Zur Digitalisierung genügt ein Posten

Der neue Gemeinderat Eric Jacob (Grüne) ist Informatikstudent, selbständiger Grafikdesigner, vernetzt in Arbeitskreise und Hackerszenen im Umfeld der TU München und schon qua Lebensalter (22) „digital native“. Seinen Neigungen entsprechend, hat er nun angeboten, die Gemeinde bei der Digitalisierung „beratend zu unterstützen“.

In der vergangenen Mandatsperiode hatte der Gemeinderat noch einen Referenten für Digitalisierung bestellt, als der Axel Reiß tätig war. Zum Jahreswechsel wurde mit Pascal Kunze ein hauptamtlicher Digitalisierungsbeauftragter im Rathaus eingestellt, das Digitalisierungsreferat im Gemeinderat wurde im neuen Gemeinderat nicht mehr vergeben.

Laut Jacob habe man sich innerhalb der Gemeindeverwaltung über sein Angebot „sehr gefreut“. Er stelle sich vor, „einige neue Ideen einbringen zu können“. Ausdrücklich sollte seine Mitarbeit keinerlei Entscheidungskompetenz beinhalten und ehrenamtlich ausgeübt werden.

Mit 18:5 Stimmen hat der Gemeinderat die Bestellung jedoch abgelehnt. Man solle zunächst mal den eigens installierten Digitalisierungsbeauftragten machen lassen, hieß es aus der CSU. Christoph Gürtner (FW) mutmaßte, Jacob wolle „Digitalisierungsreferent durch die Hintertür“ werden.

Jacob nannte die Ablehnung seines unentgeltlichen Beratungsangebots „unverständlich“. Die Vorgabe der CSU, „das Thema aufzuschieben und eventuell in der Zukunft nochmals zu behandeln, ist genau die Einstellung, mit der die Digitalisierung in Deutschland bisher schon sehr erfolgreich verschleppt wurde“.

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