Lesermail zum Artikel „Gemeinschaft im öffentlichen Raum“

Wem gehört der öffentliche Raum? Die Volkshochschule lädt zu einem Vortrag mit dieser Frage. Gute Frage. Nur: Die Antwort sieht man in Eching längst.

Der Bücherschrank am Bürgerplatz. Sechzehn bemalte Schrotträder an den öffentlichen Fahrradständern. Bilder in den Fenstern vom Huberwirt. Und jetzt ein Seminar darüber, was wir von der Tauschhütte zu halten haben.

Immer dieselben Vereine, immer dieselbe Gesinnung, immer im Raum, der uns allen gehört. Gefragt hat uns nie jemand.

Und jetzt kommt der eigentliche Trick. Bürger beschweren sich über Müll, Dreck und Zustände an der Tauschhütte. Das sind ganz normale Fragen von Ordnung und Sauberkeit. Die Antwort der Volkshochschule? Ein Seminar über Vorurteile. Es gehe „nicht allein um Ordnung, Sauberkeit oder Organisation“, sagt die Leiterin, sondern darum, „wie über Menschen gesprochen wird“.

Übersetzt heißt das: Nicht der Müll ist das Problem. Sondern der Bürger, der ihn anspricht.

Wer hingeht, soll auch nicht mitreden. Eine Referentin, eine Meinung, danach „Argumentationstraining“. Zu einer echten Diskussion gehören zwei Seiten. Hier gibt es nur eine – und Nachhilfe für die, die es noch nicht kapiert haben. Das ist keine Volkshochschule. Das ist eine Schulung.

Bezahlt wird das Ganze mit öffentlichem Geld. Also mit unserem.

Deshalb ein paar einfache Fragen an Bürgermeister und Gemeinderat: Ist die Volkshochschule für alle Echinger da – oder nur für einen bestimmten Kreis? Muss eine Einrichtung, die wir alle finanzieren, nicht neutral sein?

Und wer entscheidet eigentlich, wer seine Botschaften im öffentlichen Raum aufstellen darf und wer nicht? Wer diese Fragen weiter aussitzt, überlässt den öffentlichen Raum denen, die am lautesten rufen, sie seien zuständig.

Anton Moll jun.

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