können, wie es dazu gekommen ist.“
Gegenstand der 485.500.000 Euro teuren Maßnahme ist der Anbau je eines weiteren Fahrstreifens auf dem rund zwölf Kilometer langen Teilstück in beiden Fahrtrichtungen. Dazu sollen die beiden Anschlussstellen Ober- und Unterschleißheim grundlegend neu konzipiert und umgestaltet werden.
In vorbereitende Maßnahmen sind nach Angaben des Verkehrsministeriums bereits 12,3 Millionen Euro geflossen.
mit einem Lesermail von J. Botzenhardt: Lesermail zum Artikel „Halbe Milliarde für die A92“
mit einem Lesermail von Guido Langenstück: Lesermail zum Artikel „Halbe Milliarde für die A92“