Lesermail zum Artikel „Gemeinschaft im öffentlichen Raum“

Gern – hier sind gleich zwei Vorschläge.

Erstens, für den Huberwirt: Niemand verlangt, dass die Gemeinde selbst Bier zapft. Das Modell gibt es in halb Bayern: Die Gemeinde bleibt Eigentümerin und verpachtet an einen privaten Wirt – die Konzession beantragt der Pächter, das ist sein Handwerk, nicht das des Rathauses.

Die Städtebauförderung für die Revitalisierung ist dem Vernehmen nach sogar schon in Aussicht gestellt. Es fehlt also nicht an Möglichkeiten. Es fehlt an Tempo.

Zweitens, für die Hütte: Es heißt, für den Standort gebe es keine Alternative. Doch, die gibt es – und sie funktioniert seit Jahren: der Wertstoffhof. Dort werden längst brauchbare Dinge abgegeben und von anderen mitgenommen, ganz ohne Seminar, ohne Paten, ohne Debatte. Die Hütte wäre dort die ideale Ergänzung an einem Ort, wo Weitergeben ohnehin gelebt wird.

Und nun zum Kern: Seit Jahrzehnten versucht Eching, seine Ortsmitte und den Einzelhandel zu beleben. Konzepte, Programme, Anläufe – und die Mitte bleibt, was sie ist. Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass ausgerechnet eine Gerümpelhütte am repräsentativsten Platz des Ortes, zwischen Huberwirt und Rathaus, diese Wende bringt? Sie ist nicht die Belebung der Mitte. Sie ist ihr Symptom.

Also: Wirt ins Wirtshaus, Hütte zum Wertstoffhof – und die Ortsmitte wieder dem überlassen, was sie beleben kann. Ein offenes Wirtshaus ist der offenste und inklusivste Ort, den eine Gemeinde haben kann: Dort sitzt jeder, egal wer, egal warum. Ganz ohne Seminar.

Ich freue mich auf die Diskussion.

Anton Moll

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