Zunächst möchte ich Bürgermeister Michael Steigewald ausdrücklich für seine Entscheidung danken, die Kunstinstallation am Huberwirt wieder entfernen zu lassen. Es ist gut, dass dieses Experiment beendet wurde und der Huberwirt nicht länger als Ausstellungsfläche dient.
Seit Jahren frage ich mich, warum manche glauben, der öffentliche Raum müsse ständig für neue Projekte umgestaltet werden. Für Kunstausstellungen gibt es in Eching das Bürgerhaus. Dort können Künstler ihre Werke präsentieren und jeder, der sich dafür interessiert, kann sie besuchen. Genau dafür ist es da.
Der Huberwirt dagegen steht im Herzen unseres Ortes. Er sollte ein Ort sein, mit dem sich möglichst alle Echinger identifizieren können – und nicht die Bühne für die Vorstellungen einiger weniger.
Dasselbe gilt für die Tauschhütte. Die Idee, Dinge weiterzuverwenden, ist vernünftig. Aber warum muss sie ausgerechnet mitten im Ortszentrum stehen? Der Wertstoffhof wäre dafür der naheliegende und passende Standort. Dort gehört das Thema Wiederverwendung hin.
Auch der Bücherschrank wirft dieselbe Frage auf. Eching besitzt seit Jahrzehnten eine hervorragende Gemeindebücherei. Warum muss zusätzlich noch ein Bücherschrank den Bürgerplatz prägen? Nicht jede gute Idee braucht automatisch einen Platz mitten im Zentrum.
Mich beschleicht zunehmend der Eindruck, dass der öffentliche Raum immer häufiger genutzt wird, um bestimmte Vorstellungen davon zu vermitteln, wie Menschen leben, konsumieren oder ihre Freizeit gestalten sollten. Der Ortskern sollte jedoch kein pädagogischer Ausstellungsraum sein. Er sollte einfach der Ortskern sein.
Und noch etwas: Während seit Jahren über Kunst, Tauschhütten und Bücherschränke diskutiert wird, steht der Huberwirt weiterhin leer. Genau darin liegt das eigentliche Problem. Dem vorherigen Leserbrief kann ich deshalb nur zustimmen: Eching braucht endlich eine tragfähige Nutzung für dieses Gebäude – und keine Debatten über immer neue Projekte rundherum.
Anton Moll jun.