Finanznotstand, mal wieder

Mit dem Bau der Musikschule und des Alten-Service-Zentrums Ende der 1980er Jahre waren die Echinger Gemeindefinanzen zerrüttet bis ans Ende des Abendlands. Eching konnte sich nie mehr etwas leisten und musste den Gürtel enger schnallen, insbesondere bei den freiwilligen Leistungen zur Lebensqualität am Ort.

Es folgte eine Weltwirtschaftskrise ums Jahr 2008, die den Gemeindehaushalt anhaltend vernichten würde. Eching konnte sich nie mehr etwas leisten und musste den Gürtel enger schnallen, insbesondere bei den freiwilligen Leistungen zur Lebensqualität am Ort.

Die Corona-Pandemie ums Jahr 2020 würde den Gemeindehaushalt auf Jahrzehnte belasten. Eching konnte sich nie mehr etwas leisten und musste den Gürtel enger schnallen, insbesondere bei den freiwilligen Leistungen zur Lebensqualität am Ort.

In diesen finanziell so verheerten Jahren nach Fertigstellung von ASZ, Tiefgarage und Musikschule hat die Gemeinde noch eine Autobahnanschlussstelle gebaut, eine Grundschule, ein Feuerwehrhaus plus Bürgersaal in Dietersheim, ein Feuerwehrhaus in Günzenhausen, eine Tennis- und Gymnastikhalle inklusive Wohnungen, vier Kindertagesstätten, Kilometer an Radwegen, Photovoltaikanlagen und in Neubauqualität saniert ein Rathaus, ein Bürgerhaus, eine Grund- und Mittelschule, das Feuerwehrhaus in Eching und diverse Gemeindegebäude.

Die Gesamtsumme der Investitionen kann vielleicht jemand in der Kämmerei beziffern; ein dreistelliger Millionenbetrag ist es ganz sicher, ich tippe auf eine ‚3‘ am Anfang. Für all das hat das Rathaus genau null Euro Schulden aufgenommen und parallel die Verschuldung auf einen heute symbolischen Restbetrag von rund 2,5 Millionen Euro abgebaut.

An Schlüsselzuweisungen des Staates, die mittlerweile das Gros der bayerischen Kommunen stützen, hat Eching noch nie einen Cent erhalten brauchen. Die freiwilligen Leistungen wurden gelegentlich mit ein paar Gebührenerhöhungen für die Nutzer entlastet, ansonsten aber regelmäßig vor Wahlen eher ausgebaut.

Tja, und jetzt sind die Finanzen aber mal wieder so was von zerrüttet. Eching kann sich nie mehr etwas leisten und muss den Gürtel enger schnallen, insbesondere bei den freiwilligen Leistungen zur Lebensqualität am Ort.

Es ist absolut richtig von Bürgermeister und Gemeinderat, angesichts einer diffusen Wirtschaftslage behutsam auf die Finanzen zu achten. Aber es ist nicht redlich, mal wieder jede Ausgabe im dreistelligen Bereich entlang dem Totschlagargument einer Finanznot zu debattieren.

Wenn Eching jetzt heuer für seine weiterhin üppigen Investitionen – zur Fortschreibung der Liste oben gerade aktuell: ein Wohnblock, eine Kindertagesstätte plus Wohnungen und eine Sanierung in Neubauqualität des Gemeindebauhofs – die Rücklagen der Gemeinde angreift: ja und? Wofür sind Rücklagen denn da? Genau dafür wurden sie doch – lobenswerterweise! – angespart.

Und wenn jetzt für den Fortgang dieser Investitionen neue Schulden aufgenommen werden müssen – ja und? Ist es ungesund für ein „Unternehmen“ mit einem Jahresumsatz von 78 Millionen Euro, wenn es mal mehr als drei Prozent verschuldet ist, wie gerade?

Bitte weiterhin sorgsam mit den Finanzen umgehen, überflüssigen Schnickschnack vermeiden und die Entwicklung sehr genau beobachten; aber bitte nicht zum -zigsten Mal den Finanznotstand ausrufen und darüber alle inhaltlichen Aspekte von Entscheidungen ignorieren. Klaus Bachhuber

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