Gegen die anstehende Erweiterung der Autobahn A92 auf sechs Fahrspuren wird das Rathaus vorsorglich Klage einlegen. Insbesondere die Dimension der geplanten neuen Anschlussstelle Unterschleißheim stört den Gemeinderat, außerdem der Eingriff in die Flur um die Theresienkapelle.
Ein Rechtsanwalt hat die Klageaussichten freilich als überschaubar eingeräumt. Mit 20:2 Stimmen entschied der Gemeinderat aber, zur Fristwahrung die Klage einzulegen; vor der möglichen Nachreichung einer Klageschrift soll dann das Kostenrisiko detaillierter überprüft werden.
Auf dem Verfahrensweg waren nahezu alle Echinger Einwände gegen die Maßnahme abgeschmettert worden. Erreicht wurde lediglich, dass vor den Baumaßnahmen der Zustand der Theresienkapelle gutachterlich festgestellt wird, so dass eventuelle Schäden eingeklagt werden können.
Aber die neue Unterschleißheimer Anschlussstelle inklusive Verlegung der Bundesstraße B13 ist laut Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung alternativlos. Dabei wird die Zufahrt insbesondere ins Unterschleißheimer Gewerbegebiet optimiert, die dafür nötigen Flächen liegen freilich allesamt auf Echinger Flur.
Seit der früheren Verlegung der B13 im südlicheren Verlauf, bei dem Hollern zu Unterschleißheim kam, habe die Nachbarstadt mit dem Gebietstausch „die sahne abgeschöpft“, monierte Christoph Gürtner, „und den Flächenfraß auf Echinger Flur abgewälzt“.
Julian Morgenroth stellte das Ausbauprojekt, das aktuell auf Kosten von 485 Millionen Euro geschätzt wird, grundsätzlich in Frage. „Das ist nicht mehr zeitgemäß“, rügte er, „wem bringt das eigentlich was?“