Die Idee mit einer Nisthilfe ist zwar nett, aber aus meiner Sicht nicht zu Ende gedacht.
Bevor man versucht, Weißstörche anzusiedeln, sollte man sich zunächst Gedanken darüber machen, ob in der Umgebung überhaupt ein geeigneter Lebensraum mit ausreichend Nahrung vorhanden ist. Weißstörche bevorzugen offene Landschaften mit regelmäßig feuchten Bereichen. Dort finden sie ihre Nahrung.
Wichtig ist dabei, dass solche Nahrungsflächen in ausreichender Größe und in der Nähe des Nestes vorhanden sind. Daher stellt sich für mich die Frage: Wo haben wir solche geeigneten Nahrungsflächen in der Gegend von Eching? Und finden die Störche dort tatsächlich ausreichend Nahrung, insbesondere während der Aufzucht der Jungen?
Ein paar kleine Pfützen oder einzelne Seen reichen dafür meiner Meinung nach nicht aus. Im tiefen Wasser und in dichtem Schilf können Weißstörche ohnehin nicht effektiv nach ihrer typischen Beute suchen. Sie benötigen vor allem flache, feuchte Bereiche und offene Wiesen, in denen sie watend nach Nahrung suchen können.
In der Nähe von Freising gibt es dagegen geeignete Bereiche, beispielsweise im Umfeld des Vöttinger Weihers und vor allem im Freisinger Moos. Dort findet man großflächige Grünflächen, wo Storche sich wohl fühlen.
Dabei muss man die Storche nicht ansiedeln. Sie kommen von selbst, wenn geeignete Nahrungs- und Lebensräume vorhanden sind, und finden auch selbst einen passenden Nistplatz. Mit einer Nisthilfe kann man sie allenfalls dazu bewegen, einen bestimmten Nistplatz zu nutzen, wo sie die Menschen weniger stören.
So gesehen hat Eching mehr als genug Plätze, an denen ein Storchenpaar ein Nest bauen könnte – im Prinzip eignet sich dafür fast jeder Schornstein.
Haben Sie in unserer Gegend schon einmal Störche bei der Nahrungssuche gesehen? Ich persönlich noch nie. Das sollte meiner Meinung nach zu denken geben.
Alex Lifar
mit einem Lesermail von Torsten Wende: Lesermail zum Artikel „Kommt der Klapperstorch?“