Lesermail zum Artikel „Keine Klage gegen A92“

Bleibt zu hoffen, dass die Echinger Landwirte, die einen Teil ihrer Äcker für den 6-spurigen Ausbau der BAB A92 hergeben müssen, ihre Klage(n) nicht zurückziehen.

Wir erleben gerade einen der heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Wer jetzt noch den menschengemachten Klimawandel leugnet, dem ist nicht mehr zu helfen.

Fakt ist, dass immer mehr Verkehr und Flächenversiegelung zum Aufheizen der Erdatmosphäre beiträgt. Das 1,5-Grad-Ziel des Klimaabkommens von Kyoto ist längst obsolet. Begreifen die Entscheidungsträger bei der Regierung von Oberbayern immer noch nicht, dass der 6-spurige Ausbau der A92 ein weiterer Sargnagel fürs Klima und, langfristig betrachtet, für die Menschheit ist?

Dazu zähle ich auch den wahnwitzigen Plan des Baus einer 3. Start- und Landebahn am Münchner Flughafen. Die 3. Startbahn am MUC ist überhaupt nicht erforderlich: Gemäß Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern beträgt die Kapazitätsgrenze für das bestehende 2-Bahn-System 479.000 Flugbewegungen pro Jahr. Das absolute Maximum war 2019 mit ca. 430.000 und 2025 waren es „nur“ etwas über 337.000 Flugbewegungen.

Wäre es da nicht konsequent, wenn die bayerische Staatsregierung die 3. Startbahn aus ihrem Landesentwicklungsprogramm streicht? Es wäre ein starkes Zeichen, wenn Markus Söder (bayer. Ministerpräsident (CSU)) und Hubert Aiwanger (bayer. Wirtschaftsminister (FW)) endlich Farbe bekennen und nicht nur von Klimaschutz faseln.

Übrigens: Die Landtagsfraktion von B.90/Die Grünen hatte vor 2 Monaten einen Eilantrag zur endgültigen Beerdigung der 3. Startbahn im Parlament eingebracht, der mit und von der überwältigenden Mehrheit der CSU- und der FW-Fraktionen abgelehnt wurde. Markus Söder ist zur Plenarsitzung, wie so oft, überhaupt nicht erschienen und als einziger CSU-Landtagsabgeordneter hat Staatskanzleichef Florian Herrmann für den Grünen-Antrag gestimmt (Herrmann hat wahrscheinlich Angst, dass er von den Wählerinnen und Wählern in seinem Wahlkreis Freising bei der nächsten Landtagswahl abgewählt wird). Ilse Aigner (Landtagspräsidentin (CSU)) hatte gegen den Grünen-Antrag gestimmt. Damit hat sie sich m. E. als designierte Bundespräsidentin disqualifiziert. Wir brauchen kein Staatsoberhaupt, welches gegen den Klimaschutz in Deutschland ist und hirnrissige Steuerverschwendungs-Projekte gutheißt.

Guido Langenstück

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