Lesermail zum Lesermail bzgl. „Keine Klage gegen A92“

Ich verstehe die Positionen, aber ich möchte auch mal einen anderen Betrachtungswinkel aufzeigen, bevor man immer mit sich wiederholenden Aussagen über Politiker herzieht. Ich bin auch kein Freund von Söder oder Aiwanger, aber es geht um Grundlegendes.

Warum müssen wir denn die Infrastruktur rund um München und im Süden Bayerns ausbauen und damit vermehrt Flächen versiegeln? Warum haben wir so exorbitante Immobilienpreise, dass sich junge Leute hier kein Eigenheim leisten können? Warum führt in Teilen Bayerns eine Erbschaft zur Aufgabe des landwirtschaftlichen Anwesens, dass vielleicht schon seit Jahrhunderten in Familienbesitz ist?

Ein großer Faktor ist der Zuzug. In einigen Regionen Deutschlands stehen Häuser, Wohnungen, Gewerbeflächen etc. leer, bei uns im Großraum München herrscht ein Mangel.

Die Menschen, die hier leben, wollen/müssen in die Arbeit fahren, wollen ihre Freizeit in den Alpen genießen, schnell mal nach Italien oder Österreich fahren und spontan nach Mallorca fliegen.

Leider haben es einige Bundesländer versäumt, sich wirtschaftlich weiterzuentwickeln, und werden bei den nächsten Wahlen die Quittung bekommen.

Dafür wird Platz benötigt. Für Schulen, Autobahnen, Kindergärten, Wohnungen, Gewerbe etc. muss der Bedarf, der durch den Zuzug entsteht, gedeckt werden. Auch eine Aufgabe der Politik, die für die Menschen meist wichtiger ist. Hohe Lebenshaltungskosten führen dazu, dass beide Elternteile arbeiten müssen, um über die Runden zu kommen. Mehr Infrastruktur ist nötig.

Gleichzeitig werden Flächen in anderen Regionen natürlich nicht entsiegelt oder renaturiert.

Es werden auch viele große Eigentumsimmobilien von älteren Mitbürgern alleine bewohnt, weil es keine geeigneten Alternativen gibt. Die Alternativen kosten Geld, versiegeln Flächen und benötigen Personal und somit Infrastruktur.

Das ist kein rein deutsches Phänomen.

Die Ironie bei dem Ganzen ist, dass oftmals diejenigen, die hierher ziehen, genau die sind, die sich über alles aufregen, was politisch passiert, politisch selbst Chaos verursachen (ex-BM Thaler) oder es vermeintlich besser wissen. Vieles wird dadurch komplexer, anstrengender und selten besser. Keep it simple, wäre der bessere Grundsatz.

Ohne Zuzug wäre Eching nicht das, was es heute ist. Manche sehen es nur als Schlafstadt (schlimmste Form des Zuzugs), andere als neue Heimat (herzlich willkommen). Aber vielleicht ist es wie so oft, einfach zu viel.

Man könnte auch mal folgende Frage in den Raum werfen: Wieviel Klimaschutz ist gut, bevor er selbst zum Problem wird?

Andreas Vierthaler

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