Die Werke dreidimensionaler Papierkunst von Mona Tenorth könnten auf absehbare Zeit die letzte Ausstellung örtlicher Kunstschaffender im Rathaus-Foyer gewesen sein. Das Rathaus stellt dem Verein KulturForum als Kurator dieser Ausstellungen künftig diverse Posten für die „Galerie Rathaus“ in Rechnung – und die dürfte sich der ehrenamtliche Verein nicht leisten können.
Künftig soll das KulturForum 200 Euro pro Ausstellung für die Foyer-Nutzung bezahlen, dazu sollen die Bauhofkosten beim Auf- und Abbau in Rechnung gestellt werden. Und schließlich sollen die Ausstellungen nicht mehr über Versicherungen des Rathauses abgedeckt sein, so dass der Verein eine eigene Versicherung abschließen müsste.
Die neuen Belastungen würden rund zwei Drittel der Mitgliedsbeiträge des KulturForums auffressen, rechnet deren Vorsitzende Sybille Schmidtchen vor: „Damit bleiben uns nicht mehr allzu viele Möglichkeiten für weitere Aktivitäten und Aktionen.“
Schmidtchen findet die plötzlichen Gebühren auch unangebracht, da die Ausstellungen nicht dem Eigennutz des Vereins mit dem Rathaus als Bühne dienten. Im Gegenteil erbrächten sie „durch das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder einen ideellen und kulturellen Mehrwert für das Rathaus“. So würden „Rathaus und Politik von dem bürgerschaftlichen Engagement des Vereins profitieren.“
„Kunst an den weißen Wänden unterstreicht die gelungene Innenarchitektur, erfreut die Belegschaft im Rathaus und überrascht Bürger, die das Rathaus nur wegen eines Behördenganges aufsuchen“, beschreibt Schmidtchen den Effekt der bisherigen Ausstellungen. In drei Jahren haben dort 16 Künstler ausgestellt (im Bild ein Motiv von Monika Schmeizl von der Ausstellung Anfang 2025). Das sei eine gezielte Unterstützung örtlicher Künstler, was überwiegend auch Aufgabe öffentlicher Förderung sei.
Bürgermeister Michael Steigerwald hingegen sieht die neuen Gebühren als Ausdruck von Gleichbehandlung mit anderen Vereinen. „Bei allen anderen gemeindlichen Gebäuden wird ebenfalls eine Miete für die Nutzung von Turnhallen, Bürgerhaus usw. berechnet“, betont er auf Anfrage.
200 Euro für eine durchschnittliche Ausstellungsdauer von 90 Tagen seien auch „keine unzumutbaren Kosten“. Die Leistungen des Gemeindebauhofs würden „anderen Vereinen immer in Rechnung gestellt“, so Steigerwald, da dies beim KulturForum nicht geschehen sei, könne man in der bisherigen Kostenübernahme „durchaus von Willkür sprechen“.
Schmidtchen hat bereits signalisiert, dass die Abrechnung mit dem Bauhof übernommen werden könne. Für die weiteren Forderungen strebe der Verein „eine faire und einvernehmliche Lösung an, um unseren lokalen Kunstschaffenden weiterhin eine Bühne bieten zu können“.
mit einem Lesermail von Monika Schmeizl: Lesermail zum Artikel „Weiße Wände im Foyer?“